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Sapperlott-Theater spielt ein Stück über den Mut zur Akzeptanz

Die Theatergruppe Sapperlott von der EMK Sevelen thematisiert mit der diesjährigen Aufführung «Bist du noch da?» eine alltägliche Situation im Zusammenleben.
Heidy Beyeler
Die Theatergruppe Sapperlott begeisterte das Publikum an der Premiere. (Bilder: Heidy Beyeler)

Die Theatergruppe Sapperlott begeisterte das Publikum an der Premiere. (Bilder: Heidy Beyeler)

Wenn sich in einer Zweierbeziehung der Alltagstrott einschleicht, haben sich die Betroffenen oft nicht mehr viel zu sagen. Das zeigt das Sapperlott-Theater «Bist du noch da?» mehr als deutlich auf. Die Autoren haben sich mit der neusten Aufführung an ein Thema aus dem Alltagsleben gewagt, über das man nicht gerne spricht.

Das Theaterstück, das eigens für das Sapperlott-Theater geschrieben wurde, verführt zum Nachdenken über die eigene Situation in einer Beziehung mit einem Menschen, den man gern hat. Wenn Nörgeleien zum Alltag werden, wenn sie oder er nicht mehr zuhört, wenn er oder sie mit seinem Gegenüber sprechen oder einfach plaudern möchte, dann ist es schon arg. Das Ehepaar Huber präsentierte auf der Bühne ein derartiges Spiegelbild des Alltags.

Von Mukiturnern bis zu Leitern und Vorstand

Auf Initiative der Ehefrau Melanie suchen sie und ihr Ehemann Paul in der Krise Hilfe bei einer Partnerberaterin. Ehemann Paul wähle den Weg des geringsten Widerstandes, um den Gesprächen bei der Psychologin aus dem Weg zu gehen. Aus seiner Sicht hat er gute Gründe dafür: «Ich hatte nicht viel Zeit, mich vorher damit zu beschäftigen; das bringt eh nichts; und teuer ist die Beratung auch noch.» Und dann setzt er zum «Kampf» an: «Ich will Melanie nicht mehr und ich lasse mich schon gar nicht in irgendeiner Art überreden.» Melanie wehrt sich: «Die Beziehung mit dir ist mir immer noch wichtig!» Paul wird laut: «Je schneller wir die Beziehung beenden, desto besser.»

Auch musikalische Einlagen gehören zur Produktion «Bist du noch da?».

Auch musikalische Einlagen gehören zur Produktion «Bist du noch da?».

Damit hat Paul seine Pflöcke eingeschlagen. Die Psychologin appelliert an seine Grossherzigkeit. «Geben Sie doch ihrer Frau eine Chance.» Paul wird noch lauter. Er ist nicht bereit, die Beziehung mit Melanie weiter aufrechtzuerhalten. Damit schürt er den Verdacht von Melanie, er sei eine neue Beziehung eingegangen – ein Missverständnis, das ohne offenes Gespräch im Raum stehen bleibt.

Mit diesem Einstieg zur Partnerkrise setzte die Theatergruppe Sapperlott ein Klischee in den Raum. Darüber wird nicht gerne gesprochen. Ist es wirklich so, dass abends der Mann nur noch vor der Glotze hockt und Sportsendungen konsumiert, während die Partnerin vorzugsweise mit ihrem Mann über ihre Beziehung sprechen möchte?

Das Theater «Bist du noch da?» regt zum Nachdenken an. Was war einst beim ersten Kennenlernen, später beim Zusammenziehen in die gemeinsame Wohnung und wie ist es heute im Alltag? Achtsam mit einer gewonnenen Beziehung umzugehen bedeutet viel, das vermittelte das Theater «Bist du noch da?» auf einfühlsame Weise.

Gutes Theater, gutes Essen und interessante Gespräche

Bei einem guten Essen zwischen dem ersten und dem zweiten Teil – zubereitet und serviert von Mitgliedern der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) – gab es zum Thema Beziehungen angeregte, offene Gespräche; auch mit fremden Menschen, denen man erstmals begegnete.

Ein Happy-End gab es dennoch. Melanie und Paul haben wieder zueinandergefunden. Der EMK-Chor sang zum Schluss ein Lied mit passendem Text. Das Theater Sapperlott «Bist du noch da?» trägt dazu bei, mittels gegenseitiger Akzeptanz Krisen zu überdenken und sorgfältig anzugehen, statt die Flinte ins Korn zu werfen.

Hinweis Weitere Aufführungen: 7./8. und 9. Dezember, jeweils um 19 Uhr auf Anmeldung, Telefon 079 271 67 89 (keine Abendkasse).

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