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Beim Konzert im Dunkeln sind Grimassen erlaubt

Im Fabriggli in Buchs findet am Samstag ein Konzert des Musikers Fabe Vega statt. Das Besondere: Es findet bei kompletter Dunkelheit statt. Die Musik steht ganz im Zentrum.
Corinne Hanselmann
Das Musikmachen bei völliger Dunkelheit empfindet Fabe Vega als anspruchsvoll, aber befreiend. (Bild: PD)

Das Musikmachen bei völliger Dunkelheit empfindet Fabe Vega als anspruchsvoll, aber befreiend. (Bild: PD)

«Ist es euch auch schon so ergangen, dass euer Musikgenuss während eines Konzertes durch filmende oder sich unterhaltende Zuschauer beeinträchtigt wurde?», schreibt das Werdenberger Kleintheater Fabriggli im Konzertbeschrieb von «The Blind Session» mit Fabe Vega. Genau diese Thematik wolle man mit diesem besonderen Acoustic-Rock-Konzert in Dunkelheit aufgreifen. Es geht darum, den Künstler und seine Musik wieder ins Zentrum zu stellen. Die Lichter im Fabriggli werden deshalb nach der Begrüssung mit Erklärung gelöscht. Die Besucher können sich komplett der rauen, leidenschaftlichen Stimme von Fabe Vega hingeben und sich mit der Musik treiben lassen.

«Ich habe zum ersten Mal von einem Konzert im Dunkeln gehört und war gleich begeistert von der Idee», sagt Flavio Strässle, der beim Fabriggli Programmverantwortlicher für Folk/Pop/Rock ist.

«Ich war in Zürich mal ‹blind› essen, was ein tolles Erlebnis war. Jetzt mal nur zu hören, wird speziell sein.»

Besondere Vorkehrungen treffen muss das Fabriggli nicht. Im Theatersaal sind die Fenster nämlich bereits mit lichtdichten schwarzen Vorhängen versehen. «Es wird jedoch ohne jegliches Licht nochmals einiges dunkler sein als bei einem Theater», ist sich Flavio Strässle sicher.

Musiker können sich voll auf die Musik konzentrieren

Fabe Vega ist zur Hälfte Sizilianer, zur Hälfte Appenzeller. «Musik war von klein auf eine grosse Faszination für mich», erzählt er.

«Mit 16 Jahren begann ich, Strassenmusik zu machen. Seit ich 17 bin, schreibe ich eigene Songs.»

Nach Matura und Militärdienst machte Fabe Vega eine mehrmonatige Strassenmusik-Tour quer durch Europa. «Nach einem Jahr an einer Jazzhochschule merkte ich, dass eine akademische musikalische Ausbildung nichts für mich ist. Ich studierte daraufhin an der ETH, der Hauptfokus lag aber nach wie vor auf der Musik und dem Singen auf der Strasse.» Der 30-Jährige ist seit 2018 Vater einer Tochter.

Zusammen mit Fabe Vega spielt Joel Allison am Bass. Michael Brändli ist für das Sounddesign zuständig. «Joel lernte ich an einer Jamsession kennen. Wir musizierten danach zusammen auf der Strasse. Bald folgten Konzerte und 2013 das erste offizielle Album», so Fabe Vega. Das Musikmachen bei völliger Dunkelheit ist für die Musiker eine Herausforderung.

«Wir sind sehr gut eingespielt und verstehen uns mittlerweile teilweise tatsächlich blind. Joel kann mir sehr gut folgen in meinen manchmal etwas unkonventionellen Wechseln in den Songs. Wir haben aber natürlich ein paar Sicherheiten eingebaut, gewisse fixe Abläufe und klangliche Zeichen.»

Als Sänger sei er es sich gewohnt, beim Gitarrespielen nicht all zu oft auf die Gitarre zu schauen.

Konzerte im Dunkeln seien auf der einen Seite etwas anspruchsvoller und brauchen mehr Fokus, das habe aber den schönen Nebeneffekt, dass man gezwungen sei, sich voll und ganz auf die Musik zu konzentrieren. «Auf der anderen Seite entfällt ein Ablenkungsfaktor und es ist befreiend, sich keine Gedanken machen zu müssen, ob das jetzt doof aussieht, wie man sich zur Musik bewegt oder welche Grimassen man macht, wenn man voll im Element ist», so der Musiker.

Hinweis
Das Konzert «The Blind Session» mit Fabe Vega findet am Samstag, 12. Januar, um 20 Uhr im Fabriggli in Buchs statt.

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