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«Das langsame Reisen mit den Pferden gefällt mir»

Nach einem Jahr Planung war es am Montag soweit: Urs Bicker startete mit seiner 13-jährigen Tochter Laurina als Beifahrerin und drei weiteren Haflingergespannen zu einer rund 330 Kilometer langen Reise per Pferdekutsche durch Österreich und die Schweiz. Als grosse Herausforderung wartet der Albulapass.
Corinne Hanselmann
Die Haflingergespanne starteten in Haag.
Startklar: Laurina Bicker und die beiden achtjährigen Haflinger.
Haflingerfreund Urs Bicker aus Grabs
Die Haflingergespanne beim Start in Haag – los geht’s in Richtung Österreich. (Bilder: Corinne Hanselmann)
4 Bilder

«Das langsame Reisen gefällt mir»

Acht Pferde, vier Kutschen, fünfzehn Personen – eine Reise. Am Montagmorgen startete Urs Bicker aus Grabs, zusammen mit anderen Haflingerfreunden, zu einem grossen Abenteuer. Während zehn Tagen reisen sie per Pferdekutsche von Haag über den Arlbergpass nach Landeck im Tirol, danach ins Engadin, weiter über den Albulapass, Lenzerheide und Chur zurück ins Werdenberg. Mit dabei sind neben dem Grabser Gespann jeweils ein Fahrer aus dem zürcherischen Turbenthal, aus Kiental im Berner Oberland und aus Sélestat im Elsass.

Zum Gedenken an den verstorbenen Vater

Die Reise ist eine Fahrt zum Gedenken an Albert Bicker, den im Juni 2017 verstorbenen Vater von Urs Bicker. Er war selber ein begeisterter Haflingerfahrer und auf vergangenen Reisen mit dabei.

Geschäftiges Treiben am Montagmorgen in Haag: Da wird das lederne Fahrgeschirr eines Pferdes kontrolliert, dort wird noch eine Kiste auf die Kutsche geladen. Sonnencreme wird eingeschmiert, ein letzter Kaffee getrunken. Umarmungen und gute Wünsche der Daheimbleibenden zum Abschied, ein Erinnerungsfoto und schliesslich ist es soweit: Die Kutscher reihen sich mit ihren Gespannen in den Verkehr ein, winken zum Abschied, und traben in Richtung Liechtenstein davon. Das Abenteuer Sommerreise beginnt.

Die Fahrer, Beifahrer und der Chauffeur des Begleitfahrzeugs kennen sich schon seit vielen Jahren, erzählt der Grabser Urs Bicker kurz vor der Abfahrt. Gemeinsam haben sie schon einige Reisen per Pferd unternommen. So sind sie beispielsweise im Sommer 2003 quer durch die Schweiz nach Genf gefahren, begleitet vom Schweizer Fernsehen. Auch zu den Haflingerweltausstellungen nach Meran und nach Ebbs im Tirol sind sie schon gefahren.

«Die Leute freuen sich und winken uns zu»

«Das besondere daran, mit Pferden unterwegs zu sein, ist das langsame Reisen», so Bicker. «Dabei sieht man extrem viel, was man im Auto gar nicht mitbekommen würde.» Ihn faszinieren zudem immer wieder die Leute, denen man begegnet, die sich freuen und einem zuwinken. «Vor allem in Österreich freuen sich die Leute über die Pferde, schliesslich sind wir mit Haflingern, dem österreichischen Nationalpferd, unterwegs.» Ebenfalls sehr wichtig ist ihm die gute Kameradschaft unter den Fahrern und allen Begleitern, auch wenn diese sehr unterschiedlich sind. Der Älteste ist 78 Jahre alt, die Jüngste 13 Jahre.

Am meisten freut sich Urs Bicker auf der diesjährigen Reise auf die grosse Herausforderung, den Albulapass auf 2312 Metern über Meer mit Pferden zu überqueren. «Aber auch auf die unterschiedlichen Landschaften und aufs Engadin freue ich mich sehr.»

Wer mit Tieren unterwegs ist, kann nicht alles planen

Zweimal ist er die Strecke während der umfangreichen Planung mit dem Auto abgefahren. «Meine Vorfreude wurde dabei immer grösser.» Trotz minutiöser Vorbereitung bleibt die Reise ein Abenteuer, denn gerade wenn man mit Tieren reise, könne man schlicht nicht alles planen. Jeden Tag könne etwas passieren. «Diesbezüglich konnte ich bei vergangenen Reisen viel lernen von den erfahrenen älteren Herren», erzählt Urs Bicker. «Dass man in solchen Situationen die Ruhe bewahrt, zusammensitzt und gemeinsam die richtige Entscheidung fällt. Ich freue mich sehr, mit so erfahrenen Leuten unterwegs sein zu dürfen und habe grossen Respekt vor ihnen.»

Der Grabser hat dieses Jahr zum ersten Mal seine beiden jungen, achtjährigen, Haflinger für eine solche Reise eingespannt. Er setzt sie auch an Turnieren ein. «Sie brauchen nun sicher etwas Zeit, bis sie sich daran gewöhnen, so lange, locker und ruhig unterwegs zu sein.»

Als Beifahrerin begleitet den Grabser bis zum Ende der Schulferien seine 13-jährige Tochter Laurina und anschliessend die 22-jährige Larissa. Auch sie dürfen zwischendurch die Leinen in den Händen halten.

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