Betagten- und Pflegeheime beugen
Virus-Ausbreitung vor: Hygienemassnahmen sind auf hohem Stand

Pflege- und Betagtenheime schützen ihre Bewohner mit verschiedenen vorbeugenden Massnahmen. Händedesinfektion gehört zum Alltag.

Thomas Schwizer
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Häufiges Händewaschen und -desinfizieren ist eine wirkungsvolle Hygienemassnahme.

Häufiges Händewaschen und -desinfizieren ist eine wirkungsvolle Hygienemassnahme.

Bild: Reto Martin

Bei betagten Menschen ist die Sterblichkeitsrate beim Corona-Virus erhöht, denn viele von ihnen weisen Vorerkrankungen auf. Deshalb gelten in Alters- und Pflegeheimen jetzt erst recht vorbeugende Hygienemassnahmen, die hohe Beachtung finden. Insbesondere eine regelmässige Händedesinfektion soll auch in der aktuellen Situation die Verbreitung von Viren möglichst unterbinden.

Händedesinfektion ist eine dauerhafte Pflicht

Im Haus Wieden in Buchs gelten das ganze Jahr diverse Hygienevorschriften und -massnahmen. Deren Einhaltung wird sehr grosse Beachtung geschenkt, betont Heimleiterin Domenika Schnider auf Anfrage des W&O. Dazu gehören beispielsweise das tägliche Wechseln der Berufskleidung und das Tragen von Handschuhen bei gewissen Tätigkeiten.

Das ganze Jahr über sind zudem für die Bewohnerinnen und Bewohner, die Besucher, aber insbesondere auch die Mitarbeitenden Hände-Desinfektionsstellen eingerichtet. Für Mitarbeitende gehört das Desinfizieren zum vorgeschriebenen Arbeitsritual. Vor dem Winter mit der regelmässig kommenden Grippesaison werden sie jeweils nochmals speziell geschult, um dies konsequent und richtig anzuwenden.

Domenika Schnider beont auf Anfrage des W&O:

«Die Händedesinfektion ist für die Mitarbeitenden eine dauernd einzuhaltende Pflicht.»

Sie vergleicht dies mit der Desinfektionspflicht in Spitälern. Weil die Hygienemassnahmen das ganze Jahr gelten, müssten jetzt, wo erste Fälle von Erkrankungen am Corona-Virus auch in der Schweiz aufgetreten sind, keine weiteren Massnahmen ergriffen werden, betont sie.

Bei Krankheitssymptomen nicht arbeiten kommen

Matthias Engler, Geschäftsleiter des Pflegeheims Werdenberg (Pflege im Werdenberg), hält fest:

«Unsere Mitarbeitenden sind sich der besonderen Verletzlichkeit und Anfälligkeit der Bewohner bewusst.»

Dies gelte bezüglich normaler Grippe, Norovirus oder jetzt dem Corona-Virus. Darum seien die Hygienemassnahmen immer auf hohem Niveau. Als Beispiele nennt Engler das häufige Händewaschen oder das Niesen in den Ellbogen.

Auch für ausserordentliche Situationen vorbereitet

Eine wichtige Massnahme sei auch, dass Mitarbeitende nicht zur Arbeit kommen, wenn sie Krankheitssymptome haben. Wegen der Ansteckungsgefahr wäre es falsch, «dann den Helden zu spielen». Weil all dies immer gelte, müssten wegen des Corona-Virus keine weiteren Massnahmen ergriffen werden.

Pflege im Werdenberg habe aber vorbehaltene Entschlüsse für eine Verschärfung der Situation vorbereitet. Sie seien ähnlich wie bei einem Norovirus-Ausbruch. Eine wäre, den Besuch wegen Ansteckungsgefahr einzuschränken oder ganz zu untersagen. Das sei aber derzeit noch nicht in Sicht.

Engler versteht gewisse Ängste von Angehörigen. Wichtig sei es aber, die Verantwortung wahrzunehmen und besonnen zu bleiben. Man stütze sich auf das Bundesamt für Gesundheit und den Kantonsarzt, die bei einer Veränderung der Situation allenfalls weitere Massnahmen vorschreiben würden.

Bei Erkältung unbedingt auf Besuche verzichten

Auch beim Betagtenheim Wartau stehen das ganze Jahr über Desinfektionsmittelständer bei den Eingängen. Zudem ersuche man Personen, die erkältet sind oder bei denen Grippeverdacht besteht, auf einen Besuch bei Bewohnern zu verzichten. Auch Mitarbeitende mit solchen Symptomen müssten zu Hause bleiben.

Besucher und Mitarbeitende seien sich dessen aber üblicherweise gut bewusst, sagt Heimleiterin Beatrice Disch. Für spezielle Entwicklungen bestehe im Betagtenheim ein weitergehendes Sicherheitsdispositiv.