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Chörbliwasser ist ausverkauft

In der Region gibt es drei grössere Produzenten von Chörbliwasser – und bei allen ist das Werdenberger Volksheilmittel bereits seit längerem ausverkauft.
Katharina Rutz
Bei den drei grossen Werdenberger Produzenten von Chörbliwasser ist das Volksheilmittel bereits ausverkauft. (Bild: Ursula Wegstein, 27. Mai 2017)

Bei den drei grossen Werdenberger Produzenten von Chörbliwasser ist das Volksheilmittel bereits ausverkauft. (Bild: Ursula Wegstein, 27. Mai 2017)

Wer noch kein Chörbliwasser gekauft hat, muss bis im nächsten Mai Geduld haben oder auf einen Geheimtipp hoffen. Denn die Produktion von diesem Jahr ist bereits ausverkauft, und zwar bei allen drei grösseren Werdenberger Kerbelkrautbrennern. Normalerweise gibt es noch bis in den Winter hinein Chörbliwasser zu kaufen. Nicht so dieses Jahr.

Zogg und Vetsch in Grabs sowie Schegg in Gams heissen die Brennereien, die das Werdenberger Volksheilmittel in grösseren Mengen herstellen.

Das Werdenberger Allerweltsheilmittel

Das Chörbliwasser wird aus dem Kerbelkraut Myrrhis odorata hergestellt. Es ist eine destillierte, alkoholfreie, milchig-trübe Flüssigkeit und schmeckt ähnlich wie Anis. Das Chörbliwasser wird als Allerweltsheilmittel angewendet. In der Regel kann das Kerbelkraut drei Mal im Jahr – im Mai, anfangs Juli und August – geerntet werden. «Doch die Pflanze ist nicht so einfach zu kultivieren. Das Klima und der Boden müssen stimmen», sagt Martin Schegg von der gleichnamigen Spezialitäten-Brennerei in Gams. Und das Wetter war für das Kerbelkraut dieses Jahr nicht gerade ideal. «Es war im Juli und August zu trocken. Der erste Schnitt war noch gut, dann blieb das Kraut klein und die Ernte fiel geringer aus», sagt Hans Zogg von der Zogg Mosterei-Brennerei AG auf dem Grabserberg. Bei der Mosterei Vetsch in Grabs konnte gar nur ein Schnitt geerntet werden. «Der zweite verbrannte wegen der Trockenheit und der dritte blieb folglich ebenfalls aus», sagt Rolf Vetsch.

Zogg und Vetsch konnten nur rund die Hälfte der üblichen Menge produzieren. «Wir hatten 60 Prozent Ausfall», sagt Rolf Vetsch. Zogg brannte statt der durschnittlich 6000 Liter nur rund 3600 Liter Chörbliwasser. Bei der Brennerei Schegg konnte zwar die übliche Menge gebrannt werden, «doch die Nachfrage ist dieses Jahr stark angestiegen», sagt Schegg. So ist das Chörbliwasser bei der Mosterei Vetsch bereits seit dem Frühsommer ausverkauft. Auf dem Grabserberg ist es seit drei Wochen aus und auch Martin Schegg kann kein Chörbliwasser mehr anbieten. «So ist die Natur, ich kann kein Kerbelkraut aus dem Boden stampfen», sagt er.

Auf der Suche nach dem Geheimtipp

Selbst auf Facebook in der Gruppe «Du bisch vo Buchs (Buxx) wenn ...» wird nach dem Volksheilmittel gesucht. Einige Gruppenmitglieder geben Tipps, wo das Chörbliwasser noch zu kaufen ist. Unter anderem wird die Swidro Drogerie in Räfis genant. Tatsächlich kann dort noch Chörbliwasser gekauft werden, allerdings kein frisches mehr, sondern aus Konzentrat. Dieses sei aber in der Anwendung und der Wirkung genau gleich, wie das frische, heisst es bei der Drogerie.

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