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Ein Buchser arbeitet über den Wolken

Wenn es um das Wohl der Passagiere an Bord geht, ist der Buchser Manuel Bischof als Maître de Cabine mit seiner Flight-Attendant-Crew gefragt.
Andrea Müntener-Zehnder
Manuel Bischof ist «stolz, die Uniform der Swiss zu tragen».

Manuel Bischof ist «stolz, die Uniform der Swiss zu tragen».

Im Alter von 25 Jahren bewarb sich der gelernte Kaufmann Manuel Bischof bei Swiss International Airlines als Flugbegleiter. Mit einem kurzen Zwischenstopp im Polizeiberuf arbeitet der 30-jährige Buchser heute glücklich in Flugzeugen von Swiss International Airlines – als Maître de Cabine.

Vermutlich haben viele Kinder denselben Kindheitstraum wie Manuel Bischof: Als Kindergärtler wollte er Pilot werden. Bei stetem Sonnenschein über den Wolken schweben und ganz weit weg fliegen, immer auf dem Weg in den Urlaub. Träume eben. Doch nach der Schulzeit liess sich Manuel Bischof erst ganz bodenständig als Kaufmann im Treuhandbereich ausbilden. Diesem Beruf blieb er mehrere Jahre treu, besuchte berufsbegleitend die Ausbildung zum Sachbearbeiter Finanz- und Rechnungswesen. In diese Zeit fiel auch sein viermonatiger Sprachaufenthalt in Chicago. Die pulsierende Grossstadt zählt bis heute zu Bischofs Lieblingsstädten.

Neue Herausforderungen

Manuel Bischof suchte mit 25 Jahren nach einer neuen Herausforderung. War da nicht der Bubentraum: Pilot! Um den Einstieg in die Fliegerei zu schaffen, entschied sich der Buchser zuerst für eine Ausbildung als Flugbegleiter, offiziell Flight Attendant genannt. Glücklich über die Zusage der Schweizer Fluggesellschaft, nahm er die Ausbildung in Angriff. «Ich fühle mich sehr privilegiert, die Ausbildung bei Swiss International Airlines genossen zu haben. Wir werden dort enorm gut ausgebildet. Vom ersten Tag an wird man als Person wahrgenommen und man ist ein Teil der grossen Swiss Familie»: So schildert Manuel Bischof seinen Einstieg in die Tätigkeit als Flight Attendant.

Nach dem mehrwöchigen intensiven Ausbildungsblock flog Manuel Bischof zuerst viele Wochen durch Europa, danach durch die ganze Welt – immer darauf bedacht, für seine Fluggäste alles zu geben. «Mein Aufenthalt in Chicago hat mir sprachtechnisch sicherlich sehr viel gebracht. Vieles läuft am Flughafen und in der Luft in Englisch ab. Seien es die Anweisungen vom Captain oder die Kommunikation mit den oftmals internationalen Passagieren», erzählt er in seiner ruhigen Art.

Nach zweieinhalb Jahren suchte er sich erneut ein anderes Tätigkeitsfeld und absolvierte die Polizeischule. «Ganz klar: die Polizeischule war für mich eine Lebensschule! Aus dieser Erfahrung konnte ich viel mitnehmen, in mein Privat- und auch in mein Berufsleben», blickt er zurück auf diese Zeit. «Doch ich bin kein Polizist mit Leib und Seele. Ich vermisste die Fliegerei mehr als ich im Vorfeld gedacht habe», begründet Manuel Bischof seine Rückkehr zu Swiss International Airlines. Seit 2016 fliegt er wieder als Mitglied der Kabinenbesatzung. Und er betont: «Ich bin stolz, die Uniform der Swiss zu tragen.»

«Ich vermisste die Fliegerei mehr, als ich im Vorfeld gedacht habe»: Manuel Bischof ist nach der Polizeischule beruflich in die Flugzeugkabine zurückgekehrt.

«Ich vermisste die Fliegerei mehr, als ich im Vorfeld gedacht habe»: Manuel Bischof ist nach der Polizeischule beruflich in die Flugzeugkabine zurückgekehrt.

Maître de Cabine statt Pilot

Der Bubentraum Pilot kam für den ambitionierten Flugbegleiter nicht mehr in Frage. Er fühlt sich total wohl in der belebten Kabine unter so vielen Leuten, auch unter den immer noch mehrheitlich weiblichen Flight Attendants. Damit hat der verheiratete Familienvater keine Probleme: «Man steht ohnehin immer im Rampenlicht in den Flugzeuggängen und ist unter Beobachtung von Dutzenden von Leuten. So kommt es nicht drauf an, ob man weiblich oder männlich ist.»

«Der Kontakt mit all den Leuten an Bord ist für mich persönlich einer der grössten Pluspunkte des Jobs. Dieses Strahlen der Passagiere, die sichtbare Freude, wenn wir ihnen etwas Gutes tun oder behilflich sind, geht mir ans Herz»: So schildert Bischof seine Beweggründe, warum der Weg ins eher einsame Cockpit für ihn nicht mehr in Frage kommt. Doch natürlich schaut er ab und zu dort vorne vorbei, beim Flugkapitän und bei den Co-Piloten. «Obwohl in der Crew ein sehr unkompliziertes, kollegiales Verhältnis herrscht, ist jedem bewusst, wer der oberste Chef an Bord ist: Das letzte Wort hat immer der Flugkapitän, sprich der Captain.»

