Buchs
«Mit weiteren Massnahmen werden die Lebewesen nochmals deutlich profitieren» – Lebensraum am Binnenkanal wird weiter aufgewertet

Der unermüdliche Einsatz für die ökologische Aufwertung des Werdenbeger Binnenkanals in Buchs hat sich gelohnt, so die Zwischenbilanz des Werdenberger Binnenkanal Unternehmens. Neu können sich Interessierte an drei Standorten über die getroffenen Massnahmen informieren und sich vor Ort vom Vorzeigeprojekt überzeugen.

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Regierungsrat Beat Tinner (v.l.), WBK-Präsident Eduard Neuhaus und sein Vorgänger Hans Peter Schwendener freuen sich über die Entwicklung am revitalisierten Binnenkanal in Buchs. Dank der neuen Informationstafel können sich Interessierte über das abgeschlossene Projekt orientieren.

Regierungsrat Beat Tinner (v.l.), WBK-Präsident Eduard Neuhaus und sein Vorgänger Hans Peter Schwendener freuen sich über die Entwicklung am revitalisierten Binnenkanal in Buchs. Dank der neuen Informationstafel können sich Interessierte über das abgeschlossene Projekt orientieren.

Bild: PD

(pd) Der revitalisierte Abschnitt des Werdenberger Binnenkanals zwischen der ARA Buchs und dem Ochsensand vermag die Bevölkerung zu begeistern. Von Jahr zu Jahr breitet sich die Natur mehr aus und entfaltet die ganze Schönheit des Naherholungsgebiets, welches rege genutzt wird. Hier fühlen sich sowohl der Mensch als auch die Pflanzen und Tiere wohl.

Regierungsrat Beat Tinner erklärt:

«Besonders erfreulich ist, dass mit der Schaffung von vielfältigen Gewässerstrukturen die Fortpflanzung der Fische deutlich besser funktioniert.»

Beim Monitoring 2020 seien viele Jungfische nachgewiesen worden, wie in der Medienmitteilung informiert wird. Vor der Revitalisierung waren hauptsächlich Regenbogenforellen und vereinzelt Bachforellen und Äschen anzutreffen. Die Äschen konnten sich aufgrund der fehlenden Laich- und Jungfischhabitate nicht optimal fortpflanzen. Für die Bachforellen hatte es ebenfalls zu wenig geeignete Gewässerstrukturen.

Deutlich mehr Fischarten als früher

Der aufgewertete Gewässerbereich wird inzwischen von weiteren Fischarten besiedelt. Ebenso ist die vom Aussterben stark bedrohte Nase im Werdenberger Binnenkanal wieder anzutreffen. Auch die unter Druck stehende Äsche fühlt sich im aufgewerteten Abschnitt wohl. «Wir sind überzeugt, dass mit weiteren Revitalisierungen und der Optimierung von bestehenden Fisch-Wanderhindernissen die Lebewesen nochmals deutlich profitieren werden», erklärt Regierungsrat Beat Tinner, der als Volkswirtschaftsdirektor auch dem Amt für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St.Gallen vorsteht.

Er war es, der vor rund acht Jahren das Revitalisierungs-Projekt vorangetrieben hat und zur Realisierung brachte. Damals noch als Präsident des Werdenberger Binnenkanal-Unternehmen. Der ehemalige Buchser Stadtrat Hans Peter Schwendener, welcher das WBK-Präsidium nach der Wahl von Beat Tinner in den Regierungsrat übernommen hat, erinnert sich an die Anfänge der Planungszeit zurück und freut sich:

«Die anfängliche Kritik ist verstummt. Ich vernehme nur noch positive Rückmeldungen zum neuen Binnenkanal. Jetzt freuen sich alle über das Ergebnis. Wer sich das Naturparadies heute ansieht, ist begeistert.»

Heini Schwendener

Strategie soll weiterverfolgt werden

Eduard Neuhaus, der aktuelle Präsident des Werdenberger Binnenkanal-Unternehmens, ist von der Entwicklung des ökologisch aufgewerteten Lebensraums ebenso begeistert, wie seine beiden Vorgänger:

«Die von ihnen verfolgte Strategie bewährt sich. An dieser werden wir festhalten und weitere Aufwertungsprojekte vorantreiben.»

Als nächstes soll ein Abschnitt in Sevelen naturnah gestaltet werden. Die Pläne sind erarbeitet, das Mitwirkungsverfahren wird in den nächsten Tagen starten. «Die ökologische Gestaltung des heute vielerorts noch monotonen Gewässers ist für alle ein Gewinn. Wer sich das Vorzeigeprojekt in Buchs noch nie angesehen hat, sollte dies unbedingt tun. Es lohnt sich», strahlt Eduard Neuhaus. Er freut sich bereits heute darauf, dass «seine» Gemeinde ein ähnliches Bijou erhalten wird. Regierungsrat Beat Tinner zeigte sich an der Begehung erfreut über den Plan, weitere ökologisch wertvolle Lebensräume zu schaffen:

«Die Umsetzung erfordert von den Verantwortlichen viel Fingerspitzengefühl, Durchhaltewillen und einen grossen persönlichen Einsatz. Es gilt viele verschiedene Interessen und Bedürfnisse zu vereinen, ohne das Wesentliche aus den Augen zu verlieren.»

Anschauungsobjekt erleben

Einen Vorteil hat das Werdenberger Binnenkanal-Unternehmen heute: Es besitzt in Buchs ein national anerkanntes Vorzeigeprojekt. Dieses lockt nach wie vor nebst Erholungssuchenden auch Fachleute sowie Naturinteressierte aus nah und fern an. Entsprechend gross war der Wunsch nach Informationen zum abgeschlossenen Projekt vor Ort. Deshalb wurden in den letzten Tagen durch das Rheinunternehmen an drei Standorten Informationstafeln aufgestellt, welche Hintergrundinformationen über den Werdenberger Binnenkanal und das Aufwertungsprojekt vermitteln.

«Beat Tinner hat mit dem Projekt in Buchs den Grundstein zu den weiteren Revitalisierungsprojekten am Binnenkanal gelegt. Ich bin überzeugt, dass dank diesem gelungenen Projekt und den damit verbundenen Erfolgen die Akzeptanz in der Bevölkerung markant gestiegen ist», sagt Eduard Neuhaus. Entsprechend hofft er, dass die künftig betroffenen und beteiligten Grundstückbesitzer den Wert solcher Projekte erkennen und Hand bieten. Denn nur so ist es möglich nachhaltig etwas für die Natur zu realisieren und einen Beitrag zur Biodiversität zu leisten.