Der katholische Konfessionsteil unterstützt drei Hospize finanziell

In den Hospizen im Werdenberg, in der Stadt St.Gallen und in Hurden können unheilbar kranke Menschen ihren letzten Lebensabschnitt in Würde verbringen. Sie erhalten bald weitere finanzielle Unterstützung, und zwar durch den katholischen Konfessionsteil.

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Im Hospiz im Werdenberg wird für eine würdige letzte Phase des Lebens gesorgt. Der katholische Konfessionsteil will für den hier geleisteten Dienst am Menschen vier Jahre lang Betriebsbeiträge an die ungedeckten Kosten leisten.(Bild: PD)

Im Hospiz im Werdenberg wird für eine würdige letzte Phase des Lebens gesorgt. Der katholische Konfessionsteil will für den hier geleisteten Dienst am Menschen vier Jahre lang Betriebsbeiträge an die ungedeckten Kosten leisten.(Bild: PD)

(sda) Die Finanzierung dieser Institutionen ist bisher nicht gesichert. Der katholische Konfessionsteil des Kantons St. Gallen will die drei Hospize in der Ostschweiz deshalb für die nächsten vier Jahre mit Betriebsbeiträgen unterstützen. Beantragt sind insgesamt 540000 Franken für den Zeitraum 2020 bis 2023. Das Katholische Kollegium (Parlament des Konfessionsteils) entscheidet am 18. Juni über die Vorlage.

Vorerst befristet auf vier Jahre

Den Anstoss hatte im November 2018 eine Motion «Würdevolles Sterben im Hospiz namhaft unterstützen» im katholischen Parlament gegeben. Zwar leisten die Gemeinden und der Kanton Beiträge an die Pflege und Betreuung in den Hospizen.

Trotzdem bleiben unter dem Strich nicht finanzierte Kosten von bis zu 246 Franken pro Bewohner und Tag. Um diese zu decken, müssen die drei Institutionen pro Jahr rund eine Million Franken Spenden sammeln.

Seelsorge und Diakonie, Dienst am Menschen

Hier will der katholische Konfessionsteil in die Bresche springen, vorerst befristet auf vier Jahre. Wie die Hospize danach ihr spezialisiertes stationäres Angebot der Palliative Care weiter finanzieren, ist heute unklar.

«Meiner Meinung nach handelt es sich bei der Finanzierung der stationären Einrichtungen der Palliative Care um eine staatliche Aufgabe»

sagt Martin Gehrer, Präsident des katholischen Administrationsrats. Trotzdem gebe es gute Gründe für die Kirche, die Hospize mit Betriebsbeiträgen zu unterstützen. Dazu gehören die Seelsorge und die Diakonie, der Dienst am Menschen.

«Menschen zu stärken, Glauben zu leben, Hoffnung zu wecken, in Liebe einfach da zu sein. Die Begleitung Kranker und Sterbender zählt zu den wichtigen Grundvollzügen der Kirche»

heisst es in der Vorlage. Der Dienst, den die Hospize leisten, decke sich mit den christlichen Werten. Zur Seelsorge gehört auch, mit den Betroffenen zu beten, über den Tod und andere spirituelle Themen zu sprechen sowie Gottesdienste und Rituale zu gestalten.

In den Hospizen in St. Gallen und in Grabs nehmen Seelsorgende der katholischen und reformierten Kirche diese Aufgabe wahr. Ein wichtiger Punkt für Gehrer ist: «Es gibt keinen Exit.» Die Hospize bieten keine aktive Sterbehilfe an, sie sind eine Alternative zum Exit.

50000 Franken für das Hospiz Grabs

Die drei Institutionen Hospize, die finanziell unterstützt werden sollen, haben unter den aufgenommenen Personen solche aus dem Kanton St.Gallen.

Jährlich 50000 Franken soll das Ende 2016 eröffnete Hospiz im Werdenberg in Grabs erhalten. Es befindet sich als eigenständige Abteilung mit fünf Einzelzimmern in den Räumlichkeiten des Pflegeheims Werdenberg. Träger ist ein Zweckverband der Gemeinden der Region. 2018 gab es 1480 Aufenthaltstage, darunter zehn Prozent von Personen aus Liechtenstein sowie vereinzelten aus Graubünden.

Unterstützung auch für St. Gallen und Hurden

Das 2018 eröffnete Hospiz in St. Gallen soll vom katholischen Konfessionsteil bis 2023 jährlich 70000 Franken erhalten. Ein privater Verein ist Träger dieser Institution mit sieben Betten. 2018 wurden 1427 Aufenthaltstage gezählt.

Das Hospiz St. Antonius in Hurden (Kanton Schwyz), wo Baldegger Ordensschwestern mitarbeiten, verzeichnete mit vier Betten 1133 Aufenthaltstage, davon rund ein Drittel von Personen aus dem Kanton St. Gallen. Vorgesehen ist hier ein jährlicher Betriebsbeitrag des katholischen Konfessionsteils St. Gallen von 15000 Franken.