Manuel Bischof ist als Maître de Cabine vorläufig hauptsächlich innerhalb von Europa unterwegs. Das passt für den frischgebackenen Vater perfekt: «So bin ich flexibler und kann meine Frau besser unterstützen.» (Bilder: Mareycke Frehner)

Manuel Bischof ist als Maître de Cabine vorläufig hauptsächlich innerhalb von Europa unterwegs. Das passt für den frischgebackenen Vater perfekt: «So bin ich flexibler und kann meine Frau besser unterstützen.» (Bilder: Mareycke Frehner)

Manuel Bischof hat seit einigen Wochen mehr Mitspracherecht, vor allem aber mehr Verantwortung. Ende April schloss er die Ausbildung ab und wurde zum Maître de Cabine Europe ernannt. In dieser Funktion ist er für die gesamte Kabinenbesatzung verantwortlich. Deren Grösse variiert je nach Flugzeugtyp. «Ich sehe mich vor allem als Bindeglied zwischen den Schnittstellen: Bodenpersonal, Cockpit und Besatzung. Diese Aufgabe bereitet mir ungeheuer Spass, und ich bereue keinen Augenblick, dass ich mich zum Maître de Cabine ausbilden liess.»
Seine Aufgaben beginnen nicht erst im Flugzeug. Bereits das Briefing, wie die Kurzbesprechung aller Teammitglieder im Vorfeld eines Fluges ­genannt wird, leitet der Maître de Cabine. Dort wird erläutert, was am aktuellen Flug speziell ist, welche Flight Attendant in welcher Position arbeiten möchte. «Jede und jeder hat seine Vorlieben, in welcher Position sie am liebsten arbeitet, und ich versuche diese Wünsche so gut wie möglich zu erfüllen. Wenn es einmal nicht klappt, ist das kein Problem. Denn alle Crewmitglieder sind ausgebildet, jede Aufgabe in der Kabine zu übernehmen.»

Und wieder kommt das Thema Ausbildung zur Sprache. Bischof betont mehrmals im Gespräch mit dem W&O, wie wichtig ihm die gute Ausbildung von sich selbst als Vorgesetzten, aber auch von seinen Flight Attendants ist. Jährlich müssen alle Flugbegleiter und Maître de Cabine zu einem Wiederholungstest antreten, damit sie die Flugqualifikationen weiterhin behalten. Flugbegleiter werden auf bis zu drei Flugzeugtypen – Swiss fliegt insgesamt mit vier verschiedenen – ausgebildet, für welche sie die Qualifikationen erhalten und fliegen dürfen.

Auch kritische Situation im Griff

Fliegt die Angst vor dem Unvorhersehbaren, etwa von Katastrophen, nie mit? Bei Manuel Bischof grundsätzlich nicht, doch je nach Situation ist der Adrenalinspiegel schon etwas höher. Er erinnert sich: «Auf einem meiner ersten Langstreckenflüge als Flight Attendant, vom indischen Delhi zurück nach Zürich, ereignete sich ein medizinischer Notfall. Ein Passagier erlitt nach rund einer Stunde Reisezeit einen Herzinfarkt. Kurzzeitig schoss mir der Puls in die Höhe. Doch dafür bestand kein Grund. Wir lernten in der Ausbildung, wie man sich in solchen Fällen zu verhalten hat, was zu tun ist. Zudem habe ich noch erweitertes Wissen aus der Feuerwehr. Schon länger bin ich im Sanitätszug der Feuerwehr Buchs mit dabei. Bei 200 Flugpassagieren ist auch meistens medizinisch geschultes Personal wie Krankenschwestern oder im Idealfall ein Arzt mit unter den Reisenden.»

Als Flight Attendant hat Manuel Bischof in den letzten Jahren eine Vielzahl an Destinationen in den über 40 Ländern angeflogen, welche Swiss im Programm hat. Seine liebsten Reiseziele liegen vor allem in Nordamerika. Speziell waren für ihn die Flüge, auf welchen er zusammen mit seiner heutigen Frau, ebenfalls Flugbegleiterin, gearbeitet hat.

Hauptsächlich in Europa unterwegs

In den kommenden Jahren wird der Buchser hauptsächlich auf Kurzstrecken, also innerhalb von Europa, als Maître de Cabine tätig sein, das sieht der Ausbildungsplan so vor. «Erst wenn ich die nötige Zahl der Flugstunden zusammen habe, kann ich mich als Maître de Cabine auf Langstrecken bewerben. Das werde ich in ein paar Jahren sicherlich auch in Angriff ­nehmen. Doch zurzeit passen diese Kurzstrecken ganz gut in mein Privat­leben.» Manuel Bischof ist kürzlich Vater geworden. «Mit diesen Europaflügen bin ich flexibler und kann so meine Frau besser unterstützen.»

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