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Bevölkerung soll die Zukunft der Gemeinde Wartau mitgestalten

Rund 185 Wartauerinnen und Wartauer liessen sich am Mittwochabend in der Aula Seidenbaum über Projekte informieren, welche die Zukunft der Gemeinde betreffen.
Corinne Hanselmann
Ueli Strauss, Beat Tinner und Michael Bur (von links) informierten am Informationsabend die Bevölkerung. (Bilder: Corinne Hanselmann)

Ueli Strauss, Beat Tinner und Michael Bur (von links) informierten am Informationsabend die Bevölkerung. (Bilder: Corinne Hanselmann)

«Wir wollen alle auf den gleichen Wissensstand bringen», erklärte der Wartauer Gemeindepräsident Beat Tinner bei der Begrüssung zum Informationsanlass «Zukunft Gemeinde Wartau» das Ziel des Abends. Er zeigte sich erfreut, dass unter den Besucherinnen und Besuchern sowohl jüngere als auch ältere Gesichter zu sehen waren. Er forderte die Bevölkerung auf, in den kommenden Monaten in einem der Teilprojekte mitzuwirken. In Diskussionsforen soll zu den Themen Mobilität und Verkehr (Leitung: Matthias Nänni), Innovation und neue Technologien (Bruno Seifert), Raumplanung inklusive Umwelt und Natur (Beat Tinner) sowie die Zusammenarbeit und Dörferentwicklung (Andreas Bernold) diskutiert werden. «Visionäre Gedanken sind gefragt. Wir wollen zwar Bewährtes beibehalten, aber nicht nur auf Bestehendem aufbauen», sagt Tinner.

«Mobilität ist ein ganz zentrales Thema»

Bis im Herbst 2019 soll ein sogenannter «Leitstern» erarbeitet werden, der die Richtung der künftigen Entwicklung der Gemeinde Wartau vorgibt. Danach steht die Bearbeitung der Gesamtrevision der Ortsplanung mit der Innenentwicklungsstrategie an. Denn: In neun Jahren ist die Übergangsfrist des neuen Planungs- und Baugesetzes vorbei. Der Gemeinderat hat sich entschieden, mit Regio-Move, einem Unternehmen aus Bern, zukunftsweisende Mobilitätslösungen zu prüfen (siehe Text unten). «Mobilität ist ein ganz zentrales Thema bei der Erarbeitung des Richtplans und des Zonenplans», betonte Ueli Strauss. Er hat die Projektleitung für den Ortsplanungsprozess seit vergangenem Herbst inne. Strauss leitete während 17 Jahren das Amt für Raumentwicklung und Geoinformation (Areg) des Kantons St. Gallen und machte sich im vergangenen Jahr selbstständig.

Wie sollen sich die Siedlungen entwickeln? Wo soll Innenentwicklung stattfinden? Wie soll sich die Mobilität entwickeln? Wie will man mit Landschaft und Infrastruktur umgehen? Das sind Fragen, welche man sich bei der Revision der Ortsplanung stellen muss. Diese Entwicklungsziele sollen nun im kommenden halben Jahr definiert werden.

Neues Bauland, wenn überhaupt, in Trübbach

Der ehemalige Kantonsplaner Ueli Strauss erwähnte, dass es gewisse Rahmenbedingungen gebe, die durch den Kanton gesetzt seien. Eine Reduktion des Siedlungsgebiets sei beispielsweise im Wartau nicht notwendig. Hingegen sei ein Wachstum gegen aussen kaum möglich, weil mit den bestehend eingezonten Baulandparzellen das anvisierte Bevölkerungswachstum um 850 Personen bis 2040 beinahe erreicht werden kann. Sollten dennoch Einzonungen möglich sein, dann nur in Trübbach. Dies auf Grund der ab 2025 realisierten, neuen Haltestelle der SBB, respektive dem vorhandenen Anschluss an den öffentlichen Verkehr.

