«Skino» in Schaan: Bilanz des cineastischen Kleinods

Vor drei Monaten öffnete das «Skino» seine Pforten. Die bisherigen Zahlen lassen auf eine rosige Zukunft hoffen.

Damian Becker
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Das Skino in Schaan konnte sich bereits nach kurzer Zeit zu einem Treffpunkt für Cineasten entwickeln.Bild: Nicolaj Georgiev

Das Skino in Schaan konnte sich bereits nach kurzer Zeit zu einem Treffpunkt für Cineasten entwickeln.Bild: Nicolaj Georgiev

Das «Skino» in Schaan bietet seit der Eröffnung am 31.August Kinogängern und Cineasten aus Liechtenstein und der Umgebung die Möglichkeit, sich Unterhaltungs- und künstlerisch wertvolle Filme in der Originalvertonung zu Gemüte zu führen. Das Angebot wird rege genutzt, Independent-Filme entwickeln sich bisweilen zu Kassenschlagern und werden über Wochen aufgeführt. Streifen wie «Joker» füllen die Kinosessel von der ersten bis zur letzten Reihe. Nicht ohne Grund ist deshalb der Filmclub mit der Entwicklung des neuen Kinos zufrieden.

Ein familiärer Ort mit finanziellem Erfolg

Die Atmosphäre wirkt heimelig. Hinter den zwei Kinokassen steht freundliches Personal, das den Kunden neben dem Eintritt auch Getränke und Knabbereien verkauft. Ein Kinoticket wird dabei nicht ausgehändigt, obwohl beim Andrang des einen oder anderen Films kein Überblick über die bezahlende Kundschaft bewahrt werden kann. Das Vertrauen in den Kunden besteht schlichtweg. Dieser kann sich vor dem Filmbeginn bei freier Platzwahl auf Sesseln breitmachen, die bequemer als in sonstigen Kinos wirken. Das «Skino» mausert sich zum Kleinod für den Filmliebhaber.

«Wir sind zufrieden, wie das ‹Skino› angelaufen ist», sagt deshalb die Buchserin Sarah Mehrmann, die für die Administration beim Skino verantwortlich ist. «Das ‹Skino› ist auf ein grosses Interesse bei der Bevölkerung gestossen und durch den idealen Standort stolpern auch weiterhin täglich Neugierige herein, die dann hoffentlich und im besten Fall zu Stammkunden werden.» Auch bekannte Gesichter, die sie bereits im «Schlosskino» in Balzers oder im «Takino» in Schaan, die nun geschlossen sind, begrüssen durften, fänden sich neben den neuen Gästen ein. Dieser Umstand macht sich auch in der Buchhaltung bemerkbar.

«Wir können sagen, dass wir in den ersten beiden Monaten ein Plus von 30 bis 40 Prozent hatten, wenn man es mit demselben Quartal aus dem Jahr 2018 vergleicht. Wir hoffen, das Jahr mit 50 Prozent mehr abschliessen zu können, und setzen nun natürlich auf die grossen kommenden Produktionen wie ‹Frozen 2› und ‹Star Wars›», sagt Mehrmann. Auch laufe die Bar besser als in den alten Standorten:

«Wir haben das Gefühl, dass das ‹Skino› mit der neuen Infrastruktur als attraktiver wahrgenommen wird, obwohl wir am Programm ja eigentlich nichts geändert haben».

Sie hoffe, dass sie auch mit Sparten wie dem «Skino am Nomitag», «Zauberlaterne» und anderen Spezialveranstaltungen neues Publikum gewinnen können.

Fertig ist das Kino jedoch noch nicht, doch das Fehlen gewisser Einrichtungsgegenstände dürfte der Kunde nicht bemerken, wenn er nicht weiss, was noch zu beschaffen ist. Zum Beispiel ist noch geplant, an jeden Sessel einen Holztisch als Getränkehalter anzuschrauben. «Doch wir sind auf dem Stand, dass man sich bei uns wohlfühlen und in höchster technischer Qualität einen Film geniessen kann», so Mehrmann. Auch haben Neukunden wegen der fehlenden ausreichenden Aussenbeschriftung das «Skino» erst nicht gefunden. Dieses Manko soll in der näheren Zukunft ebenfalls behoben werden.

Bekanntlich hatte der Verein Mühe, das notwendige Geld für die Kinoeröffnung zu sammeln. Neuanschaffungen werden deswegen Schritt für Schritt durchgeführt. Mehrmann informiert:

«Es fehlt uns noch etwa eine halbe Million, um alle schon entstandenen und noch anfallenden Kosten zu decken.»