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Beim Werdenberger Kleintheater Fabriggli kommt Herz vor Geld

Die diesjährige Eigenproduktion «37 Ansichtskarten» des Fabriggli ist nur dank 15 bis 20 Mitarbeitern hinter der Bühne möglich.
Alexandra Gächter

Wer die nahende Fabriggli-Eigenproduktion besucht, weiss: Es sind nicht nur die sechs Schauspieler auf der Bühne, welche zum Gelingen des Theaters beitragen – es gibt auch mehrere Personen, die hinter der Bühne arbeiten. Überraschend hingegen ist die Anzahl dieser Backgroundarbeiter. Für die neue Eigenproduktion «37 Ansichtskarten» wirken drei mal so viele Mitarbeiter hinter der Bühne als auf der Bühne mit.

Karen Rütimann aus Gams und Elena Colaianni aus Sax spielen im Fabriggli Schwestern. (Bild: Alexandra Gächter)

Karen Rütimann aus Gams und Elena Colaianni aus Sax spielen im Fabriggli Schwestern. (Bild: Alexandra Gächter)

Eine Ausnahme? Nein, sagt Produktionsleiterin Ruth Kühne. Während die Grösse des Schauspielerensembles schwankend sei, benötige es hinter der Bühne immer um die 18 Mitarbeitende. Davon sind in der Regel 15 fix einer Aufgabe zugeteilt, die restlichen ungefähr zwei bis vier Personen springen aus dem Fabriggli-Team ein, wenn Bedarf da ist. «Die Eigenproduktion des Fabriggli würde ohne unser Team im Hintergrund nicht funktionieren. Wir sind unheimlich dankbar und froh, dass wir genügend engagierte und vor allem auch fachlich versierte Personen zuziehen können», sagt Ruth Kühne.

«Über Beziehungen geht es eigentlich immer»

40 Personen umfasst das Fabriggli-Team. «Die Bereitschaft mit anzupacken ist gross. Und falls es einmal nicht aufgeht, dann kennt irgendjemand aus dem Team sicher jemand anderes, der aushelfen könnte. Über Beziehungen geht es eigentlich immer.» Eben kürzlich suchte Ruth Kühne eine helfende Hand. «Es war Mittag, unter der Woche und ich benötigte die Hilfe noch am selben Tag.» Mit nur zwei Telefonaten konnte sie diese organisieren. Die meisten Teammitglieder arbeiten freiwillig nebst einem vollen Arbeitstag im Fabriggli. Zeitaufwendigere Leitungs- und Ressortfunktionen werden mit einem kleinen Entgelt honoriert. Für die Eigenproduktion werden jeweils Profis oder Semiprofis gesucht, wie zum Beispiel Regie, Bühnenbau, Kostüm oder Maske.

Mit einem Bein in der nächsten Produktion

«Wer für das Fabriggli arbeitet, macht es, weil es ihr oder ihm eine Herzensangelegenheit ist. Reich wird man dabei nicht. Aber die hier entgegengebrachte Wertschätzung kann auf andere Art entschädigen», sagt Ruth Kühne. Neue Mitarbeiter werden genau wie die altbewährten geschätzt. Das bestätigt auch Svetlana Pavlova, seit diesem Jahr Produktionsassistentin: «Ich wurde vom ersten Tag an respektvoll behandelt. Jeder hilft, wo er kann.» Zudem sprechen beide Frauen von der speziell gute Atmosphäre im Fabriggli. «Ich habe mir letztens Gedanken darüber gemacht, ob es irgendetwas Negatives im oder um das Fabriggli gibt. Und ich muss ehrlich sagen, ich habe einfach nichts gefunden», sagt Ruth Kühne. Die Produktionsleiterin wendet ungefähr 300 Stunden pro Eigenproduktion auf. «Die Vorbereitungen beginnen bereits ein Jahr vorher, wobei die intensive Phase zwischen Mitte August und November ist.

Während Ruth Kühne also mit zwei Händen und einem Bein in der diesjährigen Eigenproduktion steckt, steht sie mit dem anderen Bein bereits in den Vorbereitungen der Eigenproduktion 2020. Wie dieses Stück heisst, wird selbstverständlich noch nicht verraten. Erst gilt es, das heurige Theater «37 Ansichtskarten» über die Bühne zu bringen.

Schräges Stück nähert sich der Zielgeraden

In vier Wochen feiert die diesjährige Fabriggli-Eigenproduktion Premiere. Während die Kulisse noch schwarz ist, ist das Spiel bereits bunt. «Es wird glaubs gut.» Das sagt Regisseurin Simona Specker über ihre 3. Eigenproduktion als Regieverantwortliche. Wer das Fabriggli sowie Regisseurin Simona Specker kennt, weiss: Das wird nicht nur «glaubs gut», es wird ziemlich sicher sehr gut. Ein Besuch in einer Probe vergangener Woche bestätigte dies.

Zudem macht die neueste Eigenproduktion «37 Ansichtskarten» neugierig. Erstens ist da der eher ungewöhnliche Name des Stücks, zweitens fragt man sich, was ein Elch auf dem Flyer macht und drittens beginnt das Stück auch ziemlich schräg – im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Hälfte der Proben absolviert

In der amerikanischen Tragikomödie geht es um ein Familienhaus, das schief steht. Das ist jedoch das kleinste Problem der Geschichte. Die ganze Familie ist arg in Schieflage geraten. Und in diese Familie kehrt der erwachsene Sohn Avery Sutton nach achtjähriger Europareise zurück. 37 Ansichtskarten hat er seiner Familie geschickt. Nun ist es an der Zeit, seine Verlobte Gillian Moore der Familie vorzustellen. Doch kaum da, möchte seine Verlobte nur noch eines: weg.

Seit August feilen die Schauspieler am Stück. Mittlerweile haben sie etwa die Hälfte der 26 geplanten Proben durchlaufen. Alle Beteiligten haben sich sehr ins Zeug gelegt, da gibt es nämlich Passagen, die schon fast vorführungsreif wären. Simona Specker – eine Perfektionistin – fand dennoch einige Korrekturen. Schön zu sehen, wie ihre Vorschläge das ohnehin gute Spiel noch lebendiger machte. Da nur sechs Personen auf der Bühne stehen, sind alle Beteiligten sehr gefordert.

Die Premiere der Fabriggli Eigenproduktion «37 Ansichtskarten» findet am 1. 11. statt. Weitere Vorstellungen sind am 7./8./13./16./17./22./23.11.

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