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Berufswahl stand im Fokus einer BZB-Feierabendveranstaltung

Eine Feierabendveranstaltung des Buchser Berufsbildungszentrums BZB widmete sich kürzlich den Faktoren, die zu einer erfolgreichen Berufs- beziehungsweise Ausbildungswahl führen.
Alte Modelle der Berufslaufbahn haben wohl bald ausgedient – Flexibilität ist gefordert. (Bild: PD)

Alte Modelle der Berufslaufbahn haben wohl bald ausgedient – Flexibilität ist gefordert. (Bild: PD)

Wenn die Arbeitswelt sich rasant verändert, wird auch die Berufswahl immer anspruchsvoller. Jugendliche müssen sich nicht nur über die eigenen Stärken und Kompetenzen klar werden, sondern auch die ganze Palette der Ausbildungswelt erfassen. Julian Marciniak, Arbeits- und Organisationspsychologe an der Universität Bern, berichtete in seinem Impulsreferat vom 23. Oktober über ein Forschungsprojekt zur Berufswahlbereitschaft bei Jugendlichen. Davon inspiriert diskutierten im Anschluss Oberstufenlehrkräfte, Berufsberaterinnen, Berufsbildner und Lehrmeisterinnen über den Transfer in die Praxis. Die beliebte Feierabendveranstaltung im Forum des BZB fördert die Vernetzung von Berufsbildungsfachleuten aus Liechtenstein, dem Rheintal und Werdenberg.

Berufsweg wird zum Bildungsweg

Klassische Laufbahnen mit einer Berufsausbildung und derselben beruflichen Tätigkeit bis zum Ruhestand sind ein Auslaufmodell. Temporäre Arbeitsverhältnisse im Rahmen von Projekten, sich verändernde Berufsbilder und neue, digital orientierte Berufe fordern Flexibilität. So werden heutige Berufswege immer «chaotischer». Sie sind geprägt von lebenslangem Lernen. Erfolg und Zufriedenheit hängen wesentlich von der Fähigkeit ab, Berufschancen zu erkennen und zu ergreifen. In gewissem Sinne erleichtert diese Entwicklung die Berufswahl junger Menschen. Sie ist nicht mehr eine folgenschwere Entscheidung fürs Leben, sondern lediglich die Wahl des Eintrittstors in die Berufs- und Arbeitswelt.

Zu Beginn der Berufswahlvorbereitung Jugendlicher steht im Vordergrund, dass sie sich mit sich selber auseinandersetzen: Was kann ich gut? Was mache ich gerne? Der Referent hat eine Methode entwickelt, wie die Jugendlichen in ihrer Erfahrungswelt und bei ihren Freizeitaktivitäten abgeholt werden können.

Auf den Punkt gefühlt

Mit gezielten Fragen nach den Dingen und Berufsleuten in ihrem Interessensgebiet können sie die Berufswelt erforschen. So wird zum Beispiel eine begeisterte Radfahrerin ausgehend von der Frage, wie ein Velo hergestellt wird, sämtliche Berufsbilder von der Herstellung bis zum Verkauf erforschen. Eine weitere Methode widmet sich dem Prozess der Berufswahl: Welche Mittel und Wege stehen mir zur Verfügung, um herauszufinden, welcher Beruf zu mir passt? In Gruppenarbeiten und Rollenspielen unterstützen die Jugendlichen einander bei der Suche nach Lösungen. Unter anderem auch bei der Frage, mit welchen Strategien Rückschläge und Hindernisse überwunden werden können. Berufsfindungsprozesse von Jugendlichen laufen sehr individuell ab.

Nicht zuletzt spielt auch die Offenheit der Eltern eine entscheidende Rolle. Je nach Persönlichkeit und Umfeld brauchen die Schülerinnen und Schüler zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Unterstützung. Das stellt hohe Anforderungen an Lehrkräfte und Berufsberatungen, aber auch an Ausbildungsbetriebe, die mit viel Aufwand Schnupperlehren ermöglichen.

Frühe Lehrstellenvergabe problematisch

Die angeregten Diskussionen beim Apéro zeigten denn auch, wie interessiert alle an einem guten Zusammenspiel sind, damit Lehrabbrüche möglichst vermieden werden können. Insbesondere ging es auch um den Termin der Vergabe der Lehrstellen. Wegen der Konkurrenz um die besten Lernenden verschiebt er sich immer mehr nach vorne. Dies nur bedingt zum Vorteil der künftigen Lehrlinge, die sich am Übergang vom Kind zum Erwachsenen sehr schnell weiterentwickeln und in der langen Zeit bis zum Lehranfang vielleicht wieder Neues entdecken.

Umso wichtiger ist die Tatsache, kam man zum Schluss, dass die erste Berufswahl mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht die letzte sein wird.

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