Der Grabser Crossmintonverein Rheintal-Speeders gestaltet den Trainingsalltag vielseitiger: Aus einem Laubbläser wurde eine Ballmaschine

Der Grabser Crossmintonverein Rheintal-Speeders präsentiert sich im Coronajahr von seiner innovativen Seite. Nun kann man im Verein mit einer vom Präsidenten selbstgefertigten Ballmaschine trainieren.

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Rheintal-Speeders-Präsident Emanuel Meier hat seine Idee perfekt umgesetzt – jetzt kann trainiert werden.

Rheintal-Speeders-Präsident Emanuel Meier hat seine Idee perfekt umgesetzt – jetzt kann trainiert werden.

Bild: Robert Kucera

(wo) Premierenabend am Montag in der Turnhalle Kirchbünt in Grabs: Die Rheintal-Speeders trainierten erstmals mit einer Ballmaschine Marke Eigenbau. In verwandten Sportarten wie Tischtennis oder Tennis gehört so ein Apparat zum Standardobjekt in jedem Verein und ist in Fachgeschäften erhältlich. In der noch jungen Sportart Crossminton steht das Pendant noch aus.

Wie Rheintal-Speeders-Präsident Emanuel Meier erklärt, seien zwar Badminton-Ballmaschinen auf dem Markt, die ebenfalls mit Shuttles statt mit Bällen funktionieren. Doch da die Shuttle-Beschaffenheit eine ganz andere sei und die Badminton-Shuttles vor dem Ausstossen zusammengepresst werden, ist sie nicht kompatibel mit den Crossminton-Shuttles. Es ist zu befürchten, dass das Spielobjekt einen höheren Verschleiss aufweist und folglich rasch kaputtgeht.

Ein Trainingshilfsmittel, das allen zugutekommt

Die Idee einer Ballmaschine trägt Meier schon eine Weile mit sich rum. Denn im Training zeigte sich, dass man als Spieler bei Übungen den Shuttle häufig nicht so platzieren kann, dass das Gegenüber den zu übenden Schlag vortragen kann. Hier hilft die Maschine enorm. «So kann man die Schläge effektiver trainieren und regelmässig die gleichen Bewegungsabläufe für die Grundschläge ausführen. Für Anfänger ist es so einfacher, die Sportart zu erlernen», erklärt der Präsident.

Vom neusten Schmuckstück des Vereins profitieren alle. Auch die Turnierspieler sind froh, wenn sie auf diese Art und Weise die Grundschläge verinnerlichen können. Eine weiterer Grund zum Bau ist der Ehrgeiz des Präsidenten, bei den Rheintal-Speeders Monotonie und Stillstand zu vermeiden.

«Wir sind ein Verein, der am Wachsen ist. Deshalb muss man den Mitgliedern immer Neues bieten.»

In der Coronazeit, so erzählt Emanuel Meier, habe er viel Zeit zum Nachdenken gehabt. «Schliesslich habe ich mich in die Werkstatt eingesperrt und ein bisschen gewerkelt.» Als die Theorie erst mal ausgereift war, ging es in der Praxis blitzschnell: Nach fünf, sechs Arbeitsstunden war die Ballmaschine erstellt. Kostenpunkt: 800 Franken.

Die Idee zum Eigenbau mit Hilfe eines Laubbläsers hat er von einem deutschen Crossminton-Kollegen der bereits einen erfolgreichen Versuch gestartet hatte. «Das man auf diese Weise eine Ballmaschine fertigen kann, gab mir keine Ruhe», blickt der Landschaftsgärtner zurück. Seine berufliche Erfahrung half, dass das geeignete Modell rasch gefunden war. «Ein leistungsfähiger Akku-Laubbläser und kein 08/15-Modell», wie Emanuel Meier betont.

Danach ging es an die Arbeiten an der Holzkiste, an welcher der Laubbläser installiert wurde und auch der Lärmdämmung dient. Der vordere Teil der Kiste weist eine grosszügige Öffnung auf. Hier erfolgt die Einstellung von Höhe und Winkel.

Lärmimmission kann noch verringert werden

Einer der ersten, welcher die Ballmaschine testen durfte, war Marc Beeler. «Diese Maschine ist wirklich cool. Man kann so bestimmte Schläge über eine längere Weile üben – und merkt mit der Zeit, wie streng es ist, wenn man denselben Grundschlag immer wieder macht.»

Ein Shuttle folgt dem nächsten: Marc Beeler hat am Premierenabend alle Hände voll zu tun.

Ein Shuttle folgt dem nächsten: Marc Beeler hat am Premierenabend alle Hände voll zu tun.

Bild: Robert Kucera

In der Tat forderte des Präsidenten Meisterwerk die Spieler. Respektive waren es jene Rheintal-Speeders, welche die Maschine mit Shuttles fütterten. Zwischen zwei Schlägen bliebt kaum Zeit zum Verschnaufen. «Das ist sogar gut so», gewinnt Beeler dem strengen Rhythmus Positives ab.

«Denn wenn man in einem Match einen Gegner hat, der die Shuttles schneller retourniert, ist man froh um diese Übung mit der Ballmaschine.»

Die Feuertaufe war also erfolgreich. Und in den nächsten Trainings werden sämtliche Spieler den umfunktionierten Akku-Laubbläser wohl ins Herz schliessen.

Emanuel Meier äussert sich derweil zufrieden mit dem Prototypen und ist stolz, dass man der erste Schweizer Verein ist, der so eine Ballmaschine besitzt. «Natürlich hat man bei diesem ersten Mal gesehen, was man verbessern kann», deutet er an, dass die Bastelei noch nicht ganz abgeschlossen ist.

Das Feintuning steht an. Zum Beispiel die weitere Eindämmung der Lärmimmission. Hier wird er nach Lösungen suchen. Und im Training gilt: Learning by Doing. Vom richtigen Einwurf der Shuttles bis hin zur Positionierung des Ausgangsrohrs wird noch gepröbelt.