Das lokale Gewerbe appelliert an die Solidarität der Bevölkerung +++ wichtigen Beitrag zur Sicherung der Arbeitsplätze leisten

Die sechs Gewerbevereine der Region Werdenberg lancieren in der Coronakrise die Kampagne «Lokal einkaufen». Sie bitten die Bevölkerung, auch nach der Krise das massiv betroffene heimische Gewerbe zu berücksichtigen und auf Bestellungen im in- und ausländischen Onlinehandel zu verzichten.

Thomas Schwizer
Drucken
Teilen
Wegen der in der Coronakrise verordneten Ladenschliessungen ist derzeit die Einkaufsmeile in Buchs nahezu leer.

Wegen der in der Coronakrise verordneten Ladenschliessungen ist derzeit die Einkaufsmeile in Buchs nahezu leer.

Bild: Thomas Schwizer

Am Freitag hat die Werdenberger Wirtschaftsorganisation (WWO) auf ihrer Homepage den Aufruf «Lokal einkaufen – solidarisch für das Werdenberg» aufgeschaltet. Die Dachorganisation der sechs Gewerbevereine in der Region startet damit eine Kampagne, mit der sie die Werdenberger Bevölkerung dazu aufruft, in der Coronakrise mit den lokalen Geschäften solidarisch zu sein.

Seit dem 16. März und mindestens bis am 19. April sind, gemäss Vorschrift des Bundes zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus , rigorose Massnahmen in Kraft. Alle Läden, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe müssen geschlossen bleiben. Ausgenommen davon sind lediglich Lebensmittelläden und Gesundheitseinrichtungen.

Existenz von Unternehmen ist gefährdet

Zwar haben der Bundesrat und die St. Galler Regierung rasch Unterstützungsmassnahmen beschlossen, um die verordnete Schliessung abzufedern. Da jedoch Verpflichtungen wie die Zahlung der Mietzinsen und Lohnzahlungen weiter erfolgen müssen, kann dies die teils vollständigen Einbussen für die lokalen Gewerbetreibenden bei Weitem nicht wettmachen.

Die Befürchtung ist deshalb berechtigt, dass zahlreiche Unternehmen in der Region möglicherweise aufgeben müssen, vor allem wenn die Massnahmen noch länger gelten.

Manche Gewerbetreibenden versuchen mit kreativen Ideen wie Hauslieferdienst oder Take Away und Onlineangebote einen Totalausfall zu vermeiden – das ist aber oft nur ein Tropfen auf den heissen Stein.

«Auf Bestellungen im Onlinehandel verzichten»

«Die Coronakrise trifft die Werdenberger Wirtschaft hart», macht die WWO deutlich. Im Namen der Mitglieder der sechs Gewerbevereine der Region von Sennwald bis Wartau ruft sie deshalb die Werdenbergerinnen und Werdenberger zur Solidarität mit den lokalen Geschäften auf. Sie bittet darum, auf Bestellungen im in- und ausländischen Onlinehandel zu verzichten.

«Zusammenhalt und Solidarität sind in Zeiten wie diesen enorm wichtig», wird festgestellt. Die regionalen Gewerbe- und Industrievereine würden einen sehr wichtigen Beitrag zur Sicherung vieler Arbeitsplätze und damit für den Wohlstand in der Region leisten, wird betont.

Websites bieten Informationen

Auf den Websites www. w-w-o.ch und der einzelnen Gewerbevereine könne die Bevölkerung die Verkaufs- und Dienstleistungsangebote des regionalen Gewerbes einsehen, die Mitglieder könnten diese Plattformen zur Präsentation und Verlinkung nutzen.

Die WWO schreibt in ihrem öffentlichen Aufruf:

«Die Solidarität der Bevölkerung ist heute genauso wichtig wie in einigen Monaten.»

Die Wirtschaft werde «lange brauchen, um sich von den einschneidenden Corona-Massnahmen des Bundes zu erholen.» Die Gewerbetreibenden appellieren deshalb an die Kundschaft: «Haben Sie bitte dieses Durchhaltevermögen genauso wie es die Werdenberger Wirtschaft und das Gewerbe haben muss!»

Der Kantonalverband setzt ein kleines Zeichen

Ein kleines, aber wichtiges Zeichen für das lokale Gewerbe setzt auch der kantonale Gewerbeverband St. Gallen (KGV). Er halbiert einmalig die Mitgliederbeiträge. Das sei zwar eine eher bescheidene Entlastung für das Gewerbe, aber ein klares und deutliches Zeichen und sehr lobenswert, sagt WWO-Vizepräsident Rolf Pfeiffer.