Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Beiz als Dienst an der Öffentlichkeit

Ortsgemeinden haben mit ihren Mitteln gemeinnützige, kulturelle und andere Aufgaben im öffentlichen Interesse zu erfüllen. Im Werdenberg tun dies einige unter anderem mit einer Beiz im Dorf oder auf der Alp.
Ursula Wegstein
Der «Ochsen» in Sevelen, das jüngste Beispiel einer Beiz, die einer Ortsgemeinde oder einer politischen Gemeinde gehört. (Bild: Heini Schwendener)

Der «Ochsen» in Sevelen, das jüngste Beispiel einer Beiz, die einer Ortsgemeinde oder einer politischen Gemeinde gehört. (Bild: Heini Schwendener)

Nach Abzug ihrer Verwaltungskosten sollen die Ortsgemeinden den Saldo ihrer erwirtschafteten Erträge für die Finanzierung von öffentlichen Leistungen wie Beiträge an Vereine und Unterhalt von Wald und Alpen und für konkrete Projekte im gemeinnützigen Bereich verwenden.

Seit diesem Juli ist die Ortsgemeinde Sevelen Eigentümerin der Liegenschaft des Restaurants Ochsen im Dorfkern. «Wir sind nicht gewinnorientiert und möchten hiermit einen Treffpunkt für Bürger und Vereine bieten», sagt Peter Engler, Präsident der Ortsgemeinde Sevelen. Der Vorbesitzer habe das Objekt abreissen wollen, der «Ochsen» sei aber ein Stück Kulturgut, das man als Beiz im Ort so habe erhalten wollen. Mit derselben Intention hat die Ortsgemeinde Salez den «Löwen» gekauft, umgebaut und neu verpachtet. «Bis jetzt geht die Rechnung auf», sagt Hansueli Dütschler, Präsident der Ortsgemeinde Salez.

Ortswärts Gewinn, bergwärts Verlust

Der Umbau der Alpwirtschaft Alp Rohr nach der Genehmigung des Kredits durch die Ortsbürger befindet sich derzeit in der Bewilligungsphase. Die Baubewilligung wird noch dieses Jahr erwartet, so Daniel Göldi, Präsident der Ortsgemeinde Sennwald. Das sei zwar ein Minusgeschäft, aber eine Dienstleistung für die Bevölkerung. «Fahren wir ortswärts, gewinnen wir Geld, fahren wir bergwärts, verlieren wir Geld», sagt Daniel Göldi.

Meist geben die Ortsgemeinden ihre Liegenschaften zu einem günstigen Pachtzins ab. Schliesslich soll der Restaurantbetrieb für den Pächter interessant sein. Ein Grund, weshalb Ortsgemeinden Gasthäuser und Bergbeizen erwerben, sei auch die schwierige Finanzierung seitens Privater. «Banken scheuen das hohe Risiko, das mit einem Restaurant verbunden ist, und lehnen darum die Finanzierung ab», sagt Peter Engler aus Sevelen.

Mit dem neu gebauten Berghaus Malbun bietet die Ortsgemeinde Buchs für die Bevölkerung eine Erholungsmöglichkeit im Berggebiet. Auch im Winter, wenn der Skilift am Buchserberg in Betrieb ist, so Werner Schwendener, Vizepräsident der Ortsgemeinde Buchs. Zusammen mit dem Busbetrieb zum Berghaus Malbun sei dies aber ein Verlustgeschäft für die Ortsgemeinde.

Die politische Gemeinde als Restaurantbesitzer

Nicht nur Ortsgemeinden, auch politische Gemeinden in der Region Werdenberg besitzen Liegenschaften mit Restaurantbetrieb. Seit 1986 ist Grabs Eigentümerin der Liegenschaft des Berggasthauses Voralp. Damals hat die Bürgerversammlung für den Kauf gestimmt. Da das Berggasthaus im Naherholungsgebiet von Grabs liegt, sei dies im öffentlichen Interesse gewesen. Auch die Liegenschaft des Cafés Post in Grabs ist schon lange im Eigentum der Gemeinde Grabs. Seit es dort keinen EW-Laden mehr habe, habe man die Räumlichkeiten im Erdgeschoss an den Cafébetreiber verpachtet. Beide Objekte sind zu marktüblichen Konditionen verpachtet, so Niklaus Lippuner, Gemeindepräsident von Grabs.

Aus der Konkursmasse hat die Gemeinde Sevelen vor einiger Zeit die Liegenschaft «Drei Könige» erworben. Man wollte das Gebäude abreissen und zusammen mit einem Investor etwas Neues daraus machen. Ein Gesundheitszentrum, so war die ursprüngliche Idee. Dabei würde auch der Gemeindesaal abgerissen. Hiergegen sträuben sich jedoch die Bürger. Bleibt der Gemeindesaal, ist die Sache für einen Investor nicht interessant. Nun werden konkrete Projekte erarbeitet, wie man – bis auf den Gemeindesaal – alles abreissen und den Dorfplatz dennoch als Treffpunkt nutzen könnte, so Roland Ledergerber, Gemeindepräsident von Sevelen. Die Finanzierung eines Gasthauses komme für den Gemeinderat Sevelen nicht in Frage, da er dies nicht als eine Aufgabe der Gemeinde ansehe, so Ledergerber weiter.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.