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Drei Generationen «Schäfli»-Sepp: Dem Nachwuchs die schönen Seiten an der Gastronomie zeigen

«Geschlossen»-Schilder an Wirtshäusern gehören in Wildhaus-Alt St. Johann zum täglichen Anblick. Doch es geht auch anders, einige investieren oder können den Betrieb der jüngeren Generation übergeben.
Adi Lippuner
Mit «Schäfli»-Sepp der Alte, Sepp Junior und Sepp der Dritte gibt es im Gasthaus Schäfli drei Generationen Sepp. (Bild: Adi Lippuner)

Mit «Schäfli»-Sepp der Alte, Sepp Junior und Sepp der Dritte gibt es im Gasthaus Schäfli drei Generationen Sepp. (Bild: Adi Lippuner)

Ob im obersten Toggenburg oder in anderen Regionen: Aus einstigen Dorftreffpunkten sind Wohnungen oder Bed and Breakfast, also Frühstückspensionen entstanden. Der Wandel der Zeit, und das veränderte Ausgehverhalten der Bevölkerung lässt immer mehr Wirte aufgeben. So sind allein in der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann in der jüngsten Zeit mehr als ein halbes Dutzend Gasthäuser geschlossen oder in ein neues Beherbergungskonzept umgewandelt worden.

Hotel Acker ist ein Negativbeispiel

Prominentestes und wegen seiner exponierten Lage auch weitherum sichtbares Negativbeispiel ist das schon seit längerem geschlossene und dem Verfall preisgegebene Hotel Acker. Andere Veränderungen haben sich im Stillen vollzogen. Aus einem Restaurant mit Hotel wurde ein Gruppenhaus, am Platz mit der schönsten Aussicht in Wildhaus entstand ein Altersheim und andere Betriebe wurden vom Hotel mit Restaurant zu einem Bed and Breakfast. Bei einigen hängt das «Geschlossen»-Schild oder die Öffnungszeiten wurden verkürzt.

Die Familientradition hochhalten

Doch es geht auch anders, wie positive Beispiele zeigen. Im Hotel Hirschen in Wildhaus, einem Traditionsbetrieb, der seit Generationen im Familienbesitz ist, wurde kräftig investiert. Auch im Hotel Alpenrose, das übrigens 365 Tage im Jahr geöffnet hat, packt bereits die nächste Generation mit an. Und der «Schäfli»-Sepp, sozusagen ein Beizer von altem Schrot und Korn, freut sich, dass bereits die dritte Generation Sepp den Gästen mit einem Lächeln begegnet.

Doch was macht eigentlich den Erfolg einer Dorfbeiz aus? «Schäfli»-Sepp der Alte, wie sich Sepp Senior selbst bezeichnet, meint dazu:

«Wir haben unseren Kindern schon früh die schönen Seiten unseres Berufs gezeigt. Das bedeutet, dass der Nachwuchs bei uns im Betrieb war und – entsprechend ihrem Alter – auch in der Küche mithelfen durfte.»

Zu Beginn sei es mehr ein Zuschauen und Probieren der Speisen gewesen, später dann ein wirkliches Anpacken. Zudem habe er zusammen mit seiner Frau Yolanda auch Freizeit mit den Kindern genossen.

Dreimal «Schäfli»-Sepp unter einem Wirtsdach

«Schäfli»-Sepp der Alte hat den Betrieb in Alt St. Johann von 1980 bis 2009 geführt. Dann übergab er an seinen Sohn, also «Schäfli»-Sepp Junior. Seit Oktober 2018 lacht nun «Schäfli»-Sepp der Dritte den Gästen entgegen. Michaela und Sepp Junior haben ihren Sohn Josef Arthur getauft und damit den Grosseltern wohl das schönste Geschenk gemacht, das sich ein «Beizer mit Leib und Seele», wie der Senior von seinen Stammgästen bezeichnet wird, wünschen kann.

«Ob unser jüngster Sepp dereinst in unsere Fussstapfen treten wird, ist zum heutigen Zeitpunkt völlig offen. Fest steht, der wird schon als Kleinkind in den Betrieb mit einbezogen und lernt die schönen Seiten unseres Berufs kennen», so Sepp Junior. Denn er müsse das Haus nicht am frühen Morgen verlassen und komme, je nach Distanz zum Arbeitsplatz, erst am Abend wieder heim.

«Unsere Familie ist den ganzen Tag zusammen, wir arbeiten, sitzen zum Essen am gleichen Tisch und bewältigen die anstehenden Aufgaben gemeinsam.»

Die beiden aktiven Generationen sind sich einig, dass dies unbestreitbare Vorteile mit sich bringt. Zudem hat Sepp Senior schon vor Jahren seine Liebe zu Brauchtum und Tradition in den Betrieb integriert. «Wir organisieren immer wieder Ausstellungen, demnächst über das Zubehör von Trachten», war bei einem Besuch im «Schäfli» zu erfahren.

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