Blitz und Donner im Frühling: Bloss eine gelegentliche Laune der Natur

Gewitter rund um die Osterzeit kommen in der Region Werdenberg/Obertoggenburg nicht häufig vor. Doch sie sind alles andere als aussergewöhnlich.

Robert Kucera
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Diesen Frühling hat es in der Region bereits zweimal geblitzt und gedonnert. Dies stellt nichts Aussergewöhnliches dar und kommt hin und wieder vor.

Diesen Frühling hat es in der Region bereits zweimal geblitzt und gedonnert. Dies stellt nichts Aussergewöhnliches dar und kommt hin und wieder vor.

Bild: Keystone

Hey! Wer fotografiert da draussen um diese Uhrzeit mit Blitzlicht? Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten und erfolgt in Form eines Donnergrollens. Ein Gewitter am Ostermontagabend. Im Frühling. Was ist bloss mit dem Wetter los? Denn schon einmal in diesem Jahr, am 20. März, zog ein kleines Gewitter durchs Werdenberg und sorgte hie und da für Verwunderung.

Blitz und Donner am Abend oder in der Nacht sind in diesen Breitengraden eigentlich nichts Aussergewöhnliches. Sie gehören zum Sommer wie der Besuch in der Badi. Frühlingsgewitter gehören dagegen in die Kategorie der gelegentlichen Wetterphänomene.

In 41 Messjahren gerade mal acht Frühlingsgewitter

Massgebend für ein Gewitter sind starke Sonneneinstrahlung gepaart mit Wasser, das verdunstet. Die Serie der traumhaften Tage mit blauem Himmel vor und während Ostern haben ein mögliches Donnerwetter förmlich angekündigt. Betrachtet man die von Meteo Schweiz gemessenen Daten am Standort Vaduz im Detail, ist zu beobachten, dass es in den Monaten März und April hin und wieder blitzt und donnert.

Allerdings kam es seit der Erhebung der Daten ab 1979 nie vor, dass es im selben Jahr in beiden Monaten zu einem Gewitter im Werdenberg kam. Letztmals an einem April-Tag erhellte sich der Nachthimmel am 26.4.2014. Das letzte März-Gewitter in der Region datiert vom 30.3.2003.

Seit 1979 kam es im März zu zwei weiteren Gewittern (11.3.1982 und 21.3.1998), im April waren es vier weitere (18.4.1991, 28.4.1992, 29.4.1997 sowie 30.4.2007). Statistisch gesehen kommen Frühlingsgewitter also alle fünf Jahre vor. Was im Vergleich zu den klassischen Gewittermonaten Juni, Juli und August nichts ist. Der Messstandort Vaduz registrierte in den letzten 41 Jahren 349 Gewitter an diesen drei Monaten. Der Jahresschnitt beträgt hier 8,5 Gewitter.

18 Gewitter pro Jahr sind das Maximum in der Region

Über das ganze Jahr gesehen kam es in der Region von 1979 bis 2019 zu 433 Gewittern – fast zehn pro Jahr. Seit 2015 sind Blitz und Donner stets im zweistelligen Bereich. Die Rekordjahre waren 2009 und 2015 mit 18 Gewittern, gefolgt von 2017 und 2019 mit deren 17.

Wie viele Frühlingsgewitter es in Zukunft geben wird, steht in den Sternen. Ein eindeutiger Trend kann, wie Meteo Schweiz mitteilt, nicht festgemacht werden. In den Monaten März und April werden auch künftig sporadisch Gewittertage auftreten. Dies nicht als klare Folge einer Erderwärmung, sondern aufgrund aktueller Wetterlagen.