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Café Centrum in Azmoos:
Wo das ganze Dorf ein und aus geht

Im Café des Betagtenheims Wartau findet ein guter Teil des sozialen Lebens der Gemeinde statt.
Jessica Nigg
Vor allem bei schönem Wetter ist das Café Centrum bei Bewohnern und Gästen beliebt. (Bild: Jessica Nigg)

Vor allem bei schönem Wetter ist das Café Centrum bei Bewohnern und Gästen beliebt. (Bild: Jessica Nigg)

Die Idee für einen dorfplatzähnlichen Treffpunkt gab es schon, als das Betagtenheim Wartau geplant wurde: «Man wollte im Dorf einen Ort schaffen, wo sich die Menschen treffen und austauschen können», erklärt Heimleiterin Beatrice Disch (Bild ganz rechts).

Aus diesem Grund entschied man sich auch, das Café öffentlich zu machen sowie den Lebensmittelladen an gleicher Stelle, wo früher die Milchzentrale stand, im Gebäude zu erhalten und zu verpachten.

Die Umsetzung der Idee mit dem Treffpunkt im Dorf sei anfangs nicht ganz einfach gewesen, als man vor rund 20 Jahren von der Abgeschiedenheit der Heuwiese mitten ins Dorf zügelte. Auf einmal war man mit viel mehr Menschen konfrontiert und transparent. Nach einer Weile wurde die neue Situation zum Alltag.

Leute treffen oder dem Geschehen zuschauen

Dieses Paar ist vertieft in die W&O-Lektüre. (Bild: Jessica Nigg)

Dieses Paar ist vertieft in die W&O-Lektüre. (Bild: Jessica Nigg)

Mittlerweile blickt man auf eine Erfolgsgeschichte zurück: Im Café Centrum bleiben die Bewohnerinnen und Bewohner des Betagtenheims nicht unter sich. Hier trifft sich nicht nur ganz Azmoos, sondern auch Leute aus der ganzen Gemeinde und von ausserhalb. Da sind zum einen die Angehörigen, welche mit den Seniorinnen und Senioren im Café Centrum «eins trinken» gehen. Andererseits kommen viele Bauarbeiter zum Znüni und Zmittag, Lehrer der benachbarten Schulen, Gemeindeangestellte sowie weitere Besucher.

«Einige unserer Gäste, die nicht im Betagtenheim wohnen, kommen fast täglich und sind zum Teil pünktlich wie ein Ührchen»,

erzählt Beatrice Disch schmunzelnd. Sie freut sich über das heterogene Publikum im Haus. «Ich finde es sehr schön, dass für unsere Senioren, die zum Teil nicht mehr aktiv am Dorfleben teilnehmen können, immer etwas läuft.» Sie sehen Leute ein und aus gehen, den Verkehr vorbeifliessen, Kinder auf dem Schulweg und vieles mehr.

Die Heimleiterin erinnert sich an eine Situation, die nicht nur die Bewohner, sondern auch Mitarbeiter und Gäste berührt hatte: Im benachbarten Kindergarten feierte ein Kind seinen Geburtstag. In Zweierreihe machten sich die Kleinen zur Eistheke des Café Centrum auf, wo sich jedes Kind eine Leckerei aussuchen durfte. «Es war so schön, das Leben in den Kindern zu sehen und es ist wunderbar, dass so etwas auch Platz haben darf und das Betagtenheim nicht abgeschirmt ist», so Disch.

Auch finden immer wieder Anlässe auf dem Platz vor dem Betagtenheim statt wie Konzerte oder Märkte. Besonders imposant sind natürlich auch die Alpabfahrten im Herbst, wenn das geschmückte Vieh und die Sennen in ihrer Tracht vorbeidefilieren und die grossen Glocken in der Strasse hallen.

Jederzeit die Möglichkeit sich zurückzuziehen

Wer will, setzt sich mitten ins Geschehen. Zurückziehen können die Bewohner sich, wann immer sie dies möchten. (Bild: Jessica Nigg)

Wer will, setzt sich mitten ins Geschehen. Zurückziehen können die Bewohner sich, wann immer sie dies möchten. (Bild: Jessica Nigg)

Das stete Kommen und Gehen von Menschen verschiedenster Art schaffe Anreize für die Bewohner. Überfordert würden sie dadurch nicht. «Sie haben die Möglichkeit, sich jederzeit zurückzuziehen. Sei es in die eigenen Zimmer, in die Gemeinschaftsräumlichkeiten auf den Etagen oder in das interne Restaurant mit grosser Terrasse, seitlich des Café Centrum. Diese barrierefreie und windgeschützte Terrasse mit Sonnendach sei ein grosser Gewinn: Sie ermögliche es auch fragilen und mehrfach erkrankten Bewohnern ihre Zimmer zu verlassen und mit anderen in Kontakt zu treten oder passiv an dem Geschehen teilzunehmen.

«Auch diese Bewohner werden aktiv abgeholt», erklärt Disch. Zwar bräuchten viele von ihnen eine gewisse Zeit, sich an diese Aktivitäten zu gewöhnen, dennoch überwiege die Freude:

«Sie sagen, für sie sei der Besuch der Terrasse schon wie ein kleiner Ausflug.»

«Im Gegensatz zum Café Centrum sind die Bewohner auf der Terrasse nicht ausgestellt», ergänzt die Heimleiterin.

Ein wichtiger Faktor für den Erfolg des Cafés als Treffpunkt sei die Niederschwelligkeit. Der Gang dorthin sei etwas ganz Selbstverständliches geworden, zeigt sich Beatrice Disch zufrieden. «Ich glaube, wir sind auf dem richtigen Weg.»

Hier ist immer etwas los: Das Café Centrum ist ein wichtiger Treffpunkt der Gemeinde Wartau. (Bild: Jessica Nigg)

Hier ist immer etwas los: Das Café Centrum ist ein wichtiger Treffpunkt der Gemeinde Wartau. (Bild: Jessica Nigg)

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