Buchser Autorin Doris Röckle-Vetsch mit Mittelalter-Romanen auf Erfolgskurs

Am 3. Februar erscheint das 528 Seiten starke Buch "Auf der Spur der Gräfin" im renommierten deutschen Verlag Droemer Knaur. Die in Buchs aufgewachsene und in Vaduz wohnhafte Autorin Doris Röckle-Vetsch hat eine grosse Fangemeinde.

Armando Bianco
Drucken
Teilen
Burgen und Schlösser aus der Region sind die Schauplätze ihrer Romane: Die erfolgreiche Autorin Doris Röckle-Vetsch.

Burgen und Schlösser aus der Region sind die Schauplätze ihrer Romane: Die erfolgreiche Autorin Doris Röckle-Vetsch.

Bild: PD

Auszug einer Rezension einer Buchleserin auf der Literatur-Plattform lovelybooks.de: «Auch dieses Mal hat es die Autorin geschafft, mich mit ihrer spannenden und authentischen Schreibweise zu fesseln. Die historische Einbettung der Geschichte und die, für mich äusserst realistische Darstellung des damaligen Lebens in aller Härte hat mich auch bei dieser Geschichte überzeugt, ebenso die Mischung von Fakten und Fiktion. Ein spannendes, mitreissendes Leseerlebnis für alle, die Leben und Leiden im Mittelalter hautnah erleben wollen.»

Bücher fürs Volk und auch mal ohne Happy End

Die in Vaduz wohnhafte und in Buchs aufgewachsene Autorin Doris Röckle-Vetsch wird mit ihren Mittelalter-Romanen im deutschsprachigen Raum derzeit richtiggehend gefeiert. In den sozialen Medien kursieren unzählige begeisterte Bewertungen für ihre Romane. Fans schreiben ihr persönliche Bekundungen und fiebern der nächsten Veröffentlichung entgegen. Am 3. Februar erscheint das 528 Seiten starke Werk «Die Spur der Gräfin» im renommierten deutschen Verlag Droemer Knaur. Dort ist Doris Röckle-Vetsch mit den Romanen «Die Flucht der Magd» (2016) und «Das Mündel der Hexe» (2017) in die Top-Liga der Autoren aufgestiegen. Die beiden Werke waren brillant recherchiert, opulent, raffiniert, packend und kurzweilig erzählt. Und ziemlich erfolgreich.

Den Lesern gefällt offensichtlich, dass es in den Büchern der gebürtigen Buchserin nicht nur um den Stand des Adels geht, sondern auch um das oft steinige und zähe Leben des einfachen Volkes geht. Sie bemüht sich nicht, jede Geschichte mit einem Happy End abzuschliessen, damit ihre Bücher nicht vorhersehbar sind und den Spannungsbogen hochhalten.

Detailliertes Wissen um das Leben im Mittelalter

Die Autorin ist seit jeher fasziniert von der Mystik im Alpenrheintal mit seinen zahlreichen Schlössern und Burgen. Kein Wunder, hat sie doch die halbe Kindheit im und ums Schloss Werdenberg erlebt. Die zentralen Schauplätze ihrer ersten zwei Bücher – ebenfalls mehrere hundert Seiten dick – waren die Burg Hohensax und die Burgen Sargans und Vaduz. Ihr neues Werk dreht sich um die Burg Werdenberg und die Grafschaft Werdenberg-Heiligenberg.

Die Leserschaft im Genre der Mittelalter-Romane ist besonders kritisch und interessiert, ähnlich wie es im Krimi-Bereich auch ist. Stimmigkeit und Detailtreue sind besonders bedeutend, deshalb liegt es nahe, dass es eine enorme Fülle an Recherche braucht.

«Ich verbringe Stunden und Stunden damit herauszufinden, wie eine Deichsel im Mittelalter konstruiert war, das Prinzip eines Wasserrads zu kennen, oder wie Kleider genäht wurden.»

Ihr Schreibtisch ist übersät mit Notizzetteln und recherchierten Informationen zu allerlei Dingen und Gegebenheiten. Lachend fügt sie an: «Eigentlich weiss ich aus der Mittelalterzeit unheimlich viele Dinge unheimlich genau, was mir für meinen Alltag heute aber nichts nützt. Hingegen habe ich nur ein minimes Grundverständnis von moderner Technik.»

Sensationelle Zahlen für die Newcomerin

Talent und Fleiss und Schreibstil allein genügten auf dem Weg nach oben bzw. zum Verlag Droemer Knaur allerdings nicht, es brauchte auch einen Türöffner: «Bei den grossen Verlagen geht heute ohne einen eigenen Agenten eigentlich fast nichts mehr. Und als Newcomerin beginnt man auf der untersten Stufe. Die Zahlen haben dann aber alle überrascht. Mein letztes Buch hat im Juni 2019 die Schallgrenze von 15000 verkauften Exemplaren durchbrochen, was vom Verlag als ‹sensationell› bezeichnet wurde, sodass ich in die oberste Verlagsstufe aufgestiegen nin. Aber darauf bilde ich mir nichts ein, denn auf dieser Stufe bin ich ja auch wieder eine Newcomerin.»

Ein spannender Mittelalter-Roman
um das Grabtuch Christi Region

1341: Um das ungeheuerliche Geheimnis des Grabtuches Christi zu wahren, wird der neugierige, junge Graf Albrecht auf eine Pilgerreise ins Gelobte Land geschickt. Kurz nach seiner Vermählung muss Graf Albrecht, Herrscher der Grafschaft Werdenberg-Heiligenberg, erkennen, dass seine Gemahlin, Gräfin Mechthild, an einer seltsamen Krankheit leidet. Als die junge Frau eines Tages spurlos verschwindet, reist der Graf in seiner Verzweiflung an den Bischöflichen Hof in Curia. Doch statt ihm, wie erhofft, zu helfen, nutzt der Bischof die Gelegenheit, den Grafen loszuwerden, und schickt ihn im Auftrag der Rosenkranzbruderschaft auf eine Pilgerreise ins Gelobte Land, von der er nicht mehr lebend zurückkehren soll. Doch das Glück ist Graf Albrecht hold, und er erfährt nicht nur von dem Mordkomplott gegen ihn, sondern lüftet bei einem Templer das Geheimnis um das Grabtuch Christi, welches die Bruderschaft fälschen möchte, um die Ungeheuerlichkeit, die die Reliquie zeigt, zu verbergen. (wo)

«Die Spur der Gräfin», Verlag Knaur, Taschenbuch, 528 Seiten, ISBN: 978-3-426-21586-9.