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Das Zentrum der Jugendbuchszene liegt in Buchs

Der Jugendbuchverlag da bux hat diese Woche seine vierte Edition auf den Markt gebracht. Und er kann drei Jahre nach der Gründung verschiedene Erfolge vorweisen.
Armando Bianco
Das Verlagsteam: (von links) Stephan Sigg, Alice Gabathuler und Tom Zai. (Bild: PD)

Das Verlagsteam: (von links) Stephan Sigg, Alice Gabathuler und Tom Zai. (Bild: PD)

Es ist eine Erfolgsgeschichte wie sie – genau – im Buch steht. Der Buchser Jugendbuchverlag mit dem passenden Namen da bux hat diese Woche Edition 4 auf den Markt gebracht. Teil davon ist auch das Jugendbuch «Krawallnacht» der Werdenberger Autorin Alice Gabathuler. Sie nimmt die Leser darin mit auf eine Hetzjagd durch Luzern, das von Krawallen rund um ein Fussballspiel erschüttert wird. «Krawallnacht» erscheint in zwei Versionen – einmal aus der Sicht von Alina und einmal aus der Perspektive von Kilian. «Die Leser erleben, wie persönlich geprägt die Wahrnehmung ist», so Alice Gabathuler.

Zweiter Titel für den Jugendbuchpreis nominiert

Da bux wurde im September 2016 als erster Schweizer Jugendbuchverlag lanciert, der Verlagssitz Buchs quasi zum Zentrum der Schweizer Jugendbuchszene erhoben. Das Verlagsteam bilden Alice Gabathuler, Tom Zai aus Walenstadt und Stephan Sigg aus St. Gallen. Das Echo und die Nachfrage fallen ganz zur Zufriedenheit von Alice Gabathuler aus, wie sie im Gespräch mit dem W&O rückblickend sagt. Vor allem Schulen zeigen Interesse am Angebot aus Büchern und kostenlosem ergänzendem Unterrichtsmaterial.

Das Konzept von da bux mit weniger dicken Büchern als üblich (maximal 60 Seiten) hat im Buchmarkt für Aufsehen gesorgt und mittlerweile auch Interesse ausserhalb der Schweiz geweckt. «Die steigende Nachfrage erlaubt es uns, inzwischen auch grössere Auflagen zu drucken», sagt Alice Gabathuler.

Inmitten von Start-ups auf Platz 2

Dieses Jahr wurde schon das zweite Buch aus dem Verlag da bux für den Schweizerischen Jugendbuchpreis Bookstar nominiert. Einen überraschenden Erfolg konnte man im Frühjahr feiern, als man beim Publikumsvoting zum Jungunternehmerpreis der St. Galler Kantonalbank den 2. Platz inmitten von Start-ups und E-Commerce-Unternehmen belegte.

Die Werdenbergerin treibt neben ihrer Verlags- und Autorinnentätigkeit weitere Projekte voran. Sie schreibt derzeit an einem neuen Hörspiel für das Radio. In den vergangenen Jahren erhielt sie für Produktionen in diesem Bereich mehrere Auszeichnungen.

Der Jugendbuchverlag da bux hat sich zum Ziel gesetzt, bei Jugendlichen den Reiz des Lesens zu wecken. Immer mehr Jugendliche fühlen sich von Büchern überfordert oder schlicht nicht angesprochen, weil die Publikationen zu dick oder zu weit weg vom Alltag sind. Es gibt praktisch kaum Schweizer Jugendbücher – Geschichten, die in der Schweiz spielen, die den Alltag von Jugendlichen in der Schweiz wiedergeben.

Allerlei Themen aus dem Spektrum Jugend

Die Verlagsgründer Alice Gabathuler (Werdenberg), Tom Zai (Walenstadt) und Stephan Sigg (St. Gallen) suchen deshalb konsequent nach angesagten Themen besagter Altersgruppe. Sie selbst und eine ganze Reihe weiterer versierter Autorinnen und Autoren thematisieren in ihren Büchern auf maximal 60 Seiten das, was Jugendliche hierzulande beschäftigt: Körperkult, Mobbing, Rollenbilder; Mut und Übermut, Aussenseiter, Angst, Rache oder Biomanipulation, Armut.

Autorin Alice Gabathuler nimmt in ihrem neuen Jugendbuch die Leser mit auf eine atemlose Hetzjagd durch Luzern, das von Krawallen rund um ein Fussballspiel erschüttert wird. Ihr Buch «Krawallnacht» erscheint in zwei Versionen – einmal aus der Sicht von Alina und einmal aus der Perspektive von Kilian. «Die Leser erleben, wie persönlich geprägt die Wahrnehmung ist.»

"Dann war da plötzlich die Idee, die Geschichte aus einer zweiten Perspektive zu schildern: Jeder nimmt ein Ereignis anders wahr."

Abgründe von Gewalt und Hooliganismus, aber auch die Sorge und Loyalität gegenüber Freunden und der Familie. Mit diesen Themen werden die beiden Jugendlichen Alina und Kilian, die Protagonisten, in «Krawallnacht» konfrontiert. «Aber auch mich persönlich beschäftigen diese Themen schon lange», sagt Alice Gabathuler. Zunächst habe sie die Geschichte aus Alinas Perspektive erzählt. «Dann war da plötzlich die Idee, die Geschichte aus einer zweiten Perspektive zu schildern: Jeder nimmt ein Ereignis anders wahr und gerade Jugendliche sind sich oft nicht bewusst, wie subjektiv geprägt unsere Wahrnehmung ist.»

Dass ihr Buch in zwei Versionen erscheint, hat aber auch mit einem anderen persönlichen Anliegen der Werdenbergerin zu tun: «Mir ist es wichtig, auch leseschwache Jugendliche zum Lesen zu motivieren», sagt sie. Deshalb hat sie vor vier Jahren zusammen mit den beiden Autorenkollegen Stephan Sigg aus St. Gallen und Tom Zai aus Walenstadt den da bux Verlag gegründet.

Das innovative Storytelling wird gewürdigt.

«Um Jugendliche für Bücher zu begeistern, sind auch innovative Konzepte gefragt», weiss sie. Ihr Buch-Duo ermögliche Leseexperimente: «Der Leser kann selber wählen, welche Version er zuerst liest. Beim Lesen wird er neugierig auf die andere Version.» Das Storytelling hat auch die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia überzeugt. Sie hat das Projekt mit einem Werkbeitrag unterstützt. Die Bücher von da bux kommen bei den Jugendlichen an und werden in der ganzen Deutschschweiz gelesen.

Dieses Jahr wurde mit «Erwischt» von Katja Alves schon das zweite Buch des Buchser Unternehmens für den Schweizerischen Jugendbuchpreis Bookstar nominiert. Die weiteren Titel der Edition 4 sind «Sex-Ding» von Petra Ivanov und «Totsch» von Sunil Mann.

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