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Das eigene Tun überdenken

Weil der Mensch den Wald immer mehr als Freizeit-Aufenthaltsraum für sich entdeckt, kommt so manche Tierart in Bedrängnis. Mit ein bisschen Rücksicht hat es aber durchaus Platz für alle.
Jessica Nigg
Wildhüter Silvan Eugster zeigt eine (bereits ältere) Verbissstelle an einem jungen Baum, die Hirsche hinterlassen haben. (Bild: Jessica Nigg)
Wildspuren am Wegesrand: Hier querte ein Hirsch die Waldstrasse in Richtung Berg, wo er den Tag verbringen wird. (Bild: Jessica Nigg)
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Das eigene Tun überdenken

Von den 25 000 Arten, die direkt oder indirekt vom Wald abhängig sind, kennen die meisten Menschen nur wenige. Zu den bekanntesten Tieren, die durch die Wälder der Region Werdenberg und Obertoggenburg streifen, gehören unter anderem Rehe, Hirsche, Füchse, Luchse, Marder, Eichhörnchen, einige Auerhähne und -hennen und natürlich sind auch Dachse, Wildschweine und viele andere Tiere im Wald Zuhause. Manchmal durchstreift sogar der eine oder andere Wolf unsere Wälder. Viele von diesen Tieren kommen sukzessive unter Druck, weil ihnen der Mensch immer weiter auf die «Pelle» rückt beziehungsweise durchs «Wohnzimmer» wandert, Ski läuft, Rad fährt und per Gleitschirm darüber hinwegfliegt.

Rücksicht verhindert Schäden

Die Menschen wollen «Natur pur» erleben und verlassen dafür auch immer öfter ausgeschriebene Wege und Pfade. Silvan Eugster, Wildhüter des Wildhutkreises 2 (Rheintal bis Werdenberg), ist sich sicher, dass die meisten Menschen die Tiere nicht mit Absicht in Stress versetzen und appelliert deshalb an ein umsichtiges Handeln: «Wir sollten uns überlegen, welche Folgen unser Tun hat. So können Mountainbikes abseits der Wege Wildtiere für längere Zeit in Angst und Schrecken versetzen. Die gleiche Wirkung haben Gleitschirme, die über Felsen und Wälder kreisen und von vielen Tieren als Gefahr in Form eines Raubvogels wahrgenommen werden.» Silvan Eugster erklärt, dass nicht alle Tiere gleich auf Stress reagieren. Während sich manche relativ rasch beruhigen, gibt es andere Tiere, die unter Dauerstress schliesslich sogar abwandern. Sie sammeln sich dann in anderen Gebieten an, wo durch die plötzliche Dichte Schäden entstehen. Als Beispiel nennt er Hirsche, die Verbissspuren hinterlassen.

Mehr Einfluss auf Wildtiere als erwartet

Eugster erzählt ausserdem von Beobachtungen einer Hirschkuh, die im Winter am Studnerberg in der Gemeinde Grabs jede Nacht den Wald verliess, um auf einer Wiese zu weiden. Während einiger Zeit waren in dieser Gegend täglich Kopfleuchten tragende Tourenfahrer bis spät in die Nacht hinein unterwegs. Diese haben das Tier dermassen verunsichert, dass es sich nicht mehr aus dem Wald traute, bis diese «Nachttouren-Saison» nach ein paar Wochen wieder vorüber war. «Gefressen hat die Hirschkuh in dieser Zeit natürlich trotzdem», so Eugster. «Allerdings kein Gras, sondern die Triebe junger Tannen und Bäume.» Auf diese Weise seien Schäden im Wald entstanden.

Auch wer Wildtieren Raum gewährt, kann «Natur pur» erleben. Den Wald und dessen Bewohner können Naturliebhaber und Sportler nämlich auch auf den Hunderten von Kilometern umfassenden Strassen, Wegen und Pfaden erleben. Wer die Augen offenhält, sieht auch dort Eindrückliches. Das geht von Hirschspuren auf Wildwechseln, über Knabberstellen im Unterholz, bis hin zu umgewühlten Wiesen auf Waldlichtungen, die von Wildschweinen heimgesucht wurden.

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