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Daumen drücken für beide Fussballteams

Der Schwede Göran Hagne aus Grabs hat während der Fussball-WM sowohl mit seinen Landsleuten als auch mit der Schweiz mitgefiebert. Nun kommt es im Achtelfinal zum brisanten Direktduell .
Robert Kucera
Göran Hagne fühlt den Achtelfinalisten Schweden und Schweiz auf den Zahn und ist überzeugt: Es geht ins Penaltyschiessen. (Bild: Robert Kucera)

Göran Hagne fühlt den Achtelfinalisten Schweden und Schweiz auf den Zahn und ist überzeugt: Es geht ins Penaltyschiessen. (Bild: Robert Kucera)

Der 69-jährige Zahnarzt hat zwei Herzen in der Brust. Auf der einen Seite ist Göran Hagne Schwede. Auf der anderen Seite lebt er schon seit 39 Jahren in der Schweiz – also länger als in seiner Heimat. Doch was heisst schon Heimat? «In den Sommerferien fahre ich nach Hause nach Schweden. Und wenn die Sommerferien vorbei sind – fahre ich auch nach Hause», so Hagne.

Dass er gleich so lange in Mitteleuropa bleiben würde, hätte er vor vier Jahrzehnten nicht gedacht. Inspiriert durch Berufskollegen, die Erfahrungswerte im Ausland sammeln wollten, verschlug es Göran Hagne erst nach Luzern, dann nach Liechtenstein, ehe er im Werdenberg heimisch wurde. «Ich dachte damals, dass ich nur ein Jahr bleibe», erinnert sich der Zahnarzt an die Anfänge. Nun sind es 39 geworden und es werden noch viele mehr folgen. Denn das Heimweh hält sich in Grenzen. Dies liegt daran, dass er sich sehr wohl fühlt und dass Schweden, wie er sagt, «nicht so weit weg ist».

«Egal, wer gewinnt – es ist ein Sieg für uns»

Und nun kommt es ausgerechnet an der Fussball-WM in Russland zum Direktduell. Diese Konstellation bezeichnet Göran Hagne als «hochinteressant». Hätte er allerdings einen Wunsch frei, wären diese Teams erst im Final aufeinander getroffen. So wie vor eineinhalb Monaten an der Eishockey-WM. «Den Schweizern hätte ich den
Titel gegönnt», sagt der Schwede mit Blick auf die ruhmreiche WM-Vergangenheit der «Tre Kronor» mit elf WM-Titeln. Doch die Schweiz unterlag im Penaltyschiessen. Für viele Eidgenossen, die sich für beide Sportarten interessieren, stellt das Achtelfinalspiel zwischen Schweden und Schweiz deshalb die Gelegenheit zum Revanche nehmen dar. Für Hagne steht fest: «Die Schweiz hat im Fussball die grösseren Chancen zu gewinnen als im Eishockey.»

«Die Schweiz hat im Fussball die grösseren Chancen zu gewinnen als im Eishockey.»Göran Hagne, Zahnarzt aus Grabs

Das Wohlgefallen gegenüber der Schweiz setzt sich auch auf dem Sportplatz fort. «Egal, wer gewinnt – es ist ein Sieg für uns.» Seine drei Kinder (zwei Söhne, eine Tochter) sind alles Doppelbürger und fiebern wie ihr Vater mit der Schweiz mit. Und auch wenn Göran Hagne seinem Enkel am Telefon noch versichert hat, dass er für beide ist, sieht es tief im Herzen wie folgt aus: «Um ehrlich zu sein: Trifft Schweden auf die Schweiz, bin ich ein bisschen mehr für Schweden.» Doch die ganze Familie wird bei einem Weiterkommen der Schweiz den Eidgenossen im Viertelfinal die Daumen drücken.

Schweizer Trumpf heisst Yann Sommer

Hagne erwartet ein knallhartes und vor allem spannendes Spiel. «Ich tippe auf ein 2:2 nach 90 Minuten und nach Verlängerung. Ich glaube, dass die Schweiz das Penaltyschiessen mit einem Tor Unterschied gewinnt.» Er nennt Torhüter Yann Sommer als Trumpf, der aus seiner Sicht eher in der Lage ist, einen Penalty zu halten als der Schwedische Torwart. Zieht er einen Vergleich zwischen diesen Teams, so sieht er im spielerischen Bereich Vorteile für die Schweiz. «Sie spielen mehr in der Breite, sie sind verteilt über den ganzen Platz.» Dies im Gegensatz zum Gegner: «Die Schweden machen einfach hinten zu, spielen auf Konter. Sie agieren sehr diszipliniert rund um den 16-Meter-Raum, da gibt es kein Durchkommen.» Das Spiel verfolgt er im Kreis der Familie – doch erst nach Feierabend. In der Praxis hält er sich, so gut wie es geht, über die erste Hälfte auf dem laufenden. In der Halbzeitpause geht es schnurstracks nach Hause.

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