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Dank Kot neue Fledermausart entlarvt

Ein Forscherteam hat eine neue Fledermausart entdeckt. Diese kommt auch in der Region vor. Ein Quartier in Nesslau konnte mit Hilfe von DNA-Proben, die der Biologe René Güttinger gesammelt hat, bestätigt werden.
Katharina Rutz
Das Kryptische Mausohr wiegt bloss 5 bis 10 Gramm, hat jedoch eine respektable Flügelspannweite von gut 25 Zentimetern. Sie ernährt sich von Kleininsekten wie Fliegen und Mücken sowie von Spinnen. Bild: René Güttinger/RG Blick

Das Kryptische Mausohr wiegt bloss 5 bis 10 Gramm, hat jedoch eine respektable Flügelspannweite von gut 25 Zentimetern. Sie ernährt sich von Kleininsekten wie Fliegen und Mücken sowie von Spinnen. Bild: René Güttinger/RG Blick

Bisher dachte René Güttinger, dass im Fledermausquartier in Nesslau Fransenfledermäuse ihre Jungen zur Welt bringen. Es handelt sich um eine von rund drei sogenannten Wochenstuben dieser Fledermausart im Kanton St. Gallen. Doch versteckt vor aller Augen lebt dort das Kryptische Mausohr. Sie sieht nur praktisch identisch aus wie die Fransenfledermaus, weshalb sie so lange unter ihrem Deckmantel leben konnte. Inzwischen wurden neben der «echten» Fransenfledermaus in Europa drei weitere Arten entdeckt, die der Fransenfledermaus verblüffend ähnlich sehen, jedoch genetisch ganz anders sind. Daran geforscht hat ein Team von Fachleuten, darunter der Genfer Zoologe Manuel Ruedi.

Unterschied nur genetisch feststellbar

Auch der Nesslauer Biologe und Fledermausexperte René Güttinger hat von dem Forschungsprojekt erfahren. Da er ein Fledermausquartier mit Fransenfledermäusen betreut, konnte er dort Proben sammeln, die genetisch ausgewertet wurden. «Kotproben eignen sich beispielsweise gut dafür», so René Güttinger. Wie sich herausstellte, entpuppten sich die vermeintlichen Fransenfledermäuse tatsächlich als Kryptische Mausohren (Myotis crypticus).

Die Art lebt in Spanien, Südfrankreich, Italien und der Schweiz. Sie lässt sich nur genetisch und aufgrund von Schädelmerkmalen von der Fransenfledermaus unterscheiden, wie Wissenschaftler aus Spanien, Frankreich und Manuel Ruedi vom Naturhistorischen Museum in Genf in einer Fachzeitschrift beschrieben haben.

Lebensweise weitgehend unbekannt

Bis jetzt sind in der Schweiz gerade mal zwei Wochenstuben der Kryptischen Mausohren bekannt. Jene in Nesslau und eine im Tessin. Ein einzelnes Exemplar der neuen Art wurde zudem im Thurgau gefunden und Nachweise von einzelnen Tieren gibt es auch aus dem Waadtländer Jura. «Da sich die neue Art nur anhand einer DNA-Analyse unterscheiden lässt, stellt sich die Frage, ob es sich bei den bisher als Fransenfledermäuse bezeichneten Tiere der Region nicht eigentlich um das Kryptische Mausohr handelt», sagt René Güttinger.

Auch über die Lebensweise der neuen Art ist wenig bekannt. «Wir wissen nicht, ob die Kryptischen Mausohren die gleiche Lebensweise haben wie die bisher bekannte Fransenfledermaus». Die Forscher vermuten nur, dass die beiden Arten ähnliche Bedürfnisse haben. Es könnte aber auch sein, dass sich die beiden Arten meiden. Die Fransenfledermaus nutzt Wälder und Feldgehölze. Sie ist also auf Einzelbäume, Hecken und Sträucher in der Kulturlandschaft angewiesen, doch gerade diese werden immer seltener.

Da man noch nicht weiss, wie häufig das Kryptische Mausohr ist, müssen die Wochenstuben streng geschützt werden, darin sind sich die Fachleute einig. Rund um die Kryptischen Maus-ohren eröffnet sich also ein grosses, neues Forschungsfeld für die Wissenschaftler.

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