«Darauf habe ich lange gewartet»: Im Werdenberg versetzt die Wiedereröffnung der Gartencenter die Kunden ins Glück.

Die Gartencenter dürfen wieder öffnen. Dies macht die Gärtner und Gartenliebhaber der Region mehr als froh.

Katharina Rutz
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Die Kundin der Landi Wartau, Susanne Büchel, freut sich sehr wieder für ihren Garten einkaufen zu können.  Vor allem da sie heute einen runden Geburtstag feiert.

Die Kundin der Landi Wartau, Susanne Büchel, freut sich sehr wieder für ihren Garten einkaufen zu können. Vor allem da sie heute einen runden Geburtstag feiert.

Katharina Rutz

Wer bei Müko in Buchs auf das Areal des Gartencenters treten will, wird zunächst von zwei grossen Strassenschildern begrüsst. Sie trennen den Eingang vom Ausgang und somit den Kundenfluss. Weiter wird darauf hingewiesen, dass es Pflicht ist die Hände zu desinfizieren. «Auch die Einkaufswagen und andere Flächen desinfizieren wir regelmässig», sagt Stefan Ebneter, Leiter Gartenpflege. Er ist bei Müko verantwortlich, dass die Hygienevorschriften eingehalten werden.

Der Gärtner-Dachverband Jardin Suisse habe schon früh ein Merkblatt mit den Vorschriften versendet. Diese hat die Müko alle umgesetzt und auch zusätzlich alle freiwilligen Massnahmen, welche mit den vorhandenen Platzverhältnissen möglich sind.

Eingang und Ausgang sind im Gartencenter von Müko in Buchs strikt getrennt. Für die Massnahmen verantwortlich war Stefan Ebneter.

Eingang und Ausgang sind im Gartencenter von Müko in Buchs strikt getrennt. Für die Massnahmen verantwortlich war Stefan Ebneter.

Katharina Rutz

Eine Staffelung der Kunden sei bei der grossen, offenen Verkaufsfläche nicht nötig. «Im Folientunnel mit den Geranien sind allerdings nur fünf Personen gleichzeitig zugelassen», erklärt Stefan Ebneter. Ansonsten gibt es nur eine «Einbahnstrasse» zwischen den Pflanzen, welche gut markiert ist. Auch an der Kasse sind die Abstände eingezeichnet.

«Die Kunden halten sich sehr gut an die Vorgaben, sie sind sehr aufmerksam und achten auf jedes Hinweisschild.»

Auf Wunsch stehen den Kunden von Müko auch Gesichtsmasken zur Verfügung.

Kein Ansturm bei Müko in Buchs

Der Ansturm am Montagmorgen war bei Müko allerdings nicht ungewöhnlich hoch. Während der ganzen Zeit der Schliessung liefen die telefonischen Bestellungen auf Hochtouren und Müko hat einen kontaktlosen Lieferdienst aufgebaut. «Wir haben viel gearbeitet und Bestellungen bereit gestellt», sagt Stefan Ebneter. Durch den Service konnten gar neue Kunden gewonnen werden. Kurzarbeit wurde deshalb für die Mitarbeitenden von Müko nicht nötig. «Wir spürten ein grosses Verständnis und Dankbarkeit bei den Kunden.» So mussten auch keine Pflanzen weggeworfen werden. Dennoch ist man bei Müko erleichtert, dass man wieder öffnen durfte.

Auch Kundin Eva Florio ist «überglücklich», dass sie wieder durch ihre Gärtnerei flanieren kann. «Das nötigste habe ich bestellt, aber jetzt habe ich gerade noch eine besondere Pflanze gefunden. Ich liebe den Garten. Ich habe 80 Rosen. Andere spielen Golf, mein Hobby ist der Garten.»

Warteschlange vor der Landi in Trübbach

Am Montagmorgen zur Ladenöffnung der Landi Wartau gab es bereits eine Warteschlange. «Rund 30 Personen standen an», sagt Alexander Zogg, der Ladenleiter. Auch in der Landi Wartau trennen Verkaufsgestelle den Eingang vom Ausgang. Spezielle Markierungen und Absperrungen führen die Kunden bereits vor dem Eingang in die richtige Spur.

Mitarbeiterin Claudia Vogel steht am Eingang, beantwortet Fragen, macht auf die Handdesinfektion aufmerksam und zählt die Personen, welche ein- und austreten.

Landi-Mitarbeiterin Claudia Vogel bietet Hilfestellung am Eingang und Ausgang der Landi in Trübbach.

Landi-Mitarbeiterin Claudia Vogel bietet Hilfestellung am Eingang und Ausgang der Landi in Trübbach.

Katharina Rutz

«Aufgrund unserer Grösse müssen wir den Zugang kaum beschränken, aber bei der Kasse ist der Raum knapp und damit hier kein Stau entsteht, zählen wir», erklärt Alexander Zogg. Obwohl in der Landi immer noch nicht das ganze Sortiment zugänglich ist, zeigt Alexander Zogg grosse Erleichterung über die Wiedereröffnung des Garten- und Baubereichs.

«Wir mussten Pflanzen verschenken in einem guten fünfstelligen Betrag.»

Danach schnellten die Onlinebestellungen in die Höhe, was einen enormen Arbeitsaufwand für das Landi-Personal nach sich zog. «Der Renner war eine 12er-Schale Salatsetzlinge. Irgendwann war das Produkt ausverkauft», so Alexander Zogg.

In praktisch jedem Einkaufswagen sind denn am Montag auch Blumen, Pflanzen oder Blumenerde zu finden. Auch Claudia Moritz freut sich für ihren Garten. «Ich vermisste den Einkauf von Blumen und Erde, die muss ich jetzt grad abholen», sagt sie und steuert zielgerichtet weiter. Auch der Einkaufswagen von Susanne Büchel ist voll mit Blumen. «Darauf habe ich lange gewartet», sagt sie. Besorgt wegen Corona zeigt sie sich nicht. «Ansonsten würde ich zu Hause bleiben.»

Nachholbedarf auch bei den Migros-Kunden In der Buchser Filiale der Migros Do It + Garden waren die ersten zwei Stunden zwar ruhig, doch danach habe die Kundenfrequenz von Stunde zu Stunde zugenommen. «Wir haben damit gerechnet, dass die Kunden einen gewissen Nachholbedarf haben, den sie insbesondere in der Gartenabteilung decken wollen», schreibt Andreas Bühler, Leiter Kommunikation der Migros Ostschweiz.

In der Filiale Migros Do it + Garden stieg die Kundenfrequenz am Montag von Stunde zu Stunde.

In der Filiale Migros Do it + Garden stieg die Kundenfrequenz am Montag von Stunde zu Stunde.

PD

Auch die Migros musste Mitte März einige Pflanzen aus dem Sortiment entsorgen, die nicht verkauft werden konnten. Nach der Schliessung stellte auch die Migros eine starke Zunahme der Onlinebestellungen von Pflanzen und Baumarkt-Artikeln fest. So konnte ein Teil der Mitarbeitenden mit dem Verarbeiten dieser Bestellungen beschäftigt werden. Auch mussten die verbliebenen Pflanzen weiter gepflegt werden und einige Mitarbeitenden der Migros-Filiale in Buchs unterstützten die Supermärkte der Migros in der Region. Beim Umsatz wird sich die Schliessung jedoch bemerkbar machen. «Handelt es sich bei den Monaten März bis Mai doch um die wichtigsten Monate für die gesamten Gartensortimente», sagt Andreas Bühler.