Coiffeursalon in Buchs ist derzeit «mehr als nur ausgebucht»

Die Coiffeursalons in der Region Werdenberg haben alle Hände voll zu tun. Sie reagierten mit verlängerten Öffnungszeiten. Zwei davon hat der W&O am Montag besucht.

Alexandra Gächter
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Eva Garcia von Orieva Hair and Nail Buchs darf wieder ihre Kunden bedienen.

Eva Garcia von Orieva Hair and Nail Buchs darf wieder ihre Kunden bedienen.

Alexandra Gächter

«Oh, mein Gott, ich bin so froh, dass ich wieder zum Coiffeur darf», sagte Charlotte Thöny. Sie ist Stammkundin bei Eva Garcia, Inhaberin des Salons Orieva Hair and Nail, in Buchs und hatte am Montag erstmals seit mehreren Wochen wieder einen Coiffeurtermin. Es tue gut, wieder etwas für das Selbstwertgefühl und das Wohlbefinden machen zu dürfen, so die Kundin. Sie wirkte fröhlich und trank einen Kaffee während des Termins – war damit aber eine Ausnahme. «Die Atmosphäre ist anders als sonst. Die Kundschaft ist nicht mehr so aufgestellt. Die Stimmung ist etwas gedrückt», erklärte Coiffeuse Eva Garcia. Das läge unter anderem auch daran, dass man sich früher während des Haareschneidens allerhand erzählen konnte. Derzeit gäbe es bei vielen nur noch ein Gesprächsthema: Corona. Auch Getränke würden die meisten Kunden während des Termins nicht mehr annehmen, obwohl der Kaffee in Wegwerfbechern angeboten wird.

Mit Maske schwieriger

Eva Garcia sowie die Kunden trugen Masken. Das fände sie etwas gewöhnungsbedürftig. «Es ist schwierig eine Frisur zu finden, die zum Gesicht passt, wenn es zur Hälfte bedeckt ist», so Garcia. Ihre Mitarbeiterin Virginia da Silva fügte an: «Normalerweise lese ich am Gesicht der Kundin ab, wie zufrieden sie ist. Das ist mit der Maske viel schwieriger.»

Arbeitszeiten verlängert

Am Tag als der Bundesrat die Bestimmungen lockerte, war Eva Garcia den ständig am Telefonieren, um Termine abzumachen. «Wir sind derzeit mehr als nur ausgebucht», sagt sie. Sie und ihre Mitarbeiterinnen arbeiten in den nächsten zwei Wochen mehr als sonst. Montags haben sie neu offen, an den übrigen Tagen arbeiten sie länger.

Masken und Desinfektionsmittel aufzutreiben sei mühsam gewesen, so Garcia. Auf die Plexiglasmasken warten sie noch. Diese werden in der Kosmetik für Gesichtsbehandlungen verwendet. Bis diese angekommen sind, bietet Orieva Hair and Nail nur Termine für Haare und Nägel an.

Eingangsbereich wurde überwacht

Auch Gidor Coiffure in Buchs reagierte mit verlängerten Öffnungszeiten. Damit sich nicht zu viele Kunden im Geschäft aufhielten, überwachte eine Mitarbeiterin von Gidor Coiffure Buchs den Einlass der Kunden. «Denn beim Schutz und der Gesundheit unserer Mitarbeitenden und Kunden gehen wir keine Risiken ein», sagte Louis Giger, Inhaber von Gidor.

Liridona Fejza, Vivienne Forrer und Yvonne Bruder von Gidor Coiffure Buchs (von rechts) freuten sich über ihren ersten Arbeitstag am Montag.

Liridona Fejza, Vivienne Forrer und Yvonne Bruder von Gidor Coiffure Buchs (von rechts) freuten sich über ihren ersten Arbeitstag am Montag.

Alexandra Gächter

Wie an anderen Standorten wurde vor der Filiale in Buchs ein kleiner Wartebereich bereitgestellt, sodass die Kunden die Schutzmaske aufsetzen und die Hände desinfizieren konnten. Wenn gewünscht, erhielten sie ein Paar Handschuhe. Zudem wurden die Koordinaten der Kunden aufgenommen, um im Fall einer Ansteckung, sofort den betroffenen Personenkreis informieren zu können. Um den Abstand zu wahren, war nur jeder zweite Platz mit einer Person besetzt.

Froh, dass sie die Kunden wieder bedienen dürfen

«Wir desinfizieren nach jedem Kunden die Oberflächen und das Werkzeug. Der Bedienplatz wird ebenfalls desinfiziert. Wir verwenden Einwegmäntel, die nach der Bedienung des Kunden entsorgt werden. Frisiermäntel werden umgehend nach dem Kunden gewaschen», sagte Giger. Die Beschaffung des Schutzmaterials, insbesondere der Schutzmasken und Schutzbrillen, sei eine grosse Herausforderung gewesen. Trotz der Massnahmen seien sie sehr froh, dass sie ihre Kunden wieder bedienen dürfen, so Giger.