Das Einjährige Berufkraut ist im Werdenberg ein grosses Problem

Der invasive Neophyt hat sich im Werdenberg stark ausgebreitet und sollte bekämpft werden.

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Das Berufkraut bildet von Juni bis Oktober neue Blüten. (Bild: Corinne Hanselmann)

Das Berufkraut bildet von Juni bis Oktober neue Blüten. (Bild: Corinne Hanselmann)

(ch/pd) Das einst als Zierpflanze aus Nordamerika eingeführte Einjährige Berufkraut hat sich in den vergangenen Jahren auch im Werdenberg stark verbreitet. Auf vielen extensiv genutzten Wiesen und Weiden, an Wald- und Wegrändern, in Rebbergen, Buntbrachen und Bachborden befindet es sich derzeit in voller Blüte. Auch in Privatgärten und auf Flachdächern breitet sich das Berufkraut aus. Die Blüten an den bis zu einem Meter hohen Stängeln erinnern ein wenig an Gänseblümchen.

Da sich dieser invasive Neophyt mit unzähligen Flugsamen rasant verbreitet und rasch dichte Bestände bildet, muss das Versamen verhindert werden. Dies schreibt das Landwirtschaftliche Zentrum Salez in einer Mitteilung. Die Pflanze bereite dem Naturschutz sowie der Landwirtschaft zunehmend Sorgen, weil sie vor allem auf mageren Standorten vorkomme, welche für die Biodiversitätsförderung bedeutend seien. Dort bedrohe sie die Artenvielfalt.

«Gerade im Gebiet Werdenberg ist das Berufkraut ein grosses Problem.»

Das sagt Nicole Inauen, Beraterin für Biodiversität und Landschaftsqualität am Landwirtschaftlichen Zentrum.

Über die gesamte Blütezeit von Juni bis Oktober bildet das Einjährige Berufkraut immer wieder neue Blüten. Wo heuer noch einzelne Pflanzen stehen, sind es im nächsten Jahr möglicherweise bereits Hunderte. Daher sei es wichtig, das Berufkraut von Anfang an konsequent zu bekämpfen, heisst es in der Mitteilung weiter. Rund alle vier Wochen müssen die Pflanzen vor der Samenbildung mitsamt Wurzeln ausgerissen werden. Blüten und Samenstände sollten anschliessend unbedingt im Kehricht entsorgt werden.

Ausgerissenes Berufkraut sollte im Kehricht entsorgt werden.

Ausgerissenes Berufkraut sollte im Kehricht entsorgt werden.

Das Einjährige Berufkraut ist entgegen dem Namen mehrjährig

Aufgrund des Samenvorrats im Boden ist eine Bekämpfung über mehrere Jahre nötig. Mähen allein sei dabei leider wenig wirkungsvoll, da die Pflanzen nach dem Schnitt rasch wieder austreiben und entgegen dem Namen mehrjährig werden können.

«Auf meinen Feldbegehungen finde ich die Pflanze inzwischen im gesamten Kanton. Sehr häufig im Werdenberg, Rheintal und Linthgebiet, weniger häufig, aber trotzdem überall verbreitet, im Fürstenland, Neckertal und Toggenburg. Mit dem Wind kommt es zudem rasch auch in neue, noch unbesiedelte Gebiete», so Nicole Inauen. «Bisher habe ich es bis in die unteren Bergzonen gesehen, dort vor allem an trockenen, warmen Hängen.»

Auch in Privatgärten sollte etwas unternommen werden

Invasive Neophyten wie das Einjährige Berufkraut seien eine Herausforderung für alle. Besonders die Landwirtschaft und der Naturschutz sind bei der Pflege von Magerwiesen und anderen Flächen für die Biodiversität durch grossen zusätzlichen Aufwand betroffen. Sie seien somit darauf angewiesen, dass auch in Privatgärten etwas gegen diese Pflanzen unternommen wird, schreibt das Landwirtschaftliche Zentrum.

Das Einjährige Berufkraut breitet sich in wenigen Jahren so stark aus, dass die Bekämpfung durch Ausreissen nicht mehr möglich ist. (Bild: K. Walser)

Das Einjährige Berufkraut breitet sich in wenigen Jahren so stark aus, dass die Bekämpfung durch Ausreissen nicht mehr möglich ist. (Bild: K. Walser)