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Mit wenigen Worten vermittelt Elsbeth Maag den Zuhörern ganze Bilderbogen

Der Leseabend mit Elsbeth Maag im Werdenberger Kleintheater Fabriggli wird für die vielen Gäste, die da kamen, unvergesslich bleiben. Elsbeth Maags Lyrik ist etwas ganz Besonderes – etwas Einzigartiges.
Heidy Beyeler
Elsbeth Maag ist eine hervorragende Lyrikerin und Erzählerin. (Bild: Heidy Beyeler)

Elsbeth Maag ist eine hervorragende Lyrikerin und Erzählerin. (Bild: Heidy Beyeler)

«Die Buchser Lyrikerin hat mit viel Liebe kleine Poesie-Bändchen gefertigt», hiess es in der Ankündigung. Nicht nur das. Sie brachte auch neue Gedichte mit. Feinfühlige Lyrik. Mit wenigen Worten vermittelt sie den Zuhörenden einen ganzen Bilderbogen von Eindrücken und weckt da und dort Erinnerungen an eigene Wahrnehmungen. Es entstehen eigene Bilder vor dem inneren Auge. Elsbeth Maag reduziert ihre Geschichten auf ein Minimum an Worten; sie lässt Worte weg und kreiert somit ein neues Bild. Es ist eine Kunst, mit den wenigen Worten viel auszudrücken und die Menschen damit zu berühren. Diese Kunst ist ihr eigen. Zwei Beispiele:

«Brot und Wein und eine wunderbare Liebe – nichts fehlt.»

Oder der Schüttelreim:

«I schüttlä, du schüttlisch, mer schüttlen – bis dWelt zrecht geschüttlet isch».

Schriftsprache und Mundart

Hört oder liest man ihre Gedichte, ihre weisen Worte, dann spürt man die Liebe zur Sprache – sei es in Schriftsprache oder in Mundart. Und so servierte sie verschiedene Gedichte in beiden Versionen. Die Feinheiten zwischen Deutsch und Mundart sind erkennbar. Die Einen bevorzugen die deutsche Version. Sie sei präziser, stärker. Andere mögen lieber Mundart. Sie vermittelt das Gefühl von «dahei» zu sein. Manchmal schreibt sie etwas in Deutsch und übersetzt es später in Buchser Mundart. Die «Nebelhexe» in Deutsch war in Mundart nicht mehr die gleiche Hexe. Jetzt war es die «Nebelhäx». Der Charakter der Mundart-Häx war ein ganz anderer, als jener der deutschen Hexe. «Die Mundart-Häx passt besser ins Werdenberg», kommentierte Elsbeth Maag.

Die Lyrikerin verarbeitet viele Eindrücke und Gedanken auf ihre Art, in ihrem ureigenen Stil. Die Inspiration schöpft sie aus der Natur. Der Föhn ist immer wieder Begleiter, aber auch die hiesigen Berge, die Alpen, die Natur im Allgemeinen. Es sind meist Geschichten, die bildhaft und emotional berührend mit wenigen Worten viel erzählen. Die Inhalte bekommen Konturen. Wolken, der Wind, ein Baum, Steine verwandeln sich in Wesen, führen mit anderen Wesen Gespräche – eine wahre Märchengeschichte für Erwachsene.

Mit dem «Talsegen» – einem Betruf, basierend auf der Tradition des Alpsegens – ist Elsbeth Maag ein Meisterwerk gelungen. Als sie den Betruf im Fabriggli «ausrief», war das Publikum berührt und vollends begeistert.

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