Bodenpreise im Werdenberg steigen ins Unerschwingliche

Die Preise für Bauland sind im Werdenberg in den vergangenen zehn Jahren markant gestiegen. Geht die Preisentwicklung so weiter, dürfte der Traum vom Eigenheim in Zukunft für viele potenzielle «Häuslebauer» nicht mehr zu bezahlen sein.

Jessica Nigg
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Noch wird fleissig gebaut – wie hier im Seidenbaum, Trübbach. Bauland wird aber immer rarer – und teurer. (Bild: Jessica Nigg)

Noch wird fleissig gebaut – wie hier im Seidenbaum, Trübbach. Bauland wird aber immer rarer – und teurer. (Bild: Jessica Nigg)

Gemäss dem aktuellen Immobilien-Report des Internetvergleichsdienstes Comparis sind die Preise für Wohnungen in den vergangenen zehn Jahren im Werdenberg um bis zu 88 Prozent gestiegen. Noch extremer verhält es sich mit den Preisen für Bauland. Dabei gibt es verschiedene Grundstücksarten und nicht jede Gemeinde führt Statistiken über die Preise sämtlicher Zonen. Ausserdem hänge die Kaufpreisgestaltung von sehr vielen Faktoren ab, welche alleine die Parteien bestimmen und einschätzen, wie Werner Eggenberger, Grundbuchverwalter der Gemeinde Grabs, auf Anfrage erklärt.

Während in Grabs vor zehn Jahren noch 100 bis 150 Franken pro Quadratmeter Bauland in der Industriezone bezahlt wurde, sind es heute bereits 160 bis 230 Franken – ein kräftiges Plus.

Im Werdenberg kommt es allerdings eher selten zu Grundstückkäufen in der Industriezone, welche statistisch erfasst werden, weshalb ein Vergleich der Gemeinden in dieser Zone schwierig ist. In Buchs beispielsweise kostete der Quadratmeter in der Industriezone von zehn Jahren mit 280 bis 400 Franken bereits viel mehr als in der Nachbargemeinde Grabs. Allerdings gibt es keine aktuellen Vergleichszahlen, weil es zu keinen Handänderungen in dieser Zone gekommen ist. Wohl aber in der (Wohn- und) Gewerbezone (WG2-4): Dort zahlte man in Buchs 2008 300 bis 400 Franken pro Quadratmeter – mittlerweile sind es schon 500 bis 1000 Franken.

Wenn «eigene vier Wände» unerschwinglich werden

Eindeutiger zeigt sich die Entwicklung in den Wohnzonen der Gemeinden. So stiegen die Zahlen in der Wohnzone (bei den Gemeinden, die detaillierte Statistiken führen, gelten folgende Zahlen für die Wohnzone W2) teils drastisch an: Während man in Sevelen vor zehn Jahren einen Quadratmeter für 250 bis 350 Franken kaufen konnte, bezahlt man heute bis zu 660 Franken dafür, also bis zu 264 Prozent mehr. In Buchs beträgt dieses Plus 233 Prozent. Die Quadratmeterpreise stiegen dort von 300 auf 700 Franken. In der Gemeinde Wartau stiegen sie von 250 auf 450 Franken (+180 Prozent), in Gams von 250 auf 550 Franken (+220 Prozent) und in Grabs von 250 auf 480 Franken (+192 Prozent). Die Baulandpreise in der Wohnzone der Gemeinde Sennwald haben sich sogar mehr als verdreifacht: Hier stiegen die Quadratmeterpreise von 150 auf 500 Franken an. Für die untenstehende Grafik wurden jeweils die höchsten Preise verwendet, weshalb die Unterschiede kleiner erscheinen. Ausreisser sind in den Zahlen nicht enthalten.

Nachdem sich die Preise in der Wohnzone vieler Gemeinden über rund zehn Jahre moderat erhöht haben, scheinen in jüngster Zeit die Baulandpreise extrem in die Höhe zu schnellen. «Der Grund ist darin zu suchen, dass wenig bis kein Bauland auf dem Markt ist», erklärt Mathias Schindler, Grundbuchverwalter der Gemeinde Sevelen. «Die öffentliche Hand verfügt über kein Bauland mehr und Private dürften eher zögern zu verkaufen, da mit dem realisierten Kaufpreis kaum gute Renditen zu erzielen sind», erklärt er weiter. Es lohne sich bei den aktuell tiefen Zinsen kaum, Landbesitz zu versilbern – ausser natürlich bei eigenen Investitionsinteressen, wie zum Beispiel der Erwerb eines eigenen Einfamilienhauses oder eines Ferienhauses.

Kaum Land zum Verkauf

Ähnlich verhält sich die Situation auch in anderen Gemeinden, wie deren Grundbuchverwalter auf Anfrage mitteilten. Den Traum der eigenen vier Wände im Bezirk Werdenberg umzusetzen dürfte künftig schwieriger – und teurer – werden: Eine kürzlich in der Gemeinde Sevelen durchgeführte Umfrage zur Baulandreserve und deren Erhältlichkeit sei noch nicht ausgewertet, zeige aber auf den ersten Blick, dass in naher Zukunft kein zusätzliches Angebot an eingezontem Bauland auf den Markt kommen werde, so Schindler.

Viel freies Bauland gibt es nicht mehr im Werdenberg. Die Räfiserhalde zeigt: Wo früher noch grüne Wiese war, entstand eine neue Siedlung. (Bild: Heini Schwendener)

Viel freies Bauland gibt es nicht mehr im Werdenberg. Die Räfiserhalde zeigt: Wo früher noch grüne Wiese war, entstand eine neue Siedlung. (Bild: Heini Schwendener)