Das Kinderheim St.Paul leidet unter den Coronabedingungen: Die Familien Schumacher aus Wangs und Grabs sind dadurch mehr gefordert

Die Schulen in Kenia bleiben wegen Corona bis Ende Januar 2021 geschlossen. Für das Kinderheim St.Paul der Familien Schumacher aus Wangs und Grabs bedeutet dies eine grosse zusätzliche Arbeit.

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Nahrungsversorgung: Gemüse aus dem eigenen Garten.

Nahrungsversorgung: Gemüse aus dem eigenen Garten.

Bild: PD

(pd) Die grösseren Kinder sind den ganzen Tag im Heim. Zum Glück haben sie die eigene Farm, um dort zu arbeiten. Es fehlen genügend Nahrungsmittel. Die Schule kann die Lehrerlöhne nicht bezahlen, weil die nun meist arbeitslosen Eltern auch kein Schulgeld bezahlen.

Weniger Unterstützung führt zu Hunger im Heim

Seit letztem Oktober konnten die Schumachers keinen Besuch mehr in Nairobi, Kenia, machen. Der Termin vom März fiel der Coronapandemie zum Opfer. Die Familien Schumacher aus Wangs und Grabs hatten aber immer Kontakt zur Schule, zum Heim und zu den Sozialarbeitern. Sie sind bestens informiert, was läuft.

Durch den völligen harten Lockdown konnte das Heim das eigene Gemüse nicht mehr verarbeiten, sie hatten keine Verbindung zur Farm. Aber alle Kinder waren immer anwesend. Die Direktorin bat um etwas Geld, damit sie Essen kaufen.

Dringend notwendige Nahrung gekauft

Alle Naturalspenden fielen aus. Hotels, welche normalerweise wöchentlich etwas ablieferten, waren geschlossen. Die Kirchen, welche hie und da fürs Heim spendeten, wurden auch geschlossen. Mit dem Geld des Vereins Kinderheim St.Paul konnte dringend notwendige Nahrung gekauft werden. Die Direktorin sagte:

«Wir müssen jetzt halt mehr teilen.»

Die grösseren Kinder verbringen jetzt die Zeit auf der Farm. Sie pflanzen neues Gemüse. Am Nachmittag versucht die Heimleitung, mit ihnen etwas «Schulunterricht» zu machen. Eine schwierige Angelegenheit.

In jedem Zimmer braucht es Desinfektionsmittel

Die Regierung in Kenia hat alle Schulen bis zu den Universitäten Mitte März geschlossen. Eine Eröffnung war auf September vorgesehen. Daraus wird nichts, die Schulen eröffnen Ende Januar 2021. Dies aber nur unter strengen Bedingungen: In jedem Zimmer braucht es Wasser und genügend Desinfektionsmittel.

Die Abstandsregeln gelten, so dürfen nicht mehr viele Schüler in einem Zimmer sein. Zusätzlich muss ein Ersatzraum für die Isolation zur Verfügung stehen. Die Schule St.Paul muss aus diesen Gründen um zwei Schulzimmer erweitert und es muss ein grösserer Wassertank erstellt werden. Falls da nicht bis im November bereits Verfügung steht, bleibt die Schule geschlossen.

Die Schule muss neue Zimmer bauen

Die Lehrer zeigen sehr grossen Einsatz. Sie bringen Unterrichtsmaterial in die Häuser des Slums in Bulbul. Die Kinder schauen das meist auf dem Handy ihrer Eltern an. Weil die Eltern meist arbeitslos geworden sind, können sie kein Schulgeld mehr bezahlen. Nun bezahlt der Verein monatlich einen Teil der Lehrerlöhne. Sonst müssten auch diese hungern.

Das neue Projekt mit einer ehemaligen Sozialarbeiterin des Kinderheims ist auf gutem Weg. Es geht um die Betreuung der Jugendlichen, nachdem sie das Heim verlassen haben. Sehr viele stehen momentan auf der Strasse, weil keine Arbeit da ist. Die Sozialarbeiterin versucht, für diese Jugendlichen zwischen 18 und 22 Jahren Arbeit und ein Obdach zu finden.

Besuch im Oktober geplant

Wie Linus Schumacher, Grabs, der Präsident des Vereins Kinderheim St.Paul, sagt, ist ein nächster Besuch im Oktober vorgesehen, falls es die Coronalage dann erlaubt.

Hinweis: Spenden: Raiffeisenbank Sarganserland, CH72 8128 1000 0076 8869 5, Konto 70-1012-8. www.Kinderheimstpaul.com