Der Christbaumverkauf der Werdenberger Ortsgemeinden ist defizitär

Die Bevölkerung darf sich freuen: Der vergleichsweise günstige Christbaum ist sozusagen ein Weihnachtsgeschenk der Ortsgemeinden und der Forstgemeinschaften an die Einwohnerinnen und Einwohner. Für die Ortsgemeinden und Forstgemeinschaften aus dem Werdenberg und Obertoggenburg ist es ein Verlustgeschäft.

Alexandra Gächter
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Die günstigsten Christbäume können die Gamserinnen und Gamser für fünf Franken kaufen.

Die günstigsten Christbäume können die Gamserinnen und Gamser für fünf Franken kaufen.

PD

Am Samstag startet vielerorts der Christbaumverkauf der Ortsgemeinden und Forstgemeinschaften. Abgesehen von den Gamsern zahlen alle je nach Grösse des Baumes. Verdienen können die Ortsgemeinden und Forstgemeinschaften dabei nicht. Im Gegenteil, sie zahlen ein paar wenige Tausend Franken drauf. Das Angebot wird trotzdem aufrecht erhalten. Aus Tradition, als Dienst für die Gemeinschaft oder eben als Weihnachtsgeschenk.

4000 bis 5000 Franken gehen zu Lasten der Ortsgemeinde Gams

Am grosszügigsten erweist sich dabei die Ortsgemeinde Gams. Bis zu 350 Christbäume aus der Region gibt sie auch am Samstag, 21. Dezember, wieder an die Gamser Einwohner ab. Etwa jeder zehnte Gamser lässt es sich nicht entgehen, für einen Unkostenbeitrag von fünf Franken eine Rottanne zu beziehen. Bis zu zehn Jahre lang wurden die Bäume gehegt und gepflegt. Nebst dem Fällen und dem Bereitstellen der Bäume, benötigt es Personal beim Verkauf. All dies kostet Zeit und Geld. «Der Christbaumverkauf ist klar defizitär. Der Verlust beträgt etwa 4000 bis 5000 Franken», sagt der Gamser Ortsgemeindepräsident Karl Lenherr.

Gedeckt wird dieses Defizit mit dem Ortsgemeinde-Erlös aus der Forst- und Alpwirtschaft, dem Wärmeverbund und der Liegenschaftsverwaltung. «Die Ortsgemeinden sind verpflichtet, gewisse Leistungen gegenüber der Bevölkerung zu bringen», sagt Karl Lenherr. Die Christbaumabgabe ist eine dieser Leistungen. Davon profitieren können alle Gamser Einwohner. Diese Art der Abgabe pflegen die Gamser seit 1997. Davor konnten die Tannen einige Jahre sogar kostenlos bezogen werden.

Zusätzlich kostenlose Tannenäste für die Bevölkerung

Die Ortsgemeinde Wartau verkauft jährlich um die 160 regionale Rot- und Nordmanntannen von 20 bis 200 Franken. Zudem verschenkt sie Ende November jeweils drei Anhänger voll mit Tannenzweigen für die Adventsgestecke. Das daraus entstehende Gesamtdefizit von ungefähr 4000 Franken trägt die Ortsgemeinde Wartau, wie Revierförster Ernst Vetsch mitteilte.

Die Ortsgemeinden von Sennwald verkauften früher ebenfalls Christbäume. Jetzt hat das die Forstgemeinschaft Sennwald übernommen. Dieses Jahr verkauft sie die Christbäume erstmals bei der Talstation Staubern. Zusammen mit einem kleinen Markt und einem Märliabend versprechen sich die Organisatoren am Samstag, 14. Dezember, mehr Kundschaft. Auch in Sennwald variieren die Preise der Rot-, Weiss- und Nordmanntannen je nach Grösse. Defizitär ist das Geschäft auch hier. «Der Verlust beträgt etwa 2000 bis 3000 Franken und wird unter Werbung verbucht», sagt Betriebsleiter Hans Tinner. «Einen Glühwein gibt es auch noch dazu. Es ist eine Tradition, die wir aus gutem Willen aufrechterhalten. Wir können ja nicht einfach sagen, so ab diesem Jahr gibt es keine Christbäume mehr.»

Kostenlose Christbäume für Alppfleger

Die Einwohner des obersten Toggenburgs können ebenfalls am Samstag, 14. Dezember, in von der Ortsgemeinde Alt St. Johann regionale Christbäume für 25 bis 60 Franken beziehen.

Die Forstgemeinschaft Grabus, zu der Buchs, Grabs und Sevelen gehört, verschenken in der Woche vor Weihnachten gut 50 regionale Christbäume an Behördenmitglieder und Alppfleger, welche das Jahr durch verschiedene Arbeiten auf den Alpen verrichtet haben.

Christbaumverkauf:
Samstag, 14. Dezember, 9-12 Uhr: Werkhof Alt St. Johann;
Samstag, 14. Dezember, 9-11 Uhr: Oberau, Weite und Obere Säge, Oberschan;
Samstag, 14. Dezember, 10-12 Uhr: Dorf Fontnas;
Samstag, 14. Dezember, 13-20 Uhr: Talstation Staubern, Sennwald;
Montag, 16. Dezember, und Dienstag, 17. Dezember, 13-17.30 Uhr: Dornau, Azmoos;
Samstag, 21. Dezember, 13-14 Uhr: Hültsch, G
ams