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Der Neubau in Salez hat Signalcharakter

Für den Neubau Landwirtschaftliches Zentrum St. Gallen in Salez hat der Kanton St. Gallen Vorgaben gemacht, die für die Verantwortlichen eine Herausforderung waren und die sie in jeder Bauphase forderten.
Thomas Schwizer
Ein aussergewöhnliches Bauprojekt: Die Tragstruktur der Obergeschosse dagegen ist – mit Ausnahme der Holz-Beton-Verbund-Decken, eine reine Holzkonstruktion. Die Holzstruktur ist auch im Innern des Gebäudes direkt wahrnehmbar. (Bild: Thomas Schwizer)

Ein aussergewöhnliches Bauprojekt: Die Tragstruktur der Obergeschosse dagegen ist – mit Ausnahme der Holz-Beton-Verbund-Decken, eine reine Holzkonstruktion. Die Holzstruktur ist auch im Innern des Gebäudes direkt wahrnehmbar. (Bild: Thomas Schwizer)

Im April 2016 starteten die Arbeiten für das 31 Millionen-Neubauprojekt. Sie waren für die Projektverantwortlichen und die beauftragten Handwerker eine besondere Aufgabe. Das zeigten Fachleute am Montagabend bei einer Veranstaltung des Architektur Forums Ostschweiz in Zusammenarbeit mit der Lignum Holzkette auf – vor Ort im Landwirtschaftlichen Zentrum und bei einer Führung im Neubau.

Geringer Stromverbrauch, nur wenig Haustechnik

Die vielen Interessierten aus der Architektur- und Holzbranche nahmen die Ausführungen aus Sicht des Kantons als Bauherrn, der Architekten, der Ingenieure und der Haustechnik interessiert auf. Kantonsbaumeister Werner Binotto zeigte, dass bei Bauten die Betriebs- und Unterhaltskosten sowie die Erneuerungskosten stetig ansteigen und der Lebenszyklus kürzer wird. Die Stromkosten würden heute höher liegen als die Heizkosten, stellte er fest.

Werner Binotto: «Der Kanton als Bauherr hat klare Vorgaben für die Nachhaltigkeit gemacht.»

Deshalb machte der Kanton als Bauherr für den Neubau in Salez klare Vorgaben betreffend der Nachhaltigkeit: geringer Stromverbrauch, Verzicht auf Gebäudesteuerungen und Lüftungen (mit Ausnahme von Küche, Mensa und Sälen), lang­lebige Konstruktion, einfacher Unterhalt, grosse Raumhöhen, natürliche Belüftung und Beleuchtung.

Flexibel für ändernde Nutzungsansprüche

Alles werde mit den künftigen Nutzern ausgetestet, teilweise erfolge aufgrund von deren Rückmeldungen noch ein «Feintuning» während des Bauprozesses. So wies Remo Wirth vom siegreichen Architekturbüro Andy Senn in St. Gallen auf die Herausforderungen hin, welche die Vorgaben des Bauherrn brachten. Grosse Bedeutung habe die Beschattung, die auf der Südseite durch eine Baumallee erfolge. Ein Vordach sorgt für weitere Beschattung und Witterungsschutz, Oblichter bringen eine natürliche Beleuchtung.

Zwischenwände können für sich ändernde Nutzungsansprüche angepasst werden. Die sehr reduzierte Haustechnik muss solchen Verschiebungen flexibel angepasst werden können. Deshalb muss sie frei zugänglich sein und ist überall sichtbar angebracht, also Aufputz und nicht in den Zwischenwänden und -decken. Wirth nannte es anspruchsvoll, alles funktionell und gleichzeitig optisch ansprechend zu realisieren.

Madlen Tüxsen vom Ingenieurbüro Merz Kley Partner AG in Altenrhein nannte die Herausforderungen, welche betreffend der Statik zu meistern waren, mit einer umfassenden Pfählung auf dem teils «schwimmenden», stark torfigen Untergrund.

Beim Neubau wurde der SIA-Effizienzpfad verfolgt

Haustechnikplaner Richard Widmer aus Wil wies auf den Pilotcharakter der Haustechnik hin. Beim Neubau habe man den SIA-Effizenzpfad verfolgt und nicht jenen der Minergie-Bauweise. Die grösste Herausforderung sei gewesen, wie man das natürliche Lüften über die Fenster lösen kann – ohne Lüftungsanlage. Durch die Beschaffenheit der Gebäudehülle, die ausgeklügelte Beschattung und das Oberlicht sowie ein spezielles Lüftungs­system mit der Abluft-Führung zu einem «Austrittspunkt» im Dach wurde das erreicht. Auch hier hätten sich die künftigen Nutzer immer einbringen können.

Den Standard Lowtech als Ziel habe man erreicht, zeigte Richard Widmer mit Zahlen auf. Die Werte bei der Primärenergie sind sehr gut, und auch jene beim Treibhausgas stimmen, trotz der Einrechnung der Autofahrten der Nutzer, weil das LZSG etwas ausserhalb liegt. Der Bau erfülle im energetischen Bereich die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft.

Abschliessend bedankte sich Sepp Fust, neuer Geschäftsführer der Lignum Holzkette, bei den Referenten für das betreffend der Materialisierung aussergewöhnliche Bauprojekt. Lediglich das Untergeschoss und die Bodenplatte des Erdgeschosses sind in Stahlbeton ausgeführt. Die Tragstruktur der Obergeschosse dagegen ist – mit Ausnahme der Holz-Beton-Verbund-Decken – eine reine Holzkonstruktion. Die Holzstruktur ist auch im Innern des Gebäudes direkt wahrnehmbar.

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