Buchs

Kompetenzzentrum für SARS-CoV-2-Analytik in der Region geschaffen

Das labormedizinische Zentrum Dr Risch hat mit dem «CoviLab Dr Risch» ein eigenes Kompetenzzentrum geschaffen, welches sich auf die Eindämmung der Corona-Pandemie konzentriert.

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Die LMZ Dr Risch Gruppe richtet ihren Fokus auf den Nachweis der neuen Coronavirus-Variante aus England und Südafrika.

Die LMZ Dr Risch Gruppe richtet ihren Fokus auf den Nachweis der neuen Coronavirus-Variante aus England und Südafrika.

Symbolbild: Eveline Beerkircher

(pd) Die LMZ Dr Risch Gruppe hat im Februar 2020 als eines der ersten Laborunternehmen in der Schweiz und in Liechtenstein einen Test für das neue Coronavirus SARS-CoV-2 eingeführt. Heute verfügt das Unternehmen mit dem «CoviLab Dr Risch» über ein eigenes Kompetenzzentrum, welches sich auf die Eindämmung der Corona-Pandemie konzentriert. Dies schreibt das Unternehmen in ihrer Medienmitteilung. Aktuell im Fokus ist der Nachweis der neuen Coronavirus-Varianten aus England und Südafrika.

Nationales Versorgungsnetzwerk

Mit den drei grossen Laborstandorten in Bern, Buchs und Pregassona (TI) ist es der LMZ Dr Risch Gruppe schon früh gelungen, im schweizerisch-liechtensteinischen Gesundheitsraum eine zuverlässige SARS-CoV-2-Analytik bereitzustellen, wie es weiter in der Mitteilung heisst. «Aufgrund der Knappheit an verschiedenen Reagenzien und Verbrauchsmaterialien haben wir den Schwerpunkt darauf gelegt, gezielt mehrere analytische Plattformen aufzubauen», sagt Dr. Martin Risch, CEO der LMZ Dr Risch Gruppe.

Mit neun Geräteplattformen liegt die operative Kapazitätsgrenze der PCR-Analysen heute bei rund 10000 Proben täglich an sieben Tagen die Woche. Mit diesem Fundament kann auch die Rapportierungszeit von weniger als 24 Stunden ab Eingang im Labor grossmehrheitlich gewährleistet werden.

Immer am Puls – auch bei den neuen Coronavirus-Varianten

Seit einigen Wochen breitet sich in England eine Coronavirus-Variante (VOC B.1.1.7) aus, die ersten Erkenntnissen zufolge ansteckender ist als bisherige Varianten. Der LMZ Dr Risch Gruppe gelang es als erstem Schweizer Labor, Proben zu finden, bei welchen die mutierte Coronavirus-Variante festgestellt werden konnte, wie das Unternehmen in ihrer Medienmitteilung schreibt. Möglich ist dies mit der Suche nach einem sogenannten «S-gene dropout».

Hierfür nutzt die Laborgruppe eine ihrer Hauptmethoden, welche zum SARS-CoV-2 Nachweis angewendet wird. Die LMZ Dr Risch Gruppe verfüge zudem über das Wissen und die Möglichkeiten, um die Corona-Mutante aus Südafrika nachzuweisen. Die private Laborgruppe arbeitet sehr eng mit universitären Institutionen und den Behörden zusammen, um mittels Sequenzanalysen weitere Erkenntnisse zu gewinnen.

Speicheltest als wichtige Ergänzung

In Studien konnte gezeigt werden, dass die Entnahme von Speichel gegenüber dem Nasenrachenabstrich, welcher nach wie vor als Goldstandard anzusehen ist, für den Nachweis von SARS-CoV-2 ein valables alternatives Probenmaterial ist. Die LMZ Dr Risch Gruppe hat die Speichelprobenentnahmen mit mehreren Sammelvorrichtungen eingehend validiert und in gewissen Settings schon seit rund zwei Monaten im Einsatz.

Das Unternehmen konnte aufgezeigen, dass mit den eingesetzten Testformaten Antikörper über mindestens ein halbes Jahr nach Infektion erhöht nachweisbar bleiben. «Aus wissenschaftlicher Sicht ist es von entscheidender Bedeutung, so schnell wie möglich ein besseres Verständnis des neuen Coronavirus zu erlangen. Nur so können die richtigen klinischen und gesundheitspolitischen Massnahmen ergriffen werden, um die Pandemie wirksam einzudämmen», sagt Prof. Lorenz Risch.

«Wertvolle Daten von rund 1200 Studienteilnehmenden»

«Im April 2020 haben wir daher die «COVI-GAPP-Studie lanciert». Ein als Fertilitätstracker entwickeltes sensorisches Armband wird nachts im Schlaf getragen und misst COVID-19 relevante physiologische Parameter. Daraus soll ein Algorithmus trainiert werden, der vor dem Auftreten von Symptomen bereits auf eine COVID-19-Erkrankung hindeuten kann.

«Die rund 1200 Studienteilnehmenden lieferten bereits sehr wertvolle Daten, welche uns wichtige Erkenntnisse geben», zeigt sich Risch vom Studienverlauf erfreut. Neben eigenen Studien wurden auch mehrere Forschungskollaborationen bezüglich COVID-19 mit verschiedenen Institutionen und Einrichtungen realisiert.