Kommentar

«Corona-Abstand» einhalten gilt nach wie vor: Von «Sündern» und Vorbildern

Die Konsequenz in der Umsetzung der vorbeugenden Massnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus lässt in der Bevölkerung spürbar nach. Es liegt an UND allen, die Verantwortung wieder gewissenhafter wahrzunehmen.

Thomas Schwizer
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Thomas Schwizer, Chefredaktor «Werdenberger und Obertoggenburger».

Thomas Schwizer, Chefredaktor «Werdenberger und Obertoggenburger».

Bild: Urs Bucher

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) beschreibt einen der Hauptübertragungswege des Coronavirus wie folgt: «Wenn man zu einer infizierten Person weniger als 1,5 Meter Abstand hält.» Je länger und enger man Kontakt mit jemandem habe, der infiziert ist, desto wahrscheinlicher sei eine Ansteckung.

In der Schweiz ist seit dem bisherigen Höhepunkt der Zahl an Covid-19 erkrankten Personen schon einige Zeit verstrichen. Das wirkt sich im alltäglichen Verhalten negativ aus, man wird nachlässig.

So erlebt wohl jede und jeder wieder Personen, die einem die Hand zum Gruss reichen.

Wohl manchem erging es dabei schon wie mir, dass ich «zugegriffen» habe – um gleich darauf reuig zu sagen, dass dies derzeit nicht angebracht sei.

Wer den Mindestabstand einhält, fällt heute fast schon auf

Und Leute, die den vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,5 Metern (vorher waren es bekanntlich 2) einhalten, fallen heute fast schon auf. Auch bei Treffen und Anlässen, die unter Einhaltung der inzwischen gelockerten Regelungen wieder erlaubt sind, ist diese heikle Lockerheit zu beobachten.

Von einigen gibt es Fotos, die dann auch im W&O erscheinen. Darunter sind auch solche mit «abstandslosen» Politikern drauf. Das steht im Gegensatz zur Schutzmaskenpflicht, die der Bund für Passagiere im Öffentlichen Verkehr erlassen hat.

Diese ist vernünftig, denn hier ist oft der gebotene Mindestabstand nicht möglich, und das während mindestens einigen Minuten. Das sei etwas anderes als wenn man nur schnell für ein Foto zusammenstehe, ist von jenen zu hören, die auf einem solchen Bild ertappt werden.

Wir stehen als Gemeinschaft weiter in der Verantwortung

Fakt ist: Die Zahl der Personen, die am Coronavirus erkranken und es weiter verteilen, ist wieder gestiegen. Sie wird in und nach der Ferien- und damit Reisezeit wohl weiter steigen. Dessen müssen wir uns bewusst sein.

Sicher: Gerade Politiker haben eine Vorbildfunktion. Aber alle sind gefordert, für die «Sünder» ein gutes Beispiel zu sein.

Denn wir stehen als Gemeinschaft weiter in der Verantwortung, besonders gefährdete Personen zu schützen! Nach wie vor mit Abstandhalten, wenn dies nicht möglich ist Mundschutztragen, und mit Händedesinfizieren.