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Ein Grabser startet in Russland an den Worldskills für das Fürstentum Liechtenstein

Vom 22.–27. August nimmt Dominik Manser aus Grabs an den Worldskills 2019 in Kazan teil. Die Qualifikation dafür hat er dank eines grossen persönlichen Efforts über einen Umweg geschafft. In Kazan messen sich Teilnehmende aus 80 Nationen.
Andrea Müntener-Zehnder
Trainieren, trainieren, trainieren: Ohne Fleiss gibts an den Worldskills keinen Preis, das weiss auch Dominik Manser aus Grabs. (Bild: PD)

Trainieren, trainieren, trainieren: Ohne Fleiss gibts an den Worldskills keinen Preis, das weiss auch Dominik Manser aus Grabs. (Bild: PD)

Alle zwei Jahre werden die Berufsweltmeisterschaften, die sogenannten Worldskills, ausgetragen. 2017 durften die Teilnehmer an den Persischen Golf nach Abu Dhabi reisen. Dieses Jahr ist der Austragungsort Kazan in der russischen Republik Tatarstan. «Dass ich heute das Ticket für Kazan in der Tasche habe, ist nicht selbstverständlich. Ich musste einiges dafür tun, wurde und werde dabei aber von vielen Seiten grossartig unterstützt. Das schätze ich enorm», sagt Dominik Manser gleich zu Beginn des Gesprächs. Ein grosser Redner scheint er nicht zu sein. Das landläufige Bild von einem jungen Informatiker, der in sich gekehrt und diszipliniert am Computer arbeitet, passt da schon besser zu ihm.

Der heute 21-jährige Dominik Manser wuchs in Grabs auf und absolvierte beim Liechtensteiner Konzern Thyssenkrupp Presta die vierjährige Lehre als Informatiker mit Fachrichtung Systemtechnik.

«Ich selbst bin nur im Besitz des Schweizer Passes. Da sich mein Lehrbetrieb aber in Liechtenstein befindet, habe ich die Möglichkeit für Liechtenstein an den Worldskills anzutreten.»

Den Kampfgeist geweckt

Im Frühling des vergangenen Jahres nahm der Informatiker, damals Lehrling im letzten Ausbildungsjahr, an einer Informationsveranstaltung für die Worldskills 2019 in Kazan teil. Ehemalige Teilnehmer berichteten unter anderem von ihren Erlebnissen in Abu Dhabi. Dominik Manser war begeistert von diesem internationalen Grossanlass und wusste, da wollte er auch hin. Unbedingt. «Ich kann dabei nichts verlieren. Im Gegenteil, eigentlich kann ich ja nur gewinnen», war seine Devise. Somit war für ihn die Anmeldung beschlossene Sache.

Nebst einem Motivationsschreiben fand ein erstes Gespräch – ein gegenseitiges Kennenlernen – mit Stefan Wachter, dem Experten der Kategorie «IT Network Systems» Administration und dem Technischen Delegierten Reto Blumenthal statt. Dabei wurde ihm der Zeitplan aufgezeigt und es wurde über den Ablauf der Qualifikation sowie über das Regelbuch gesprochen.

Enttäuschung bei den Swissskills

Mittlerweile hatte Manser die Lehrabschlussprüfung erfolgreich bestanden und erhielt grünes Licht für das Ausscheidungsprozedere. Mitte September des vergangenen Jahres durfte er als Teilnehmer ausser Konkurrenz an den Swissskills in Bern (Schweizermeisterschaften 2018) teilnehmen. Dieser Tag blieb Dominik Manser mehr schlecht als recht in Erinnerung.

Der 21-jährige Dominik Manser aus Grabs hat sein Ticket für die Worldskills in Eigenregie über Umwege gelöst. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)

Der 21-jährige Dominik Manser aus Grabs hat sein Ticket für die Worldskills in Eigenregie über Umwege gelöst. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)

Das Ziel war klar: Er musste es in der Kategorie «IT Softwareapplikationen für Unternehmen» unter die ersten zehn Teilnehmenden schaffen. Mit seinem Gesamtpunkten belegte er lediglich Rang 20 von deren 25. Er erinnert sich:

«Im ersten Augenblick war ich sehr frustriert über das Endresultat, hatte ich mir doch mehr erhofft. Anfangs machte ich einen Programmierfehler. Die daraus entstandenen Folgefehler resultierten mir die kleine Schlusspunktzahl und somit eine schwache Rangierung.»

Nach den Regeln des Auswahlverfahrens des Liechtensteiner Komitees war die Leistung von Dominik Manser zu schwach, um ihm das Ticket für Kazan auszuhändigen.

