Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Berufkraut, drüsiges Springkraut , Goldrute: Verein entfernt im Obertoggenburg Pflanzen, die nicht heimisch sind

Neophyten - also Pflanzen die ursprünglich in unserer Region nicht heimisch waren - machen angestammten Pflanzen den Lebensraum streitig. Während drei Tagen bekämpfte der Verein Lebenswertes oberstes Toggenburg (LoT) in seiner Region die Eindringlinge.
Adi Lippuner
Robert Jörin, LoT-Präsident hat bereits einige Pflanzen des drüsigen Springkrauts mit den Wurzeln ausgerissen. (Bild: Adi Lippuner)

Robert Jörin, LoT-Präsident hat bereits einige Pflanzen des drüsigen Springkrauts mit den Wurzeln ausgerissen. (Bild: Adi Lippuner)

Der Verein Lot setzt sich mit seinem Kampf gegen drüsiges Springkraut, Goldrute, Berufkraut und Co. für den Erhalt der Biodiversität ein, denn die eingeschleppten Pflanzen machen der einheimischen Flora den Lebensraum streitig.

Von schlechtem Wetter nicht stoppen lassen

Vor einem Jahr hat sich der Verein Lot mit der Bekämpfung der Neophyten eine neue Aufgabe gegeben. LoT-Präsident Robert Jörin hat sich als Agronom mit Futterpflanzen und dem Anbau von Nahrungspflanzen befasst. Er ist überzeugt:

«Der Erhalt der Biodiversität ist wichtig, deshalb dürfen Neophyten in unserer Region nicht überhand nehmen.»

An drei Tagen widmet sich jeweils eine Truppe, in Begleitung von Fachleuten, dem Kampf gegen die Neophyten. Vergangenen Mittwoch erfolgte der Einsatz in Alt St.Johann. Am Samstag, bei nicht ganz idealem Wetter, war Unterwasser an der Reihe. Am kommenden Mittwoch wird in Wildhaus eine möglichst grosse Zahl des drüsigen Springkrauts und weiterer, unerwünschter Pflanzen entfernt.

Bei privaten Gartenbesitzern auf offene Ohren gestossen

«Erfreulich ist, dass wir bei privaten Gartenbesitzern mit unserem Anliegen auf offene Ohren stossen und, ergänzend zum ursprünglichen Plan, nicht nur entlang von Bachläufen sondern auch auf privatem Boden Neophyten entfernen können», stellt Robert Jörin fest.

Rahel Kaiser reisst das einjährige Berufkraut mit den Wurzeln aus. (Bilder Adi Lippuner)Rahel Kaiser reisst das einjährige Berufkraut mit den Wurzeln aus. (Bilder Adi Lippuner)
Die LoT-Truppe beim Kampf gegen das einjährige Berufskraut, eine invasive Pflanze.Die LoT-Truppe beim Kampf gegen das einjährige Berufskraut, eine invasive Pflanze.
Die kanadische Goldrute; schön fürs Auge, aber als invasiver Neophyt, der in unserer Region unerwünscht ist.Die kanadische Goldrute; schön fürs Auge, aber als invasiver Neophyt, der in unserer Region unerwünscht ist.
Eva Anderegg reisst die unerwünschte kanadische Goldrute mit den Wurzeln aus.Eva Anderegg reisst die unerwünschte kanadische Goldrute mit den Wurzeln aus.
Robert Jörin, LoT-Präsident, hat bereits einige Pflanzen des drüsigen Springkrauts mit den Wurzeln ausgerissen.Robert Jörin, LoT-Präsident, hat bereits einige Pflanzen des drüsigen Springkrauts mit den Wurzeln ausgerissen.
5 Bilder

Der Verein LoT (Lebenswertes oberstes Toggenburg) bekämpft in der Region nicht heimische Pflanzen

Der erste Einsatz am Samstagvormittag erfolgte in einem Privatgarten. Dort hatte sich das einjährige Berufskraut etabliert und bildete einen fürs Auge eigentlich erfreulichen Anblick.

Doch die stark invasive Pflanze, einst als Zierpflanze von Nordamerika nach Europa gebracht, breitet sich zunehmend aus, dringt in schützenswerte Gebiete vor und verdrängt die einheimische Flora.

Wurzeln und Sprossachsen müssen total entfernt werden

Dann ging’s weiter zur Rhodung eines Platzes mit kanadischen Goldruten. Diese Pflanze steht, wie auch das einjährige Berufskraut, auf der «Schwarzen Liste». Dies bedeutet, dass Vorkommen und Ausbreitung verhindert werden müssen. Die Besitzer des Privatareals stimmten der Entfernung der Neophyten zu.

Das war keine einfache Arbeit für die einsatzfreudige Truppe, denn das dichte Wurzelwerk und die über längere Zeit gebildeten Rhizome (Sprossachsen) mussten mit viel Kraft aus der Erde entfernt werden.

Drüsiges Springkraut produziert enorm viele Samen

Das drüsige Springkraut wurde seinerzeit als Zier- und Bienenpflanze aus dem Himalaja eingeführt. Heute haben sich grossflächige und dichte Bestände gebildet, welche die einheimische Vegetation verdrängen und dadurch bedrohen. In der Freisetzungsverordnung steht diese Pflanze auf der Liste der verbotenen, invasiven und gebietsfremden Pflanzen und muss deshalb bekämpft werden.

Das drüsige Springkraut ist einjährig und vermehrt sich durch Samen. Eine einzige Pflanze kann pro Vegetationsperiode bis zu 2500 Samen produzieren, die mit Hilfe der Schleuderkapseln bis sieben Meter gestreut werden können.

Der Einsatz lohnt sich: Einheimisches Springkraut ist zurückgekehrt

«Dies bedeutet, die Samen aus dem Quellgebiet können sich über die Bäche und Flüsse ausbreiten. Deshalb haben wir, bei der Bekämpfung dieses unerwünschten Gewächses eine besondere Verantwortung», ist Robert Jörin überzeugt.

Dass sich der Einsatz lohnt, zeigt das Beispiel im Wildhauser Rosswald: Ein Jahr nach der konsequenten Entfernung des drüsigen Springkrauts wächst das einheimische, gelb blühende Springkraut und erfreut das Auge der Naturfreunde.

Weiterführende Informationen unter: https://www.infoflora.ch/de/neophyten/listen-und-infobl%C3%A4tter.html

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.