Corona-Konsultationszentrum in Sargans: «Wir reagieren flexibel entsprechend den Bedürfnissen»

Seit dem 31. März ist das Corona-Konsultationszentrum für das Sarganserland und Werdenberg in der Turnhalle Riet in Sargans in Betrieb. Hausarzt Aldo Fischer aus Trübbach, der dieses Zentrum leitet, beantwortet Fragen zur Arbeit im Zentrum.

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Aldo Fischer leitet das Konsultationszentrum in Sargans.

Aldo Fischer leitet das Konsultationszentrum in Sargans.

Bild: PD

Aldo Fischer, was ziehen Sie für eine persönliche Bilanz über die ersten Wochen im Konsultationszentrum?

Als Erstes muss man der Bevölkerung einen grossen Dank und ein Lob aussprechen, dass sie sich mehrheitlich gut an die Vorgaben des Bundesrats gehalten hat. Die befürchteten Folgen und Konsequenzen für das Gesundheitswesen und unser Zusammenleben, wie wir es im Tessin oder in der Westschweiz gesehen haben, sind nicht eingetreten. Die griffigen Massnahmen sind zwar wirtschaftlich und sozial einschneidend, haben aber unsere St. Galler Spitäler und Praxen vor einer unkontrollierbaren Flut an Erkrankten bewahrt. Deshalb blieb es auch in den Zentren ruhig. Pro Tag blieb es bei einer kleinen Anzahl von Personen, die uns zugewiesen wurden. Ungefähr 15 Prozent der Abstriche waren positiv und nur wenige Covid-19-Patienten zeigten einen schlechten Allgemeinzustand. Die interprofessionelle Zusammenarbeit in den Zentren und die klare Führung durch den Kanton waren reibungslos und hervorragend aufeinander abgestimmt.

In der Bevölkerung gibt es Ängste, dass in und um das Zentrum eine erhöhte Ansteckungsgefahr besteht. Was sagen Sie dazu?

Es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung. Der Betrieb wurde mit den Verantwortlichen der Sportanlage Riet abgesprochen und die Anwohner wurden über den Betrieb des Konsultationszentrums orientiert. Wer sich an die Verhaltensmassnahmen und Empfehlungen des Bundes hält, ist gut geschützt. Selbstverständlich ist eine parallele Nutzung der Hallen durch Dritte nicht möglich und die Nutzung für Schulen und Vereine kann erst nach Schliessung und Reinigung des Zentrums wieder freigegeben werden. Dies sicher bedenkenlos und frühestens, wenn die sportlichen und schulischen Anlässe wieder erlaubt sind.

Wenn Sie an die kommenden Wochen denken, was ist für Sie wichtig?

Vernunft, Durchhaltevermögen und viel Geduld. Die Auswirkungen der schrittweisen Lockerungsmassnahmen sind nicht vorhersehbar. Wir müssen jeweils mindestens zwei Wochen warten und nach jeder geplanten Veränderung die Infektionsraten wissenschaftlich beobachten. Zudem ändern in der kommenden Woche die Abstrichrichtlinien des Bundesamts für Gesundheit. Es gilt abzuwarten, was dies für die Anzahl Patienten und das Gesundheitswesen bedeuten wird. Deshalb bleiben die Konsultationszentren bestehen. Sie reagieren flexibel entsprechend den aufkommenden Bedürfnissen und nach Vorgabe von Bund und Kanton. (mr)