Dank «Ostschweizer helfen Ostschweizern» konnte eine Werdenbergerin ihre Wohnung mit gebrauchten Möbeln ausstatten

Eine junge Frau aus der Region Werdenberg ist alleinerziehende Mutter von drei Kindern und arbeitslos. Da sie sich keine Möbel leisten kann, wurde sie von der Organisation Ostschweizer helfen Ostschweizern (OhO) unterstützt.

Adi Lippuner
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Die alleinerziehende Mutter trennte sich vom Partner. Dies hat zu finanziellen Engpässen geführt.

Die alleinerziehende Mutter trennte sich vom Partner. Dies hat zu finanziellen Engpässen geführt.

Symbolbild: Christof Schuerpf / KEYSTONE

Das Mehrfamilienhaus in einer der Werdenberger Gemeinden umfasst acht Einheiten. Die alleinerziehende Mutter hat erst vor kurzem mit ihren drei Kindern dort eine Wohnung gefunden. Doch für die Einrichtung war kein Geld vorhanden. Dank der Unterstützung von Ostschweizer helfen Ostschweizern (OhO), konnten gebrauchte Möbel und auch ein Fernseher angeschafft werden. Die Frau, die anonym bleiben möchte, sagt:

«Für die Kinder und für mich ein Stück Normalität. Ohne diese Hilfe hätten wir auf dem Boden campieren müssen. So sind nun die dreieinhalb Zimmer eingerichtet, wobei mir ein kleiner Teil der Möbel sogar kostenlos überlassen wurde.»

Im Gespräch wird deutlich, die Trennung von ihrem Partner – auf die Gründe soll an dieser Stelle nicht eingegangen werden – hat zu finanziellen Engpässen geführt. «Schon vorher war das Geld nicht üppig vorhanden, aber wir kamen über die Runden.»

Nebst der Sorge um die Deckung der monatlich anfallenden Kosten kommt für die Alleinerziehende noch das Seilziehen rund um den noch auszuhandelnden Unterhaltsvertrag mit dem Vater der beiden jüngeren Kinder dazu. «Das Schriftstück läge eigentlich vor, aber mein Ex-Partner findet ständig Gründe, das Ganze zu verzögern.»

Hilfe annehmen, kostete Überwindung

Die Tatsache, finanziell vor einer fast unüberwindbaren Situation zu stehen, habe sie stark belastet. Erst nach dem Gespräch mit einer Sozialarbeiterin und dem Gesuch an OhO habe sie wieder ruhiger schlafen können.

«Wir sind seit Mitte November in der neuen Wohnung. Die Kinder und ich sind wesentlich entspannter, auch wenn das Geld knapp ist und das wohl auch noch für einige Zeit so bleiben wird. Wenn kein Wunder geschieht, werde ich für die Kinder auch keine Weihnachtsgeschenke kaufen können. Aber das Wichtigste ist, wir sind zusammen und haben eine gute Wohnsituation.»

Einen Tag nach dem anderen angehen

Aktuell ist die dreifache Mutter arbeitslos. Als gelernte Detailhandelsangestellte weiss sie auch nicht, wie sie ihre Aufgaben als Alleinerziehende mit einem schulpflichtigen Kind und zwei Kleinkindern und eine berufliche Tätigkeit stemmen könnte.

«Mir wurde eine Tagesmutter empfohlen, doch die dort anfallenden Kosten würden einen Grossteil meines Einkommens beanspruchen.» Aktuell sei vieles noch offen und sie müsse nun einfach einen Tag nach dem anderen die anstehenden Aufgaben erfüllen.

Kaum Kontakte ausserhalb der Familie

Die junge Mutter verliess, wie es so schön heisst, der Liebe willen, ihre angestammte Heimat in einem Nachbarkanton und zog ins Werdenberg. «Ich liess meine ganzen Freunde und Bekannten zurück und ein neues Umfeld konnte ich mir, weil schon bald unsere gemeinsame Tochter zur Welt kam, nicht schaffen.»

Zu ihren Eltern hat sie Kontakt, kann aber von ihnen zeitlich kaum Unterstützung erwarten, da beide berufstätig sind. Die Eltern des Ex-Partners seien zwar hilfsbereit, doch wie lange das so bleibe, wisse sie nicht.

Jeden Monat schreibt sie acht Bewerbungen

Was der dreifachen Mutter fehlt, ist Unterstützung bei der Betreuung der Kinder und etwas Freiraum für sich selbst. «Ich habe keine Zeit, um mich mal mit jemandem Gleichaltriger auszutauschen, es gibt kaum Kontakt ausserhalb der Familie.»

Sie sei ausschliesslich für ihre Kinder da, sorge dafür, dass der Haushalt funktioniere, gehe in der Umgebung spazieren und schreibe, weil dies vom Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum vorgeschrieben, jeden Monat mindestens acht Bewerbungen. «Meine sämtlichen Bemühungen muss ich den Amtsstellen vorlegen und das bedingt, dass ich mich am Abend, wenn die Kinder schlafen, um die schriftlichen Aufgaben kümmere.»

Ostschweizer Spendenaktion

Die Weihnachtsaktion «Ostschweizer helfen Ostschweizern» (OhO) unterstützt Menschen in der Region. Träger des unabhängigen Vereins sind das «St. Galler Tagblatt» und seine Regionalausgaben wie der Werdenberger & Obertoggenburger sowie das Ostschweizer Fernsehen TVO und Radio FM1. Seit 2005 wird jeweils in der Vorweihnachtszeit Geld gesammelt und, wenn immer möglich, bis Weihnachten überwiesen.

Spenden kann jeder, auch kleine Beträge helfen. OhO will entlasten und eine Freude bereiten. Die Aktion unterstützt sowohl Einzelpersonen als auch Familien aus den Kantonen St. Gallen, Thurgau und den beiden Appenzell.

Wer spenden möchte, kann Geld an die St. Galler Kantonalbank überweisen: Bankkonto CH16 0078 1600 1582 4200 0, zu Gunsten von: Ostschweizer helfen Ostschweizern, c/o Tagblatt, Fürstenlandstrasse 122, 9001 St. Gallen.
Weitere Informationen: www.tagblatt.ch/oho