Kabarettisten vermittelten Grabser Senioren einen Blick in mögliche Zukunft

Die «Infoveranstaltung 60+» bot am Dienstagnachmittag für einmal spezielle Informationen – in Form von Kabarett des Duos «Strohmann-Kauz».

Hanspeter Thurnherr
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Die «Altersheim-Senioren» Heinz (links) und Ruedi sorgten mit Situationskomik, Witz und träfen Sprüchen für manchen Lacher. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Die «Altersheim-Senioren» Heinz (links) und Ruedi sorgten mit Situationskomik, Witz und träfen Sprüchen für manchen Lacher. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Die beiden «Senioren» Ruedi (Rhaban Straumann) und Heinz (Matthias Kunz) boten eine Stunde lang als Duo «Strohmann-Kauz» nicht nur ein pointenreiches, witziges Programm mit träfen Sprüchen, die jedoch mehr waren als Klamauk. Vielmehr nahmen sie sich selber auf die Schippe und hielten so dem Publikum einen Spiegel vor die Augen – oder besser: sie liessen die Grabser Senioren in der Mehrzweckhalle «einen Blick von sich selber in die Zukunft werfen». So formulierte es Sepp Süss von der Grabser Kommission für Altersfragen, als er die beiden Kabarettisten vorstellte.

Denn Probleme wie Vergesslichkeit, Schwerhörigkeit, Missverstehen und Unbeholfenheit können die eine oder den anderen selber in den kommenden Monaten und Jahren treffen. Klar, dass die genannten «Unpässlichkeiten» und der Hang zu Sticheleien Stoff für Situationskomik liefern, wenn zwei Könner entsprechende Situationen auf die Bühne bringen. So etwa die Antwort von Heinz auf Ruedis Frage, was er denn im Fernsehzimmer schauen will: «Stirb langsam 3.» Oder Ruedis Antwort auf die Frage, was er heute morgen getan hat:

«Gschlofe, bislet – und dänn ufgstande.»

Konkret inszenieren die beiden Kabarettisten Alltagssituationen im Altersheim, die durch die schauspielerische Leistung, die prägnanten Dialoge und die eingebauten Witze die Zuschauer zum Lachen brachten – auch wenn oft Sekunden später die Erkenntnis dämmert, dass die Sache einmal früher oder später uns selber passieren könnte. Die Beiden (der eine in der Rolle des Fröhlichen, der andere griesgrämig) verstanden es aber auch, tiefsinnige, zum Nachdenken anregende Sätze in ihr Programm einzubauen.

Noch keine «alten Eisen»

Gemeinderätin Katharina Gächter, Präsidentin der Kommission für Altersfragen, hatte bei ihrer Begrüssung «Gemeinschaft fördern» als Ziel dieses Nachmittags genannt und wünschte sich, dass alle etwas daraus mitnehmen können. Dies geschehe auch mit Lachen, denn es sei bekanntlich gesund, sagte anschliessend Gemeindepräsident Niklaus Lippuner. Dann brach er eine Lanze für die Freiwilligenarbeit, die in Grabs einen hohen Stellenwert habe. Als Beispiel nannte er den Verein Grabser Mühlbach, bei dem insbesondere die ältere Generation Erfahrung und Wissen für einen guten Zweck eingesetzt habe. Mit den Worten «Sie alle gehören nicht zum Alten Eisen» ermunterte er die rund 330 Seniorinnen und Senioren (ein neuer Rekord bei der 13. Infoveranstaltung 60+), sich weiterhin für die Gemeinschaft zu engagieren. Der Anlass habe sich als gutes Kommunikationsmittel für die Gemeinde erwiesen.

Der abschliessende Imbiss der Gruppe «Werdenberger Bäuerinnen-Apéro» bot dann ausreichend Gelegenheit, gemäss dem Tagesmotto die Gemeinschaft zu pflegen.