Das Ehepaar Rothenberger lebt in der verordneten Isolation +++ Glück mit Haus und Garten

Das in der Burgerau (Buchs) wohnhafte Ehepaar Christine und Paul Rothenberger hält sich an die vom Bundesrat vorgegebenen Regeln. Die Einkäufe tätigt die Tochter.

Esther Wyss
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Das Ehepaar Christine und Paul Rothenberger lebt seit einigen Wochen in der Isolation, bis die Sondermassnahmen des Bundes wieder aufgehoben werden.

Das Ehepaar Christine und Paul Rothenberger lebt seit einigen Wochen in der Isolation, bis die Sondermassnahmen des Bundes wieder aufgehoben werden.

Bilder: Esther Wyss

Die ersten Frühlingsblumen blühen im Garten. Paul und Christine Rothenberger sitzen am vom Wind geschützten Platz beim Gartenhaus in der Sonne. Christine Rothenberger sagt:

«Seit dem Aufruf des Bundesrates, zu Hause zu bleiben und nicht mehr selber einkaufen zu gehen, halten wir uns strikt an diese Regeln.»

Ihr Mann nickt bestätigend. «Wir haben uns nicht mehr vom Haus weg bewegt.» Am Tagesablauf hat sich seit der Coronakrise nicht sehr viel verändert. Christine Rothenberger ist Frühaufsteherin. Zuerst liest sie die Zeitung, um sich über den Stand der Dinge zu informieren. Sie sammelt alle Artikel über die Coronakrise, um diese Zeit für ihre Enkel dokumentieren zu können.

Arbeit am Computer oder am Fotoalbum

Nach dem gemeinsamen Frühstück repariert Paul Rothenberger Spielsachen für den Familientreff oder arbeitet am Computer, wo er viele Stunden verbringt.

«Dank der Krise habe ich endlich Zeit, die Fotos unsere Ferienreisen der vergangenen zehn Jahre neu zu sortieren. Dazu habe ich ein eigenes System entwickelt und schreibe auch kurze Kommentare zu den Bildern», sagt er.

Es kommt keine Langeweile auf

Christine Rothenberger stickt kleine Nadelkissen mit der Jahreszahl 2020, um sie als Erinnerungsstücke an die denkwürdige Zeit zu verschenken. Bei schönem Wetter arbeiten die Eheleute gerne im Garten, den sie für den Einsatz eines Rasen-Roboters vorbereiten.

Zu den bevorzugten Tätigkeiten von Christine Rothenberger gehören Stricken und Häkeln.

Zu den bevorzugten Tätigkeiten von Christine Rothenberger gehören Stricken und Häkeln.

Mitten im Gespräch bringt die Tochter den Wocheneinkauf vorbei. Sie hat auch Grillfleisch eingekauft. Das schätzt Paul Rothenberger, denn Grillieren ist eine willkommene Abwechslung. Das Einkaufen klappt gut. Während der Woche wird eine Einkaufsliste erstellt. Manchmal bringe die Tochter jedoch ein anderes Produkt als das Gewohnte, aber man könne auch mal etwas Neues ausprobieren, meint Paul Rothenberger.

Eigentlich möchte er wieder einmal selber einkaufen gehen, aber weil die Tochter nur genau das bringe, was auf dem Zettel steht, spare man Haushaltsgeld, lacht er.

Die Enkel werden schmerzlich vermisst

Die vier Enkel wohnen ganz in der Nähe und kamen vor der Krise oft zu Besuch. Jetzt muss der Kontakt aus der Ferne stattfinden. Letzthin kamen zwei von ihnen und spielten im Garten mit dem Frisbee. Die Enkel sind sich bewusst, dass sie den Sicherheitsabstand einhalten müssen, um Nani und Neni zu schützen. Deshalb redete man mit dem nötigen Abstand durch die offenstehende Türe.

Die Rothenbergers führen ein gastfreundliches Haus, und Besuche sind immer willkommen. Die vielen regelmässigen Besuche von Freunden und Bekannten fehlen ihnen. Eine gute Bekannte sei kürzlich vorbeigekommen. Am Ende des Gespräches habe sie sich mit den Worten «Das hat mir richtig gutgetan» verabschiedet.

Es ist eine aussergewöhnliche Situation

Die Grossmutter macht sich Gedanken darüber, wie ihre Enkelin zurzeit ihre Lehrabschlussprüfung machen soll. Dass ihr ältester Enkel in die Rekrutenschule einrücken musste, und sie ihn zum Abschied nicht umarmen durfte, stimmt sie traurig. Es ist eine aussergewöhnliche Situation.

Das Ehepaar ist sich bewusst, dass sie mit Haus und Garten privilegiert sind. Trotzdem gibt es auch für sie schwierige Situationen, aber man schicke sich eben drein, sagen sie.

Hinweis: Das Gespräch mit Christine und Paul Rothenberger fand bei Frühlingswetter im Garten und mit der vorgeschriebenen Distanz von zwei Metern statt.