«Von Seiten der Worldskills Liechtenstein fand bereits das Abschlussgespräch statt und man wies mich auf meine kommende Chance, die Euroskills 2020 in Graz (Europameisterschaft) hin. Doch in mir wurde der Kampfgeist geweckt. Ich wusste, ich konnte mehr als das Gezeigte in Bern, und wollte noch nicht aufgeben.»

Dominik Manser erkundigte sich in Eigenregie nach weiteren Möglichkeiten. So brachte er in Erfahrung, dass in Neubrandenburg eine weitere nationale Vorentscheidung für die Teilnehmer aus Deutschland stattfindet. Wiederum durfte er als Teilnehmer ausser Konkurrenz am dreitägigen Anlass teilnehmen. «Mit der Länge des Wettkampfes waren mehr Parallelen zu Russland aufweisbar. Auch habe ich die familiären Mittag- und Abendessen an den deutschen Meisterschaften sehr geschätzt.»

Ticket nach Russland

In Neubrandenburg nutzte Dominik Manser seine Chance und platzierte sich auf Rang drei, was ihm das Ticket für die Worldskills in Kazan sicherte. Somit schaffte es der Grabser quasi auf den letzten Drücker ins Team der Liechtensteiner.

«Doch auch mit der guten Klassierung in Neubrandenburg war meine Teilnahme in Russland anfangs noch nicht gesichert»,

erzählte der Informatiker weiter. «Es bestehen klare Regeln. Das heisst, es musste für mich und meinen Beruf ein geeigneter Experte gefunden werden, der dann im August auch mit nach Russland reist. Dort wird er die anderen Teilnehmer meiner Kategorie ‹IT Softwareapplikationen für Unternehmen› während der Skills beurteilen. Selbstverständlich nicht mich.» Dominik Manser konnte sich letztlich über die Zusage von Riccardo Somma – der seinerseits in Abu Dhabi als Teilnehmer dabei war – als Experte freuen, welcher nun mit ihm und der liechtensteinischen Delegation nach Kazan reist.

Trainieren, immer wieder

Seit März hat Dominik Manser die Möglichkeit, während der Arbeitszeit für den Grossanlass zu trainieren.» Das ist beispielsweise eine der grossartigen Unterstützungen, die ich anfangs erwähnte. Mein Arbeitgeber schenkt mir Zeit zum Trainieren, worüber ich sehr dankbar bin», so der Informatiker.

Mitte Mai fand die vom «Nationalen Komitee Worldskills Liechtenstein» organisierte Generalprobe in der Spörryhalle Vaduz und Umgebung statt. Nebst den sechs Berufsleuten aus Liechtenstein machten sich dort Teilnehmende aus der Schweiz, Deutschland und Italien fit für Kazan. An der Generalprobe wurde versucht, möglichst gleiche Bedingungen wie an den Worldskills in Russland zu schaffen.

«Dieser Anlass war sehr wichtig für mich. Generell habe ich nicht schlecht abgeschnitten, ich konnte dabei sehr gut meine Schwächen eruieren. Und diese liegen ganz klar im Zeitmanagement. Für Kazan muss ich dringend die Zeit in den Griff bekommen, das kostet mich ansonsten zu viele Punkte»,

stellt der Grabser rückblickend klar. Dass der ganze Wettbewerb in Englisch stattfindet, war bis anhin kein Problem für ihn.

Ein klares Ziel vor Augen

Seine Augen sind nun aber nach vorne gerichtet. «Ich bin motiviert und freue mich wahnsinnig auf den Anlass. Alleine schon die Teilnahme, unabhängig der Rangierung, sehe ich als einmalige Chance für mein zukünftiges Berufsleben.» Und doch ist ihm die Rangierung nicht ganz unwichtig. Er hat sich in erster Linie zum Ziel gesetzt, mit einer «Medallion for Excellence» im Gepäck heimzukehren. Diese Auszeichnung erhalten die Teilnehmenden ab 700 von 800 möglichen Punkten.

«Und doch kann einiges mehr drin sein als die ‹Medallion for Excellence›, wenn alles optimal läuft. Ein Podestplatz wäre natürlich mehr als super. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die vordersten Ränge unter der Schweiz, Deutschland, Russland und Liechtenstein ausgemacht werden.»

Als Grund dafür nennt Manser die top Ausbildung, welche die Teilnehmenden aus diesen Ländern erhalten. «Wir sind in der privilegierten Lage, eine sehr gute Ausbildung zum Informatiker zu absolvieren, das ist keinesfalls in allen teilnehmenden Ländern der Fall.»
Was sicherlich der Fall ist, dass Dominik Manser in Kazan sein Bestes geben wird und ihm die Daumen in Liechtenstein und in der Schweiz gedrückt werden.

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