Blutspenden in Grabs in Zeiten von Corona: Solidarität ist deutlich spürbar – Begleitpersonen müssen draussen bleiben 

Abstandsregeln, Händedesinfektion und damit Warteschlangen: Das Blutspenden vom Mittwochabend im werdenbergischen Grabs verlief anders als gewohnt.

Adi Lippuner
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Die Massnahmen in Zusammenhang mit der Coronapandemie wurden vorbildlich eingehalten.

Die Massnahmen in Zusammenhang mit der Coronapandemie wurden vorbildlich eingehalten.

Bilder: Thomas Schwizer

Die Mehrzweckhalle Unterdorf in Grabs war am Mittwochabend Treffpunkt für Blutspenderinnen und -spender. Die Organisation war –  Corona bedingt – sehr restriktiv. So wurden die Massnahmen, vorgeschrieben vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) und der Kantonsärztin, konsequent umgesetzt. Das betont Petra Reiter, zuständig für Marketing und Führungsunterstützung bei Blutspende Ostschweiz.

Insbesondere auf das Abstandhalten und die Hygiene legten die Verantwortlichen grossen Wert. Konkret bedeutet dies: Die Spender wurden über das Vorgehen informiert, Zutritt hatte nur, wer Blut spenden wollte. Dies bedeutet auch: Begleitpersonen mussten draussen bleiben.

Im Zweifelsfall auf die Spende verzichten

Wer zu den gefährdeten Personen gehört – also über 65 Jahre alt ist, sich innerhalb der letzten vier Wochen länger als 24 Stunden in einem Risikoland aufhielt oder innerhalb der letzten zwei Wochen erkältet war – muss aktuell auf das Blutspenden verzichten. Das gilt auch für Personen mit Fieber, die Kontakt mit Coronapatienten hatten oder positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Wer keine Risikofaktoren aufwies, die in Richtung einer Erkrankung oder gar Covid-19 deuten, durfte Blut spenden.

Wer keine Risikofaktoren aufwies, die in Richtung einer Erkrankung oder gar Covid-19 deuten, durfte Blut spenden.

Ganz klar rufen die Verantwortlichen dazu auf: Sollten sich bei einer Spenderin oder einem Spender innerhalb von zwei Wochen nach der Blutspende auch nur leichte, grippeartige Symptome zeigen, sollen sie das unverzüglich dem Blutspendedienst mitteilen.

Keineswegs ein reduzierter Betrieb

Während bei Ärzten und Spitälern der Begriff «reduzierter Betrieb» immer wieder zu hören oder zu lesen ist, trifft das auf den Blutspendedienst SRK nicht zu. Dies zeigte sich am Mittwochabend bei der Spendeaktion in der Mehrzweckhalle Unterdorf Grabs.

Durchgeführt werden die Blutspendeaktionen jeweils in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Samariterverein, wobei diese für die Betreuung und Verpflegung der Spender zuständig sind. Die eigentliche Blutabnahme übernehmen Fachpersonen der Blutspende des SRK Ostschweiz.

Spender von gewissen Blutgruppen zusätzlich gezielt eingeladen

Insgesamt 98 Personen seien vor Ort gewesen, lautete am Donnerstag die Auskunft von Blutspende Ostschweiz, 77 davon haben ihr Blut gespendet. Auf die Frage, ob dies weniger oder mehr waren, im Vergleich zu den Vorjahren, war von Petra Reiter zu erfahren:

«Das lässt sich nicht vergleichen, da wir ganz gezielt Spender mit dringend benötigten Blutgruppen eingeladen haben.»

Auch seien die Altersgruppen bunt gemischt gewesen. «Wir hatten Jüngere und Ältere, aber auch Mütter mit ihren Töchtern vor Ort.»

Konsequent auf Abstands- und Hygieneregeln geachtet

Konsequent umgesetzt wurden in und vor der Mehrzweckhalle die Abstandsregeln. Dies führte dazu, dass die Spenderinnen und Spender beim Eingang bei den extra aufgestellten Markierungen warten mussten und beim Eintreten zur Händedesinfektion aufgefordert wurden. Nach dem Ausfüllen der Einverständniserklärung und Bestätigung erfolgte eine Desinfektion der Schreibplätze. Dies kommentierte ein Spender mit den Worten:

«Die Coronavorschriften werden beispielhaft umgesetzt.»

Gemäss Petra Reiter ist die Solidarität der Bevölkerung auch in der aktuellen Situation spürbar.

Betten sind weiter auseinander platziert

«Wir haben nicht weniger Spender. Dies zeigt, dass die Menschen keine Angst vor dem Blutspenden haben. Wichtig ist aber, dass wir die Regeln einhalten. So sind die Betten, auf denen die Spenderinnen und Spender liegen, weiter auseinander platziert. Zudem werden die Leute beim Blut abnehmen aufgefordert, aufs Sprechen zu verzichten, ihr Gesicht abzuwenden und in eine andere Richtung zu blicken.»

Die Betten für die Spender waren weiter auseinander platziert als üblich.

Die Betten für die Spender waren weiter auseinander platziert als üblich.

Auch der direkte Kontakt zu den Spendern werde so kurz wie möglich gehalten, so eine der weiteren durch die Coronapandemie bedingten Massnahmen.

Nur gesunde Personen sind zur Spende zugelassen

«Blut kann nicht künstlich hergestellt werden, und über die Osterfeiertage wurde in den Spitälern – bedingt durch Notfälle – einiges an Blutprodukten benötigt», erklärt Petra Reiter. Aus diesem Grund sei es wichtig, dass die Spendenaktionen wie geplant durchgeführt werden können und die Bevölkerung auch mitmache.

Auf die Frage, ob Spender eine Bestätigung benötigen, dass sie gesund und frei von Coronaviren sind, war zu erfahren: «Dies wäre bei den aktuell vorhandenen Ressourcen nicht umsetzbar. Wir können nur darauf hinweisen, dass nur gesunde Personen zur Spende zugelassen sind.»

Nur 5 Prozent der Bevölkerung spenden Blut

Interessant zu wissen: 95 Prozent der Menschen in der Schweiz verlassen sich auf die bescheidenen fünf Prozent der Bevölkerung, welche ihr Blut spenden. «Nur dank dieser Solidarität können täglich Leben gerettet werden. Denn ohne Blut kommt auch die beste medizinische Versorgung nicht aus», ist auf der Website des Blutspendedienstes zu lesen.