Fabriggli-Präsidentin Katharina Schertler Secli: «Uns eilt ein wunderbarer Ruf voraus»

Am Samstag ist die 39. Hauptversammlung des Fabriggli-Vereins über die Bühne gegangen. Präsidentin Katharina Schertler Secli blickte auf ein emotionales und erfolgreiches Jahr zurück.

Bianca Helbling
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Die diesjährige Hauptversammlung stand ganz im Zeichen des Abschieds und des Aufbruchs. Katharina Schertler Secli wandte sich mit ihrem Jahresbericht an die rund hundert Mitglieder, die sich am vergangenen Samstag im Fabriggli-Saal eingefunden hatten. Die jahrzehntelange Theaterleiterin und eigentliche Seele des Fabriggli, Hedy Sutter, ist letztes Jahr verstorben. Die Vorstandsmitglieder berichteten aus ihren Ressorts und liessen vergangene Anlässe, musikalische Höhepunkte und komödiantische Sahnehäubchen Revue passieren.

Der Akkordeonist Nando Betschart untermalte das Programm. (Bild: Bianca Helbling)

Der Akkordeonist Nando Betschart untermalte das Programm. (Bild: Bianca Helbling)

Der gute Ruf hilft auch bei der Gagenverhandlung

Eine besondere Herzensangelegenheit stellt das Kinderprogramm dar: 2018 konnte das Fabriggli in 26 Vorstellungen rund 2500 Kinder und Jugendliche in die Theaterwelt entführen. Insbesondere die hauseigenen Theaterprojekte entwickelten sich erfolgreich. Schertler Secli erklärte: «Wir schenken diesem Angebot eine besondere Bedeutung. Theaterspielen und -schauen fördert alle Sinne: Verlässlichkeit, Beweglichkeit, Sprache, Emotionen, kulturelles Wissen und mehr».

Anschliessend gewährte Claudia Novotny einen Einblick ins Theaterressort. An einem konkreten Beispiel zeigte sie die anfallenden Aufgaben auf. Sie geniesst den Austausch mit den Künstlern und bietet ihnen zuweilen auch ihr eigenes Zuhause als Übernachtungsmöglichkeit an. Häufig bekomme sie einen Dank von den Künstlern für die zuvorkommende Betreuung. Und Schertler Secli ergänzt: «Wir haben das Glück, dass uns ein wunderbarer Ruf vorauseilt. Immer wieder kommen Künstler gerne ins Fabriggli zurück. Das hilft uns natürlich auch bei der Gagenverhandlung.»

Diese erfolgreichen Verhandlungen schlagen sich auch in der Jahresrechnung nieder. Trpi Brzovic präsentierte die Zahlen. Auffallend: «Wir haben öfter und grössere Konzerte veranstaltet.» Rund 30000 Franken Verlust stehen einem sehr erfolgreichen Beizli-Jahr gegenüber. Somit resultierte für letztes Jahr ein Gewinn von 10000 Franken. Damit plant das Team Investitionen im Wert von 60000 Franken für eine neue Website und Equipment.

Zum Schluss werden bei den Wahlen Claudia Novotny und Svetlana Pavlova zur neuen Theaterleitung ernannt. Die beiden Frauen sind laut Schertler Secli mutig und motiviert genug, die grossen Schuhe von Hedy Sutter anzuziehen und ihr Lebenswerk weiterzuführen.

Abwechslungsreiche Akkordeonkunst

Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Nando Betschart. Der Akkordeon-Virtuose faszinierte das Publikum mit einem Mix aus verschiedenen Musikstilen und eigenen Kompositionen. Dabei scheute er sich auch nicht, selbst zu singen und stellte mit dem Loop-Gerät und viel Kreativität ein stattliches Einmann-Orchester dar. Bei Klassikern wie «Matilda» von Harry Belafonte und «Azzurro» von Paolo Conte sangen nicht wenige Gäste mit. Mit Schalk und Charme führte der Ostschweizer durch sein Repertoire. Mal melancholisch, mal rasant und aufgestellt zeigte Nando Betschart zahlreiche Varietäten an seinem vielfältigen Instrument.