Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Neurologe Kesselring sagte vor 340 Senioren in Grabs: «Das Hirn baut sich ständig um»

Der Neurologe Jürg Kesselring plädierte bei der Infoveranstaltung 60+ in für das Lernen bis ins hohe Alter.
Hanspeter Thurnherr
Jürg Kesselring wusste an der Infoveranstaltung 60+ in Grabs Erstaunliches über Fähigkeiten des menschlichen Gehirns zu erzählen. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Jürg Kesselring wusste an der Infoveranstaltung 60+ in Grabs Erstaunliches über Fähigkeiten des menschlichen Gehirns zu erzählen. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Grabs Katharina Gächter, Präsidentin der Kommission für Altersfragen, konnte am Mittwochnachmittag bei der 14.Infoveranstaltung 60+ die Rekordzahl von über 340 Teilnehmende begrüssen. Gemeindepräsident Niklaus Lippuner stellte den Referenten Dr. med. Jürg Kesselring, ehemaliger Chefarzt für Neurologie und Rehabilitation in den Kliniken Valens vor. Er sei «nicht nur einer der Besten seines Faches», sondern auch als «herzensguter Mensch und eine grosse Persönlichkeit».

«Lernen im/vom/fürs/trotz Alter» war das Thema, welches der Referent mit fundiertem Wissen und vielen Erfahrungen darzulegen wusste. Seine Ausführungen waren mit Humor, Pointen und eindrücklichen Powerpoint-Illustrationen angereichert. Vom ersten Atemzug bis zum Tode sei das menschliche Hirn fähig zu lernen. Denn es baue sich ständig um und schaffe neue Verbindungen. Dafür seien aufbauende Kräfte wichtig.

Der goldene Weg zwischen Panik und Langeweile

Körperlich beeinflussen dies Fitness, Ausdauer, Ernährung, Ruhe und Erholung. Mehr Selbstvertrauen sowie Ruhe und Gelassenheit seien wichtige Kräfte im mentalen und emotionalen Bereich. Werte und Glauben seien im spirituellen Bereich entscheidende Komponenten. Diese aufbauenden Kräfte könne man nicht alleine, sondern nur zusammen mit anderen Menschen nutzen.

Das Hirn sei ein dynamisches Organ, das sich anpassen könne, sagte Jürg Kesselring vor dem Grabser Publikum und sprach von der «Kunst des Übens». Selbstdisziplin, Konzentration, Geduld sowie das Gespür für sich selbst seien wichtige Elemente, um dies beim Lernen umzusetzen. Wir sollten unsere Fähigkeiten nicht überfordern, was sonst zu Angst und Panik führen könne – aber bitte auch nicht unterfordern, um Langweile zu verhindern. Wichtig sei, den «Flowkanal» zu finden, wo die Herausforderung unseren Fähigkeiten entspreche. «Freude ist dabei ein wichtiger Motor», sagte Jürg Kesselring.

«Die Verbindungen zwischen unseren 86 Milliarden Nervenzellen werden bis ins hohe Alter gebildet. Bei Nichtgebrauch werden sie aber wieder eliminiert»,

erzählte der Neurologe. Anhand von eindrücklichen Beispielen zeigte er, wie selbst nach Schlaganfällen sich das Gehirn auf neue Situationen umstellen lässt. Etwa von der gelähmten rechten Hand auf die Linke.

Viele Erkenntnisse über das Lernen habe er durch das Beobachten von Kindern gewonnen. «Wir Menschen imitieren viel. Deshalb sollten wir dazu gute Vorbilder haben.» Und: «Wir lernen durch tun. In der Regel müssen wir etwas 10000 Mal machen, bis wir es richtig können.» Weil das Gehirn vor allem im Schlaf umgebaut werde, sei ein guter Schlafrhythmus sehr wichtig.

Wirkung von Musik und Placebo

Jürg Kesselring am Cello und der Grabser Arzt Christoph Ritter am Klavier umrahmten den Anlass musikalisch mit klassischen Klängen.

In der Fragerunde kam deshalb auch die Bedeutung der Musik beim Lernen zur Sprache. Weitere Frage bezogen sich auf den Placeboeffekt, den Sinn der Pensionierung und was zu tun sei, wenn es an Motivation fehle? Zu letzterem antwortete Kesselring: «Wenn lernen etwas bringt, bringt es auch Motivation.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.