Gesundheitsversorgung
Das Sarganserland soll das Spital Walenstadt kaufen

Ein Grossteil der Sarganser Gemeindepräsidenten möchte anscheinend prüfen, ob sie das Spital Walenstadt erwerben sollen.

Reto Vincenz
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Die acht Sarganserländer Gemeinden sollen das Spital Walenstadt kaufen und mit dem Kantonsspital Graubünden einen Pachtvertrag abschliessen.

Die acht Sarganserländer Gemeinden sollen das Spital Walenstadt kaufen und mit dem Kantonsspital Graubünden einen Pachtvertrag abschliessen.

Bild: Ralph Ribi

Es ist ein Plan in drei Phasen, der bis Ende 2022 klären soll, ob das Spital Walenstadt von der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland an eine neue Trägerschaft übertragen und damit ein längerfristiger Betrieb gesichert werden kann.

Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital Graubünden?

Im Fokus steht eine Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital Graubünden. Die St.Galler Regierung hat dazu eine Projektgruppe eingesetzt, die sich in drei Ausschüssen organisiert. Dazu gehört ein Lenkungsausschuss, dem unter anderem Regierungsrat Bruno Damann angehört.

Die erste Phase dauert gemäss offiziellem Zeitplan bis zum 31. Juli. Dabei sind «Fragen betreffend Sicherstellung des Spitalbetriebs Walenstadt zu identifizieren und Fragen betreffend Schnittstellen zur Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland, insbesondere zu Kompetenzen, Haftpflicht- und Personalrecht, zu klären», wie die St.Galler Regierung verlauten liess. Und es geht darum, Absichtserklärungen über das zukünftige Leistungsangebot des Spitals und über die Veräusserung bzw. die Übernahme der Liegenschaft des Betriebes zu erarbeiten.

Kaufen und in einer zweiten Phase sanieren

Dabei ist es der letzte Punkt, der die Bürgerinnen und Bürger im Sarganserland in den kommenden Monaten und Jahren noch intensiv beschäftigen könnte. Denn es sind gemäss Informationen des «Sarganserländers» die acht Gemeinden Quarten, Walenstadt, Flums, Mels, Sargans, Vilters-Wangs, Bad Ragaz und Pfäfers, welche das Spital Walenstadt und die dazugehörigen Liegenschaften kaufen und in einer zweiten Phase auch sanieren sollen.

Das Kantonsspital Graubünden als designierte Betreiberin des Standortes Walenstadt würde mit den Sarganserländer Gemeinden beziehungsweise einer von diesen zu gründenden Immobiliengesellschaft einen Pachtvertrag abschliessen und sich in den Stadtner Räumlichkeiten einmieten.

Der Preis ist wohl matchentscheidend

Wie tief die Sarganserländer Steuerzahler für den Kauf der Liegenschaften und Bauten in die Tasche greifen müssten, ist derzeit nicht bekannt und wird noch verhandelt. Gemäss Aussagen gegenüber der Redaktion des «Sarganserländers» könnte es letztlich ein «Bruchteil des Verkehrswertes» sein, der aufgebracht werden müsste. Der Preis dürfte matchentscheidend sein, ob das Geschäft weiter verfolgt wird oder nicht. Der Landwert beträgt 6,4 Mio. Franken. Geplant ist, dass die acht Gemeinden den Preis aufgrund eines Schlüssels unter sich aufteilen.

Klar ist, dass der Kauf nur dann zu Stande kommen kann, wenn die Bürgerinnen und Bürger aller Gemeinden das Projekt absegnen. Ein Grossteil der Gemeindepräsidenten soll sich dem Vernehmen nach für eine Prüfung des Kaufs aussprechen und das Modell als Chance ansehen. Es gehe nicht nur um die medizinische Versorgung, sondern auch um viele Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Wertschöpfung, so der Tenor.

Christoph Gull: «Gespräche laufen»

Der Flumser Gemeindepräsident Christoph Gull, der im Kernteam des Projektausschusses die Sarganserländer Gemeindepräsidenten vertritt, bestätigte auf Anfrage die angedachte Beteiligung durch die acht Kommunen. Dabei betonte er, dass der konkrete Preis sowie der finale Beteiligungsschlüssel für die Gemeinden noch nicht festständen. Es werde verhandelt.

Ebenfalls bestätigte Gull, dass mit dem Kantonsspital Graubünden ein Pachtvertrag abgeschlossen werden soll. Dabei müsse aber garantiert sein, dass ein längerfristiger Betrieb des Spitals Walenstadt sichergestellt ist. Laut Informationen des «Sarganserländers» sollen diese Pläne den Räten der acht Gemeinden Ende April im Detail vorgestellt werden. Zu einem späteren Zeitpunkt soll dann die Bevölkerung informiert werden.

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