Ausstellung im Fabriggli in Buchs: «Das Spiel mit der Erde stoppen»

Kantischülerinnen machen mit Bildern und ausgewählter Musik ihre innersten Empfindungen und Gedanken zugänglich. Die Ausstellung «Die Muse Musik» im Fabriggli ist sehens- und hörenswert.

Heidy Beyeler
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Die Besucherinnen und Besucher der Kantiausstellung sind begeistert von diesem Bild aus Tuch, Garn und mit Nadel. (Bild: Bilder: Heidy Beyeler)
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Katharina Vonburger wählte für den Text eine besondere Darstellung.

Die Besucherinnen und Besucher der Kantiausstellung sind begeistert von diesem Bild aus Tuch, Garn und mit Nadel. (Bild: Bilder: Heidy Beyeler)

Es ist eine ganz spezielle Ausstellung, welche acht Schüler der Klasse 4G von Barbara Broder (Schwerpunkt Bildnerisches Gestalten) der Kantonsschule Sargans, an der Vernissage vom Freitagabend dem Publikum im Fabriggli präsentierten.

Für Ihre Abschlussarbeiten wählten die Künstler und Künstlerinnen jeweils ein Musikstück als Ausgangspunkt zur Inspiration. Daraus sind acht völlig unterschiedliche Werke entstanden – genauso so unterschiedlich, wie die Menschen, die sie geschaffen haben. Ein «Eyecatcher» war sicher das von Salli Saarinen aus Stoff, Garn und Nadel gefertigte Bild. Sie erzählt damit eine gedankliche Geschichte.

Katharina Vorburger wählte für ihre Arbeit das Format eines Bilderbüchleins. Ein Märchen, ein Traum, aus dem ein Mädchen viel Mut und Kraft für seine Zukunft schöpft – auf dem Weg zur eigenen Bestimmung. Dazu malte Vorburger wunderschöne Bilder mit kurzen Texten und wählte typografische Variationen – je nach Inhalt der Geschichte. Das Publikum war sehr angetan.

Bilder wecken das Nachdenken

«Kein Spiel ist es wert gespielt zu werden» so der Titel zum ausdrucksvollen Bild von Lynn Züst. Dazu wählte sie den Song von Stress «On n’a qu’une terre» (wir haben nur eine Erde). Will sagen: Geben wir doch unserer Welt und uns selber eine Chance. Lynn Züst drückt mit ihrem Bild ihre Sorgen um die Zerstörung der Umwelt aus und hofft, dass die kommende Generation es schafft, die jetzige Entwicklung umzudrehen.

Kleine und grössere Pyramiden wählte Marc Kressig für sein dreidimensionales Bild, das er Progression nennt. Er liess sich von einem Song inspirieren, bei dem es um die Suizidbehandlung geht. Die kleinen, schwarz-weissen Pyramiden stellen ein ödes, bedrücktes Leben dar, die grösseren, bunten und fröhlich wirkenden Pyramiden stimmen zuversichtlich.

Weitere Exponate gilt es im Foyer des Kleintheaters Fabriggli zu entdecken: John Mika liess sich vom Jazz inspirieren; Maria Wenzel sammelte Aussagen von Menschen, die sich in gewissen Situationen wie eine Fruchtfliege fühlen; Zoe Dürr zeigt mit ihrem Sujet zwei verschiedene Seiten, die eigentlich jeder Mensch mit sich trägt – auf der Frontseite und auf dem Rücken; und Vanessa Brutschin, zeichnete in einer Art Collagen Erinnerungsstücke, und «das, was uns von den schönen Momenten bleibt. Erinnerungen, die mit Menschen, Liedern und Orten verknüpft sind, auch wenn sich alles verändert».

Ausstellung mit viel Tiefgang

Die Ausstellung der Kantonsschüler der Klasse 4G beeindruckte die Vernissagebesucher. Sie waren begeistert und überrascht ob soviel Tiefgang, den die Schülerinnen und Schüler in ihre Werke einbrachten. Wer die Werke, inklusive des jeweiligen Musikstückes im Fabriggli geniessen möchte, tut gut daran, sein Smartphone mitzunehmen. Vor Ort können Besucher die entsprechende App mit den einzelnen Musikstücken herunterladen, um mit den mitgebrachten Kopfhörer Musik und Bild auf sich einwirken zu lassen. Die Ausstellung kann bis zu den Frühlingsferien während der Fabriggli-Veranstaltungen besichtigt werden.