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Beziehungskiller Fussball-WM?

Ein Fussball-Marathon wie die WM kann eine Belastungsprobe für eine Beziehung sein. Wichtig ist, dass man Kompromisse eingeht und seinen Partner nicht vernachlässigt. Zeit zu zweit soll weiterhin dazugehören.
Saskia Bühler
Public Viewing ist eine gute Möglichkeit zur Beziehungspflege während der WM. (Bild: Corinne Hanselmann)

Public Viewing ist eine gute Möglichkeit zur Beziehungspflege während der WM. (Bild: Corinne Hanselmann)

Auch absoluten Fussball-Verleugnern sollte mittlerweile bekannt sein, dass die Fussball-WM in vollem Gange ist. Angesichts der Omnipräsenz dieser Veranstaltung drängt sich das klischeehafte Bild eines Paares auf: Er ist derjenige, der täglich mit seinen Kumpels die Matchs anschauen will und sie ist diejenige, die mit dem Sport nichts anfangen kann und am liebsten schreiend davonrennen würde, wenn sie das Wort Fussball hört.

Obwohl dies ein überspitzt dargestelltes Klischee zeigt, gibt es bestimmt Partnerschaften, in denen die Verhältnisse etwa so aussehen. Wird eine solche Beziehung auf die Probe gestellt durch Grossveranstaltungen wie die Fussball-Weltmeisterschaft?

Ein Gleichgewicht ist entscheidend

«Das kann passieren», meint Dr. med. Michael Prapotnik, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie mit Praxis in Buchs. «Gefährdet sind vor allem kurze, ungefestigte Beziehungen», erklärt er. Wenn in einer solchen ein Partner viel Zeit darin investiert, Fussballspiele zu schauen, aber wenig in gemeinsame Erlebnisse, könnte die WM ein Beziehungskiller sein, der bis zum Beziehungsabbruch führen kann. Dasselbe Verhalten schadet auch gefestigten Beziehungen. In jenen könne ein Abbruch aber meist vermieden werden.

Um einer Eskalation der Situation entgegen zu wirken, sei eine Kompromissfindung wichtig. «Liebe besteht daraus, Dinge für seinen Partner zu tun, die man sonst nicht unbedingt tun würde», führt Prapotnik aus. Dazu könnte zum Beispiel gehören, sich ein Fussballspiel anzuschauen. Es kann aber auch heissen, dass man seinen Partner die Fussballspiele in Ruhe anschauen lässt und in der Zeit etwas für sich selbst tut. Dafür kann man die spielfreie Zeit für gemeinsame Aktivitäten nutzen. Denn: «Eine Beziehung funktioniert nur, wenn eine Balance zwischen Zeit für sich und Zeit mit dem Partner besteht.» Es ist förderlich, wenn jeder etwas hat, das er gerne tut, auch ohne den Partner. Investiert man zu wenig – oder zu viel – Zeit und Ressourcen in eine Beziehung, werde diese früher oder später kaputt gehen.

Gemeinsames Mitfiebern zur Beziehungspflege

Prapotnik äussert sich des weiteren als grossen Fan des Public Viewings: «Ich finde das eine super Chance zur Beziehungspflege, die man unbedingt nutzen sollte.» Es mache mehr Spass, mit anderen Leuten die Erfahrung zu teilen. Gefühle wie Freude und Euphorie werden stärker erlebt, während man gleichzeitig Zeit in Freundschafts- und Beziehungspflege investiert.

Einziger Nachteil des Public Viewings in einer Bar sei, dass man zu übermässigem Alkoholkonsum verleitet werden könnte. Das Problem besteht aber auch zu Hause, da für viele Leute ein Bier zum Fussballschauen wie selbstverständlich dazugehört.

Das Konzept des Public Viewings funktioniert auch zu Hause beim gemütlichen Fussballschauen mit Freunden. Dabei entsteht ein starkes Verbundenheitsgefühl, das gut tut. Der weniger an Fussball interessierte Partner könnte so vielleicht ein vorher nicht da gewesenes Interesse am Sport entdecken. Es sei auch nicht zu unterschätzen, dass in der Zeit einer Grossveranstaltung viele ansonsten desinteressierte Frauen plötzlich viel Engagement und Freude an Fussball zeigen. «Meine Frau schaut sich zum Beispiel fast jedes Fussballspiel an der WM an», meint Michael Prapotnik lachend.

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