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Brutaler Ausraster in Sevelen bringt zackige Ausreise

Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland schickt einen straffälligen Ausländer zurück ins Heimatland. Der Mann aus Mels hatte seinem Schichtführer in Sevelen einen Inbusschlüssel durch die Backe gestossen. Nur mit Glück ging der Angriff halbwegs glimpflich aus.
Reinhold Meier

Phasenweise fast gelangweilt suchte der Täter alle Vorwürfe abzuwiegeln. «Es ist einfach passiert», spielte er die schwere Straftat herunter. Im Grunde genommen hätte man das auch ohne Gericht lösen können, befand er. Er hatte denn auch wiederholt Familienangehörige zum Opfer geschickt, um die Sache intern zu «regeln», sehr zum Ärger der Staatsanwaltschaft, die ihm genau dies mehrfach untersagt hatte. Zum Vorfall war es gekommen, weil der Beschuldigte, ein C-Niederlasser aus Mazedonien, seinem Kollegen am Fliessband vorgeworfen hatte, er arbeite zu langsam.

Dabei gerieten beide aneinander. Der Täter stiess sein Gegenüber mehrfach gegen den Brustkorb und von sich weg. In seiner rechten Hand trug er dabei einen Inbusschlüssel, der aus der Faust herausragte und dessen Ende spitz zugeschnitten war. Mitarbeiter eilten hinzu, um die Streithähne zu trennen. Doch er schlug zu, verfehlte jedoch den Kopf seines Opfers knapp. Derweil kamen auch der Schichtführer und dessen Vorgesetzter herbei. Letzterer wies beide an, sich zu vertragen und weiterzuarbeiten.

Drei Männer hielten ihn zurück

Eine Stunde später begab sich der Schichtführer jedoch erneut zum Vorgesetzten. Er hatte inzwischen erfahren, dass ein Video von dem Vorfall erstellt worden war. Dies liess sich der Chef zeigen, bestellte den Täter ein und eröffnete ihm, dass er seine Sachen packen könne. Das erboste diesen so sehr, dass er durch die Produktionshalle auf den Schichtführer zurannte, ihn packte und mit der Faust ins Gesicht schlug. Dabei rammt er ihm den spitzen Inbusschlüssel durch die Wange. Erregt fügte er dem Opfer eine weitere Wunde am Hinterkopf zu, beschimpft es aufs Gröbste und liess sich nur mit Mühe von drei Männern zurückhalten. Der Schichtführer habe ihn wütend gemacht, weil der schuld an der Kündigung sei, erklärte er dazu ungerührt dem Gericht. Die Anklage plädierte auf versuchte schwere Körperverletzung und forderte drei Jahre und vier Monate Haft sowie einen zehnjährigen Landesverweis. Die Staatsanwältin präsentierte dabei das furchteinflössende Tatwerkzeug. Der Angriff hätte tödlich sein können, weil der Einstich nur wenige Zentimeter neben der Halsschlagader erfolgt sei, hiess es.

Für zehn Jahre ausser Landes verwiesen

Die Verteidigung hob hingegen hervor, der Mann habe sich wegen der fristlosen Kündigung in einem Ausnahmezustand befunden. «Der Jobverlust war existenzbedrohend.» Zudem habe er sein Opfer nicht schwer verletzen wollen und bloss für einen Moment die Kontrolle verloren. Dafür schäme und entschuldige er sich. 15 Monate Haft, bedingt auf drei Jahre seien für einfache Körperverletzung angemessen. Ein Landesverweis sei nicht nötig. Das Gericht verhängte einen Schuldspruch. Zwar setzte es «nur» eine bedingte Haftstrafe von zwei Jahren an, bei einer Probezeit von drei Jahren. Doch verwies das Gericht den Verurteilten für zehn Jahre ausser Landes und damit auch aus dem gesamten Schengenraum.

Ein Härtefall läge nicht vor. Der Mann habe Familie in der Heimat und sei auch dort aufgewachsen. Das Opfer erhält 3700 Franken Schadensersatz und Genugtuung. Die Kosten des Verfahrens in Höhe von rund 30000 Franken hat der Schuldige zu tragen.

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