Hinweis
Bis 13. Februar können sich Interessierte bei der Gemeinde Wartau melden, wenn sie Inputs zur Zukunft der Gemeinde haben oder bei einem Teilprojekt mitwirken möchten. Das Anmeldeformular kann hier heruntergeladen werden.

Mittels Laserpointer taten die Besucher der Informationsveranstaltung an der Leinwand ihre Meinung zu Mobilitätsfragen kund.

Mittels Laserpointer taten die Besucher der Informationsveranstaltung an der Leinwand ihre Meinung zu Mobilitätsfragen kund.

«Können uns der Entwicklung nicht entziehen»

(ch) «Wir von Regio-Move unterhalten uns mit Gemeinden und Regionen über die Zukunft von Mobilität. Wir versuchen heute Abend, Trends und mögliche Entwicklungen auf die Situation hier vor Ort in der Gemeinde Wartau herunterzubrechen», erklärte Michael Bur. Mit einem kurzen Film über selbstfahrende Autos liess Bur die Wartauer einen Blick in die Zukunft werfen. Ein weiterer Film zeigte den Smart Shuttle: Ein kleines, selbstfahrendes Postauto, das in Sion bereits im Einsatz ist. «Dies ist ein Blick in die Zukunft, wie der öffentliche Verkehr in der Stadt oder in ländlichen Gemeinden funktionieren könnte», so Bur, der den selbstfahrenden Bus in Sion selber schon getestet hat. Selbstfahrende Fahrzeuge seien heute bereits Realität. «Bald werden viele von euch mit selbstfahrenden Bussen oder Autos unterwegs sein», prophezeite Bur. «Wir können uns dieser Entwicklung nicht entziehen.»

Wartauer sind sich nicht in allen Mobilitätsfragen einig

Was löst das alles aus, wenn die Autos künftig selber fahren können? «Wenn euch euer selbstfahrendes Auto am Morgen zur Arbeit fährt, was macht es dann in der Zwischenzeit, wenn es euch abgeladen hat? Es könnte zum Beispiel andere Leute irgendwo hin bringen. Oder es könnte Einkäufe für die Familie abholen, die ihr im Internet bestellt habt. Das Fahrzeug könnte 24 Stunden im Einsatz sein und so würden weniger Fahrzeuge einfach nur herumstehen.» Das wiederum habe Einfluss auf die in Zukunft nötige Infrastruktur. So müssten vielleicht weniger Tiefgaragen oder Umfahrungen gebaut werden. Michael Bur wollte wissen, was für eine Einstellung zur Mobilitätszukunft die Wartauer haben und stellte ihnen dazu Fragen. Mit einem Laserpointer, den die Besucher zuvor erhalten hatten, konnten sie an der Leinwand ihre Meinung kundtun und «abstimmen». Dort blendete Bur Fragen und mögliche Antworten ein. Er fragte etwa, ob man sich vorstellen kann, im Jahr 2030 in einem selbstfahrenden Auto unterwegs zu sein. Die Antworten fielen ziemlich ausgeglichen aus: Eine Hälfte antwortete mit Ja, die andere Hälfte ist eher skeptisch. Eher einig waren sich die Einwohnerinnen und Einwohner bei der Frage, welche Rolle der Fuss- und Veloverkehr im Jahr 2030 spielt. Der Grossteil antwortete «wichtiger als heute» oder «gleich wichtig wie heute». Auch Gemeinschaftsbüros in den Gemeinden, die das Pendeln zum Arbeitgeber für manche Berufsfelder unnötig machen, werden die Mobilität der Zukunft beeinflussen. In Vaduz gibt es bereits ein solches Büro. Bur stellte zudem verschiedene Ansätze vor, die teilweise in der Schweiz bereits angewandt oder zumindest getestet werden. Etwa Apps für Mitfahrgelegenheiten oder Busse, die ihre Route nach Bedarf gestalten.

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