Die Grabser Kirchenglocken läuten künftig weniger – obwohl sich niemand beschwert hat

Die Reformierte Kirche Grabs-Gams wird ab Montag mehr als 30 Minuten pro Woche weniger läuten. Mit dieser freiwilligen Reduktion der Läutzeiten will die Kirchgemeinde Grabs-Gams «proaktiv» handeln.

Alexandra Gächter
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Anstatt fünf Minuten läuten die Grabser Kirchenglocken zum Gebet und vor Beerdigungen nur noch drei Minuten. Über weitere Reduktionen wird derzeit diskutiert.

Anstatt fünf Minuten läuten die Grabser Kirchenglocken zum Gebet und vor Beerdigungen nur noch drei Minuten. Über weitere Reduktionen wird derzeit diskutiert.

Bild: Heini Schwendener

Die Vorsteherschaft der Reformierten Kirchgemeinde Grabs-Gams hat entschieden, das Geläut den heutigen Ansprüchen anzupassen, und den Fokus auf die Bedeutung des Glockenklangs zu richten. Seit längerem wird an den Wochenenden morgens um 6 Uhr nicht mehr geläutet. Unter der Woche soll weiter an das Morgengebet erinnert werden. Jedoch weniger lang.

Keine Reklamationen eingegangen

Ab Montag, 13. Januar, werden verschiedene Läutzeiten verkürzt. Insgesamt wird mehr als 30 Minuten pro Woche weniger geläutet. Sonn- und Festtage werden nach wie vor am Vortag um 17 Uhr eingeläutet, dafür entfällt das Betläuten um 19 Uhr. Verkürzt wird das Läuten zum Morgengebet (6 Uhr), zur Einheit der Gemeinde (11 Uhr) und zum Abendgebet (19 Uhr). Anstatt wie bisher fünf Minuten läutet die Betglocke nur noch drei Minuten.

Ebenfalls von fünf auf drei Minuten verkürzt wird das Zeichengeläut, welches eine bevorstehende Beerdigung ankündet. Je nachdem um welche Zeit und mit welcher Glocke geläutet wird, weiss man, ob es sich dabei um eine reformierte oder katholische Beerdigung handelt und ob die verstorbene Person männlich, weiblich oder ein Kind ist. Neu ist zudem, dass zum Abendgebet immer um 19 Uhr geläutet wird. Bis jetzt wurde das Abendgebet beim Eindunkeln – je nach Jahreszeit zwischen 18 und 21 Uhr – angekündet. Neben der Gebets- und Beerdigungserinnerung werden Gottesdienste ein- und ausgeläutet, Feiertage und Kirchgemeindeversammlungen angekündet sowie die Viertel-, Halb- und ganzen Stunden geschlagen.

Für Anwohner rund um die Kirche bedeutet das Läuten eine Lärmbelastung, wie die Vorsteherschaft der Reformierten Kirchgemeinde Grabs-Gams in ihrer Mitteilung schreibt. Mit der Reduktion der Läutzeiten kommt die Kirchgemeinde den Anstössern entgegen. Reklamationen seien keine eingegangen. Mit der freiwilligen Reduktion der Läutzeiten wolle die Kirchgemeinde Grabs-Gams proaktiv handeln, wie weiter in der Mitteilung steht.

Lautstärke der Glocken könnte reduziert werden

Neben diesen Massnahmen beschäftigt sich die Kirchgemeinde derzeit mit weiteren Reduktionen. Diskutiert wird, die Viertel- und Halbstundenschläge und allenfalls sogar die vollen Stundenschläge zwischen 22 und 6 Uhr aufzuheben. «Dafür benötigt es aber bauliche Veränderungen», sagt der Grabser Mesmer Remo Hagger. Sinnvollerweise könne man diese mit der bevorstehenden Kirchensanierung vollziehen. Im Zuge dessen wäre es möglich, die Lautstärke der Glocken zusätzlich zu reduzieren.

Erste Untersuchungen diesbezüglich wurden vorgenommen, wie es weiter in der Mitteilung heisst. «Mit den entsprechenden baulichen Massnahmen könnte man die Lautstärke der Glocken um etwa acht bis zwölf Dezibel reduzieren. Der Unterschied wäre deutlich hörbar», so Kirchenvorsteher Peter Schieman.