Buchs
Julia Kubik erhält Kulturförderpreis

Die in Buchs geborene Julia Kubik darf neben Claudia Schildknecht einen Förderpreis der St.Gallischen Kulturstiftung entgegennehmen. Katja Schenker und Bertha Thurnherr werden je einen Anerkennungspreis erhalten.

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Buchser Wurzeln: Julia Kubik, ein vielseitiges Talent in Bild und Wort.

Buchser Wurzeln: Julia Kubik, ein vielseitiges Talent in Bild und Wort.

Bild: PD

(pd) Die letzten zwei Preisverleihungen der St.Gallischen Kulturstiftung konnten coronabedingt nicht vor Ort über die Bühnen gebracht werden. An der nächsten Verleihung vom 10. Juni in Rorschach können die neu gekürten vier Preisträgerinnen hoffentlich wieder feierlich und mit Publikum gewürdigt werden, heisst es in einer Medienmitteilung.

Es sind dies Julia Kubik und Claudia Schildknecht, welche je einen Förderpreis entgegennehmen, sowie Katja Schenker und Bertha Thurnherr, welche je einen Anerkennungspreis erhalten werden.

«Einzigartige Bereicherung für das Kulturleben»

Julia Kubik wurde 1994 in Buchs geboren und ist in St.Gallen aufgewachsen, wo sie noch immer wohnt und aktiv ist. Nach dem Besuch des Vorkurses an der Kunstschule in Liechtenstein absolvierte sie ein Praktikum bei der internationalen Opernwerkstatt im Schloss Werdenberg. Nach Abbruch ihrer Buchhändlerlehre folgten verschiedene Auftritte als Slam-Poetin, bei denen sie ihr Talent entdeckte, das Publikum mit Wort und Witz zu begeistern.

Das Absurde im menschlichen Verhalten skizziert

Ausserdem absolvierte sie eine Ausbildung als Grafikerin an der Schule für Gestaltung in St. Gallen. Aktuell arbeitet sie als Comiczeichnerin fürs Kulturmagazin «Saiten» sowie als freischaffende Autorin und Grafikerin. Mit ihren Comics gelingt es Julia Kubik, durch hintersinnige Beobachtungen lokale Milieustudien zwischen Fiktion und Realität festzuhalten. In ihren filigranen schwarz-weissen Comics skizziert sie das Absurde im menschlichen Verhalten, das meist so banal wie skurril wirkt und zum Nachdenken oder leisem Lachen anregt.

Ihre Arbeiten zeichnen sich durch genaue und poetische Alltagsbeobachtungen und feinsinnigen Humor aus. «Ob Poetry-Slam, Texte oder Comics, Julia Kubiks Schaffen ist einzigartig und für das Ostschweizer Kulturleben eine grosse Bereicherung», heisst es in der Mitteilung.

Eine, die Mundart sammelt und verbreitet

Der Kanton St. Gallen zeichnet sich durch Vielseitigkeit aus, das gilt auch für seine «Dialektlandschaften». Eine eigenwillige Mundart wird in Diepoldsau gesprochen. Ein feinfühliger Umgang mit dieser rauen Sprache einerseits und eine Fülle von Geschichten «kleiner» Leute anderseits prägen das Schaffen von Berta Thurnherr. Seit bald 40 Jahren sammelt sie Geschichten aus ihrem Dorf. Sie lässt Frauen und Männer erzählen – gerade auch solche, die in der Öffentlichkeit kaum zu Wort gekommen sind.

Berta Thurnherr ist gleichermassen Geschichtensammlerin, Geschichtenerzählerin und Mundartwortspielerin. Ihre Geschichten verknüpfen Altes mit Neuem, Wichtiges mit Nebensächlichem. Sie erzählt ihre Geschichten unprätentiös. Es ist kein Lobgesang auf die Mundart, sondern ein ganz selbstverständliches «Brauchen» dieser Sprache.