Buchs
Generationenwechsel bei den Schloss-Festspielen: Co-Direktion, neuer Regisseur, neuer Musikalischer Leiter und neue Chorverantwortliche

Die Werdenberger Schloss-Festspiele gaben am Freitag ihre neue Oper bekannt, die sie im August 2022 spielen werden. Es ist die komisch-fantastische Oper «Die Lustigen Weiber von Windsor». Gleichzeitig gehen die Werdenberger Opernveranstalter den Generationenwechsel an und haben verschiedene wichtige Chargen neu besetzt.

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Wie hier im Jahr 2020 bei der Oper Carmen werden die Werdenberger Schloss-Festspiele auch im Jahr 2022 wieder vor dem Werdenbergersee spielen.

Wie hier im Jahr 2020 bei der Oper Carmen werden die Werdenberger Schloss-Festspiele auch im Jahr 2022 wieder vor dem Werdenbergersee spielen.

Bildarchiv: Robin Egloff

(pd) Die Werdenberger Schloss-Festspiele sind inzwischen über 35 Jahre alt und manche Beteiligte sind von Anfang an dabei. Deshalb hat die Verwaltung richtig erkannt, dass nebst einem neuen Konzept, jetzt vor allem auch noch der Generationenwechsel vollzogen werden muss. Darum wurden unter anderem verschiedene Personalien neu besetzt. So gibt es einen markanten Wechsel in der Direktion, welche zur Einführung eines Nachfolgers diesmal als Co-Direktion geführt wird.

Robin Egloff wird Co-Direktor

So werden der bisherige Direktor, Kuno Bont, und seinen designierten Nachfolger, Robin Egloff, die nächste Produktion gemeinsam leiten. Mit Simone Schwarz, die schon mehrere Jahre im Chor mitsingt, wurde eine neue Chorverantwortliche gewählt, welche der langjährigen Chorverantwortlichen Vreni Keller nachfolgen wird. Die Chorleitung liegt wieder in den erfahrenen Händen des Sängers und Musikpädagogen Christian Büchel aus Buchs.

Karl Hardegger wird Musikalischer Leiter

Als neuer Musikalischer Leiter ist Karl Hardegger aus Gams gewählt worden. Dieser hat nach dem Studium in Feldkirch das Kapellmeisterstudium am Konservatorium in Innsbruck absolviert und war in den vergangenen Jahren als Hauptlehrer für Schulmusik, Klavier und Orgel an der Kantonsschule Heerbrugg tätig, wo er auch verschieden Musiktheater mit Erfolg inszeniert hat. Zusammen mit der Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben hat er zudem mit der Aufführung von grossen Werken, wie «Die Schöpfung», «Paulus» oder «Sabat Mater» von sich Reden gemacht.

Karl Hardegger kennt man auch als ehemaligen Dirigenten des Sängerbundes Buchs und als einstigen musikalischen Leiter der Operettenbühne Balzers.

Kuno Bont ist nicht mehr Regisseur

Der zurücktretende Regisseur Kuno Bont findet in Matthias Harre (D) einen erfahrenen Nachfolger. Die Vorbereitungen laufen bereits und die Proben beginnen im Juli 2022.

Vakant sind noch die Nachfolgen, wie Präsident Rudolf Lippuner mitteilte, beim Verantwortlichen für die Finanzen und im Bereich Unterkunft und Verträge, wo Res Lippuner und Silvia Fuchs zurücktreten möchten. Erfreulicherweise sind auch sie bereit, bis entsprechende Nachfolgende gefunden sind, ihre Ämter ad interimistisch noch weiterzuführen.

Sinfonietta Vorarlberg kehrt zurück

Neu, respektive doch schon alt, ist die Zusammenarbeit mit der Sinfonietta Vorarlberg, die bis 2015 unter der Leitung von Günther Simonott viele Inszenierungen der Werdenberger Schloss-Festspiele zum Erfolg geführt hat. Jetzt kehrt die Sinfonietta Vorarlberg zurück ins Werdenberg. Ein Dejà vu gibt es auch beim Spielort. Dort wird die Oper wieder auf der kleineren Bühne direkt am See gespielt, wie schon bei der «Traviata» 2018 stattfand. Die Proben finden wieder in der Lokremise statt und werden diesmal aber länger dort verbleiben. Damit reduziert die Direktion die Beeinträchtigung der Nachbarschaft am Werdenbergersee deutlich.

Neuer Projektchor in Gründung

Nachdem in der Vergangenheit der Chor jeweils fast ein ganzes Jahr geprobt hat, wird bei dieser Oper mit den Chorproben unter der Leitung von Christian Büchel erst nach Neujahr begonnen. Damit wird das Mitwirken im Projektchor für manche interessierte Sängerinnen und Sänger deutlich attraktiver, weil sie mit der Oper weniger lang angebunden sind und trotzdem ein einzigartiges Erlebnis haben können.

Die Lustigen Weiber von Windsor: Mit diesem Sujet werden die Werdenberger Schloss-Festpiele nächsten Herbst auftreten.

Die Lustigen Weiber von Windsor: Mit diesem Sujet werden die Werdenberger Schloss-Festpiele nächsten Herbst auftreten.

Bild: PD

Neues Stück bekanntgegeben

Nach zwei tragischen Opern (La Traviata und Carmen) und der nach wie vor anhaltenden Corona-Tristesse, teilten die Werdenberger Schloss-Festspiele am Freitag mit, sei es an der Zeit das Publikum wieder mit einer lustigen Inszenierung zu unterhalten. Die «Lustigen Weiber von Windsor» gehen auf eine Shakespeare Komödie zurück. Nicolai hat, wie auch die Bezeichnung «komisch-fantastische Oper» zeigt, einen Konsens zwischen der romantischen Oper im Stil von Carl Maria von Weber und den damals sehr beliebten komischen Opern von Albert Lortzing hergestellt. Die vor Jahrzehnten schon einmal von den Werdenberger Schloss-Festspielen aufgeführte Nicolai-Oper passt ausgezeichnet auf die Bühne am Werdenberger See.

Mit dem Aufbau der Infrastruktur wird im Juli 2022 begonnen. Um ihrer Eigenverantwortung gerecht zu werden haben die Werdenberger Schloss-Festspiele auch bezüglich Durchführung, Betreuung und Umweltbewusstsein eigene Vorstellungen. So haben sie mit Blick auf wichtige Umweltthemen, die uns alle angehen, sich selbst eine Umwelt-Charta auferlegt, die ohne Plastik, ohne Foodwaste und nur mit Natur- oder hier in Buchs generiertem Strom auskommt, wie weiter in der Mitteilung vom Freitag steht.

Vorverkauf startet im Dezember

Geplant sind vorerst zehn Aufführungen, die im Zeitrahmen zwischen 5. August und 20. August 2022 stattfinden. Die Tribüne bietet wieder pro Aufführung 500 Personen Platz. Der Vorverkauf beginnt am 1. Dezember dieses Jahres mit einer Weihnachtsaktion. Die Eintrittspreise bleiben im Rahmen des Vorjahres und es werden wieder zwei Kategorien an Plätzen angeboten, damit die Oper ein breites Publikum finden kann.

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