Bei Grillstellen herrscht erhebliche Gefahr für Flurbrände

Der Funkenflug eines Grillfeuer im Waldgebiet und auf Lichtungen kann derzeit erhebliche Folgen haben. Das gilt auch für die Region Werdenberg–Sarganserland. Am Ostersonntag musste die Feuerwehr Sennwald einen Wiesenbrand am Rheindamm löschen. Über die Ostertage kam es nahe der Bündner Herrschaft ebenfalls zu zwei Flurbränden.

Thomas Schwizer
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In Grüsch musste die Feuerwehren am Ostersonntag einen Flurbrand löschen, der auch drei Bäume zerstörte. (Bilder: Kantonspolizei Graubünden)

In Grüsch musste die Feuerwehren am Ostersonntag einen Flurbrand löschen, der auch drei Bäume zerstörte. (Bilder: Kantonspolizei Graubünden)

Beim Entfachen von Feuer (zum Beispiel zum Grillieren) sei insbesondere bei Föhn und der Trockenheit an exponierten Stellen die Brandgefahr erhöht. Das schrieb die Feuerwehr Sennwald nach ihrem österlichen Löscheinsatz, bei dem sie einen kleinen Brand löschte, der am Wiesenbord entlang des Rheindamms in Haag ausgebrochen war. Beim Verlassen der Feuerstelle sei sicherzustellen, dass diese vollständig gelöscht ist, lautet ihr Appell.

Beim Dorf Scheid im Domleschg, nahe von Rothenbrunnen, ist am Ostermontag das Feuer einer selbst errichteten Grillstelle ausser Kontrolle geraten und löste durch Funkenflug einen Flurbrand aus. Bereits am Ostersonntag hat ein Brand bei einem Grillplatz in Grüsch trockenes Gras und drei Bäume zerstört.

Verbreitet erhebliche Flur- und Waldbrandgefahr

Diese Fälle belegen, was die aktuelle Waldbrand-Gefahrenkarte zeigt: In der ganzen Region Bündner Herrschaft, im Sarganserland, Werdenberg, Rheintal und im Linthgebiet herrscht erhebliche Waldbrandgefahr.

Auch das Fürstentum Liechtenstein mahnt zu sorgfältigem Umgang mit Feuer im Wald und in Waldesnähe, hier steht aber die Gefahrernstufe erst auf mässig.

Dürres Gras oder Laub entzündet sich rasch

Wo noch keine frische Grasdecke gewachsen ist, also an einigen Hängen und vor allem in Waldlichtungen, und noch dürres Gras oder Laub vorhanden ist, kann schon der Funkenflug eines Grillfeuers einen Brand auslösen.

Bei Scheid im Domleschg brannte am Ostermontag wegen Funkenflug aus einer Grillstelle auf rund 15000 Quadratmetern trockenes Gras.

Bei Scheid im Domleschg brannte am Ostermontag wegen Funkenflug aus einer Grillstelle auf rund 15000 Quadratmetern trockenes Gras.

Denn der Boden ist aktuell sehr trocken, bestätigt Förster Andreas Eggenberger von der Forstgemeinschaft Grabus auf Anfrage. Wenn trockenes Gras brennt, breitet es sich rasant aus, wie die beiden Flurbrände im Bündnerland zeigen.

Am Wochenende dürfte sich die Lage entspannen

In stark dem Föhn ausgesetzten Lagen in Talnähe macht Andreas Eggenberger die grösste Brandgefahr aus. Seit einiger Zeit fehlt ergiebiger Regen, zudem holen sich die Pflanzen und Bäume für das aktuell intensive Wachstum die dafür benötigte Feuchtigkeit aus dem eh schon trockenen Boden. Etwas weniger heikel ist die Situation in höheren Lagen, wo bis vor Kurzem noch Schnee lag, sagt Eggenberger.

Wegen der Trockenheit und des Föhns ist heute bei Grillplätzen noch grosse Vorsicht geboten. Ab morgen Freitag dürfte sich die Lage entspannen, denn dann ist für einige Tage Regen angesagt.